| Melanie Höhn |
| 31.03.2026 15:59 Uhr |
Bei Joybuy zählt auch die Kategorie »Apotheke und Gesundheit« zum Angebot. / © Image Images/Hanno Bode
Mitte März 2026 wurde bekannt, dass die chinesische Bestellplattform »Joybuy« plant, dem Onlinehändler Amazon Konkurrenz zu machen. Derzeit werden bei »Joybuy« Produkte aus den Kategorien Elektronik, Haushaltsgeräte, Kosmetik und Lebensmittel angeboten. Unter der Kategorie »Apotheke und Gesundheit« finden sich Produkte wie Hustensaft, Nasenspray oder Lippenherpes-Salbe.
Die »Bild«-Zeitung hatte prophezeit, dass der E-Commerce-Händler JD.com, der hinter der Plattform steckt, »schon bald auch im sensiblen Gesundheitsgeschäft mitmischen« könnte; dies wäre ein«Paukenschlag« für den deutschen Gesundheits- und Handelsmarkt«.
In dem Artikel vom 24. März wurde zunächst erwähnt, dass Joybuy derzeit prüfe, ob es »auch frei verkäufliche Medikamente« anbieten werde. Das Unternehmen habe sich dann laut dem Blatt erneut bei der Zeitung gemeldet und verkündet, dass ein Medikamentenverkauf »in naher Zukunft« nicht geplant sei.
Dies bestätigte ein Sprecher von Joybuy gegenüber der PZ: »Wir haben in naher Zukunft keine Pläne, rezeptfreie Medikamente in Deutschland auf den Markt zu bringen«, hieß es.
Sehr wohl Pläne für einen eigenen Versandhandel mit rezeptfreien Medikamenten und exklusiven Apothekenartikeln hat jedoch der Drogist Rossmann: »Wir beschäftigen uns so intensiv damit, dass ich Ihnen sagen kann: Die Online-Apotheke wird kommen«, erklärte Raoul Roßmann, Sprecher der Geschäftsführung, im Januar gegenüber der »Lebensmittelzeitung«. Ein Datum gab es noch nicht, aber es wurde betont, dass 2026 mit Priorität daran gearbeitet werde. Auf PZ-Nachfrage zum aktuellen Stand sagte eine Pressereferentin, dass man sich »über die Berichterstattung der LZ im Januar hinausgehend« nicht äußern werde.
Vorbild für die Pläne von Rossmann sei die Drogeriekette dm gewesen, die seit Mitte Dezember 2025 OTC-Arzneimittel aus Tschechien versendet. Man habe sich vom dm-Vorstoß inspirieren lassen, erklärte Roßmann dem Blatt. Auch der E-Commerce-Gigant Amazon ist beim Versand von OTC-Medikamenten vorne mit dabei: Die sogenannte »Amazon Apotheken Studie 2025« belegte den wachsenden Einfluss des Onlinehändlers. Demnach ist der Apothekenumsatz auf Amazon Deutschland im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent auf knapp 500 Millionen Euro gewachsen.