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Cochrane-Review
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Intervallfasten nicht besser als andere Diäten

Seit Jahren gibt es den Trend zum Intervallfasten. Streng geprüfte Daten lassen daran zweifeln, dass die Methode besser wirkt als herkömmliche Diäten.
AutorKontaktdpa
Datum 16.02.2026  14:30 Uhr

Viele Fastenmethoden, keine Langzeitdaten

Auch vorherige Metaanalysen hätten übereinstimmend keinen besonderen Vorteil von Intervallfasten gegenüber vergleichbaren Diätinterventionen ermittelt, erklärte Dr. Stefan Kabisch von der Charité in Berlin, selbst nicht an der Cochrane-Studie beteiligt. Eine merkliche Gewichtsabnahme habe sich in der Regel nur im Vergleich zu gar keiner Ernährungsumstellung ergeben.

Die Beweislage bleibe insgesamt unsicher – allein schon, weil es eine große Vielfalt an Intervallfasten-Varianten gebe. Eine Methode ist zum Beispiel, an acht Stunden des Tages zu essen und die verbleibenden 16 zu fasten (16:8-Methode). Alternativ kann man an fünf Tagen der Woche normal essen und an zwei Tagen weitgehend hungern (5:2-Methode). Beim Alternate Day Fasting (ADF) wiederum wird typischerweise jeden zweiten Tag gefastet.

»Die gesamte Studienlage beinhaltet also dutzende Spielarten des Intervallfastens, die man nicht in einen Topf werfen sollte«, so Kabisch. »Langzeitdaten, wie Studien von mehr als zwei Jahren Dauer, existieren praktisch gar nicht.«

Die Schwächen des Cochrane-Reviews

Kleine Teilnehmerzahlen und fehlende Daten seien für Analysen in dem Bereich typisch – selbst die für das Cochrane-Review gewählten Studien wiesen methodische Schwächen auf, die auch genannt würden. Klar ist Kabisch zufolge aber: »Der Hype um Intervallfasten war zu keiner Zeit von überzeugenden Humanstudien untermauert, sondern verfrüht bis ungerechtfertigt.«

Auch Professor Dr. Annette Schürmann vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) weist darauf hin, dass die ausgewählten Studien extrem heterogen seien, unter anderem mit Blick auf die Teilnehmenden und die Fastenformen. Es sei nicht möglich, daraus die klare Aussage abzuleiten, dass Intervallfasten beim Abnehmen generell keinen besseren Effekt habe. Aus Tierstudien sei zudem bekannt, dass Intervallfasten positiv auf den Blutzuckerspiegel wirke.

Zusammengefasst bedeuten die neuen Daten zumindest: Wer Gewicht verlieren und seine Gesundheit verbessern möchte, kann (am besten ärztlich beraten und begleitet) die selbst bevorzugte Methode wählen – bestenfalls eine, die man auch langfristig gut durchhalten kann.

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