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Intelligenztests
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IQ von Kindern kann sich ändern

Einmal schlau, heißt nicht immer schlau. Der Intelligenzquotient (IQ) kann sich im späteren Leben verändern. Zu diesem Ergebnis kommt nun eine Metastudie. Dabei hat er oft Einfluss auf den Lebensweg von Kindern.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 12.03.2024  07:00 Uhr

Wer in der Kindheit bei einem Intelligenztest einen weit überdurchschnittlichen IQ erzielen konnte, muss im Erwachsenenalter nicht zwangsläufig auch hochintelligent sein – und andersherum. Und das, obwohl Intelligenztests oft darüber entscheiden, wo ein Kind im Bildungssystem platziert wird oder ob Förderungen nötig sind. Diese Einstufung kann jedoch Auswirkungen auf das ganze Leben haben.

Allerdings haben diese IQ-Testergebnisse nur eine bedingte Aussagekraft, wie nun eine Metastudie mit 87.408 Teilnehmenden der Universitäten Trier und Texas zeigte. »Im frühen Kindesalter und auch noch im Grundschulalter kann man sich nicht langfristig auf eine einzelne Testung verlassen«, so Dr. Moritz Breit, Hochbegabtenforscher im Fach Psychologie der Universität Trier.

Kinder können wieder aufholen

Denn: Intelligenz setzt sich aus vielen unterschiedlichen Faktoren zusammen. Bei Heranwachsenden entwickeln sich Fähigkeiten aber unterschiedlich schnell und verlaufen zusätzlich von Mensch zu Mensch anders. Das betrifft beispielsweise motorische und sprachliche Fertigkeiten. Zielt ein IQ-Test also auf eine bestimmte Altersgruppe ab, kann das Ergebnis womöglich einen verzögerten Entwicklungsstand attestieren. Das muss den Forscherenden zufolge aber nichts bedeuten. Denn ein Kind kann auch wieder aufholen. Intelligenzmessungen bei Kindern sind nur Momentaufnahmen.

Im Erwachsenenalter dagegen scheint die IQ-Höhe eher stabil zu sein, in der Regel mindestens für fünf Jahre. Das liegt den Forschenden zufolge daran, dass die meisten Menschen später im Leben eher in einer konstanten Umwelt leben oder sich Tätigkeiten aussuchen, die zu ihren Fähigkeiten passen. Damit sinkt automatisch der Einfluss der Umwelt. »Dies spiegelt die mittlerweile etablierte Erkenntnis, dass Intelligenz und Intelligenzentwicklung nicht nur durch genetische Faktoren, sondern auch durch Umwelteinflüsse und die komplexe Wechselwirkung zwischen beiden bestimmt wird«, so Breit.

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