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25 Jahre PZ-Management-Kongress
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Jede Apotheke braucht eine Überlebensstrategie

Die Apotheken vor Ort sind im Wandel. Um zu überleben, ist von Inhabenden und Teams Kreativität gefragt. Mit Blick auf die Inhalte des PZ-Management-Kongresses 2025 hat die PZ bei wachstumsorientierten Apotheken nachgefragt, wie die Positionierung des eigenen Betriebs gelingen kann.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 15.10.2024  10:30 Uhr

Wie lässt sich eine Apotheke fit für die Zukunft machen und wie kann sie am Markt überleben? Um diese Fragen ging es in einer Expertenrunde auf der diesjährigen Expopharm in München. Über die hochfrequentierte Dr. Beckers Central Apotheke, die sich unterirdisch in den Münchner Stachus-Passagen befindet, berichtete Hauke Kalz, Leitung Key Accounting und Business Development ApoVid. In dieser 500-Quadratmeter-großen Offizin mit einem 44-köpfigen Team spielen seinen Angaben zufolge vor allem die interne Organisation und hohe Lieferfähigkeit zentrale Rollen.

Statt Spezialversorgung punktet diese Apotheke mit 97-prozentiger Verfügbarkeit und einem internationalen Team, das viele Sprachen beherrscht und darüber hinaus mithilfe technischer Unterstützung weitere abdeckt. Die Kundschaft besteht demnach aus Touristen und Stammkunden gleichermaßen. Trotz der vielen Laufkundschaft will die Apotheke vermehrt auf Dienstleistungen setzen – und hat entsprechend umgebaut.

Wegen der tagtäglichen vierstelligen Kundenzahl hat die Offizin von 1970 ihren jüngsten, ein Jahr dauernden Umbau laut Kalz bei laufendem Betrieb gemanagt. Die Investition sei nicht nur nötig, sondern auch sinnvoll gewesen. Schließlich hätte es mit Blick auf die pharmazeutischen Dienstleistungen auch Anpassungen bei der Architektur der Räumlichkeiten geben müssen.

Neue Arbeitszeitmodelle

Bunt ist auch das Team von Dr. Christians Fehskes Rathaus-Apotheke in Hagen, das 25 Sprachen spricht. »Wir haben einen Migrationsanteil im Team von 60 Prozent«, sagte er. Statt Kunden redet er übrigens immer von Gästen, die seine Offizin besuchen. Seinen Schwerpunkt setzt er unter anderem auf die Medikationsanalyse sowie die Bedeutung der Rezeptur. Durch Letztere habe sich schon der ein oder andere Engpass abwenden lassen.

Auch im Hamburger Team von Heike Gnekow, Mitinhaberin der Privilegierten Adler Apotheke und Präsidentin des Bundesverbands der Versorgungsapotheker, gehört die internationale Ausrichtung zum Alltag. Hinzu kommt, dass ihre Offizin täglich von 8 Uhr bis 24 Uhr geöffnet hat, auch an Sonn- und Feiertagen. Die langen Öffnungszeiten kann sie trotz Personalmangel ermöglichen, weil dadurch innovative Arbeitszeitmodelle entstehen. Zudem sei die Arbeit zu Randzeiten sowie Sonn- und Feiertagen anders vergütet.

Außerdem hat sich die Apotheke auf Verblisterung in der Heimversorgung sowie die Palliativ-Versorgung spezialisiert. Für pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) hat der Familienbetrieb der Gnekows zudem einen Gesundheitscampus im benachbarten Einkaufszentrum eingerichtet. Dort wird geimpft, getestet oder es werden Kompressionstrümpfe angemessen.

Geiz ist nicht geil

Auch kleine Offizinen können sich wappnen. Fehske rät: »Nie am Warenlager sparen.« Außerdem appelliert er, den Bestand stark am Standort zu orientieren. Gnekow ermutigte dazu, auf jeden Fall pDL anzubieten – allein schon deshalb, um ein positives Bild der Vor-Ort-Apotheke zu vermitteln. Für Kalz sind drei Aspekte wichtig: Partner suchen, klare Zuständigkeiten schaffen, nicht geizig sein. »Die Lieferfähigkeit ist das A und O«.

Weitere Thesen, wie eine Apotheke sich am besten zukunftsfähig aufstellt, liefern Referentinnen und Referenten aus verschiedenen Bereichen beim kommenden PZ-Management-Kongress, der im nächsten Jahr zum 25. Mal stattfindet, und zwar vom 2. bis 4. April in Palma de Mallorca. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.pz-kongress.de.

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