Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) befürchtet, dass die Zahl der Todesfälle künftig steigen könnte. Im vergangenen Jahr sei mit den USA ein zentraler Geldgeber weggebrochen, seither könnten sich viele Länder Labortests, Röntgenuntersuchungen und spezielle Therapien nur noch eingeschränkt leisten. Laut WHO machten die US-Gelder die Hälfte der internationalen Finanzmittel in diesem Bereich aus. Studien prognostizieren, dass ihr Fehlen in den kommenden fünf Jahren bis zu elf Millionen mehr Neuerkrankungen und bis zu zwei Millionen mehr Todesfällen bedeuten könnten.
»Tuberkulose wird oft als Krankheit der Vergangenheit wahrgenommen – das Gegenteil ist richtig«, sagte DAHW-Vorstand Patrick Georga. »Wenn TB-Programme ausreichend finanziert werden, sinken die Infektionszahlen. Wenn Mittel fehlen, sterben Menschen. Es liegt am politischen Willen.«
Tendenziell befindet sich die Tuberkulosebekämpfung auf gutem Weg: Die Neuerkrankungen sind laut WHO seit 2015 um 12 Prozent zurückgegangen, die Todesfälle um 29 Prozent. Angestrebt waren allerdings 50 Prozent weniger Neuerkrankungen und 75 Prozent weniger Todesfällen bis 2025.
Der Tuberkulose-Gedenktag fällt auf den 24. März, weil das Bakterium am 24. März 1882 entdeckt wurde, vom Mikrobiologen Robert Koch.