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Krebsforschung
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Kalten Daten menschliche Wärme verleihen

Immer häufiger sind Patienten oder Pflegepersonal Teil des Forschungsprozesses. Das bringt bessere Erkenntnisse. Und erinnert die Forschenden daran, dass hinter jedem Datensatz ein Leben mit eigener Geschichte steht.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 02.01.2026  10:30 Uhr

Dieser als Patienten- und Öffentlichkeitsbeteiligung (PPI) genannte Ansatz soll sicherstellen, dass der Mensch vom Rande der Forschung ins Zentrum wissenschaftlicher Fragestellungen und Erkenntnisse rückt. Statt bei Studien passive Teilnehmende zu sein, sollen sich die Beteiligten mit ihren Erfahrungen einbringen und Annahmen infrage stellen.

Auf diese Weise könnten sie Forschung so mitgestalten, dass sie stärker in den Realitäten jener verankert ist, denen sie helfen soll, schreibt Professor Dr. James Brown vom Health Research Institut der University of Limerick in Irland, auf der Wissenschaftsplattform »The Conversation«. Würden etwa Krebspatienten im Forschungsprozess als gleichberechtigt behandelt, ergäbe sich eine inklusivere, effektivere und mitfühlendere Grundlage, um Behandlung, Versorgung und Ergebnisse für alle Beteiligten zu verbessern.

Bindeglied zwischen Forschung und Öffentlichkeit

Wenn jemand selbst von Krebs betroffen ist, hörten Menschen ihm zu, betont Brown. Als vertrauenswürdige Fürsprecher könnten sie dazu beitragen, komplexe Zusammenhänge, die für viele schwer greifbar erscheinen, nicht nur anderen Betroffenen, sondern auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglicher zu machen. Patienten könnten so als Bindeglieder zwischen medizinischem Personal und Wissenschaftlern fungieren, die klinische Praxis für Laien verständlich machen und harten Daten menschliche Bedeutung geben.

So könnten sie Forscher dazu bringen, bessere Fragen zu stellen und die Konsequenzen ihrer Arbeit stärker im Blick zu behalten. Die Wissenschaft würde persönlicher und Forscher würden daran erinnert, dass sich hinter jedem Datensatz ein Leben mit Familie und eigener Geschichte verbirgt.

Gleichzeitig könnten Patienten, die Fakten mit Freunden, Familie und in sozialen Netzwerken teilen, helfen, das Vertrauen in die Wissenschaft zu stärken und Falschinformationen, etwa über Krebs und seine Behandlung, entgegenwirken. In einer Zeit, in der sich falsche gesundheitsbezogene Behauptungen online rasch verbreiten, sei diese Art von Auseinandersetzung von unschätzbarem Wert, so Brown.

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