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Granny Style
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Junge Menschen leben wie Senioren

Die Welt wird immer schneller und die Gen Z tritt auf die Bremse: Stricken statt Clubbing, Teekränzchen statt TikTok. Die Jugendtrendstudie 2026 zeigt, dass hinter dem gemütlichen Rückzug ein Zusammenspiel aus digitalem Druck, Erschöpfung und psychologischer Selbstregulation steckt.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 26.03.2026  15:00 Uhr

Leere Batterien

Das nostalgische Gefühl des Trends verknüpft die Psychologie mit der sogenannten Rosy Perspective. Das Gehirn filtert und konstruiert Erinnerungen, um das eigene Wohlbefinden zu steigern und ein positives Selbstbild zu wahren. Zwar könnte der Granny Style zu einer nachhaltigeren und gesünderen Lebens- und Arbeitsweise beitragen, problematisch wird er jedoch, wenn er zu dauerhafter Vermeidung öffentlicher Begegnungen oder zur Entpolitisierung struktureller Belastungen führt.

Zum verstärkten Rückzug in die heimische Coziness trägt auch Erschöpfung bei. Viele junge Menschen berichten von einer leeren »Social Battery«, die durch zu viel Interaktion mit unbekannten Menschen oder zu wenig Zeit für Selfcare entsteht. Im Schnitt fühlen sie sich an 2,3 Tagen pro Woche leer. Frauen berichten dieses Gefühl häufiger als Männer, ebenso Personen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen oder ohne Erwerbstätigkeit.

Vermeidungshaltung wird gefördert

Kein Wunder also, dass Me-Time die liebste Freizeitbeschäftigung der Gen Z ist – Zeit, die sie bewusst für sich selbst und frei von Verpflichtungen verbringt. Am häufigsten schalten sie laut Studie durch Lesen, Streaming oder Schlafen ab. Die Studienautoren geben jedoch zu bedenken, dass Etikettierungen wie »Social Battery«, »Coziness« oder »Me-Time« eine Vermeidungshaltung verstärken könnten, statt Bewältigungsstrategien zu fördern. Dadurch würden Fähigkeiten wie Belastungen auszuhalten, Konflikte zu lösen, Smalltalk zu führen oder Unsicherheiten zu tolerieren weniger trainiert.

An der Studie nahmen knapp 5000 Menschen zwischen 10 und 82 Jahren teil. Das Mix-Method-Design bezog nicht nur junge Menschen ein, sondern auch Eltern und Lehrkräfte – mit dem Ziel, mögliche gesamtgesellschaftliche Effekte besser sichtbar zu machen.

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