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Sanacorp verpasst vorerst Aktienmehrheit bei Herba

09.08.1999
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-Wirtschaft & HandelGovi-Verlag

Sanacorp verpasst vorerst Aktienmehrheit bei Herba

vwd-Artikel

Der Versuch des Pharmagroßhändlers Sanacorp, bei der österreichischen Herba Chemosan die Aktienmehrheit zu erlangen, ist vorerst gescheitert. "Sanacorp hat die Aktienmehrheit nicht erreicht. Sanacorp hält derzeit einen Anteil von 30 Prozent", erklärte ein Sprecher des österreichischen Unternehmens nach internen Beratungen gegenüber der Nachrichtenagentur APA. Zu weiteren Schritten werde es erst im September kommen. In den vergangenen Tagen war ein Übernahmeversuch durch die deutsche Sanacorp Pharmahandel AG, Planegg, bekannt geworden, die sich 1996 zunächst mit 27,05 Prozent an Herba im Rahmen einer partnerschaftlichen Vereinbarung beteiligt hatte.

Bei Herba und in österreichischen Apothekerkreisen war jetzt von einem "Unfriendly Takeover"-Versuch die Rede. Bei Sanacorp betont man hingegen, Herba sei über die neuerlichen Aktienkäufe informiert gewesen. Nach den Worten des Herba-Sprechers wartet man nun auf die Vorlage von Herba-Aktien, welche die Sanacorp gekauft haben könnte. Da es sich bei den Herba-Anteilen um vinkulierte Namensaktien handelt, müssen gekaufte Anteile Vorstand und Aufsichtsrat präsentiert und dann dem Käufer zugesprochen oder nicht zugesprochen werden.

Da der Herba-Aufsichtsrat mehrheitlich von österreichischen Apothekern gestellt wird, würde das Erreichen einer Mehrheit für die Zuerkennung von Aktienpaketen an Sanacorp "möglicherweise schwierig" sein, so der Sprecher weiter. Dann könnten rechtliche Schritte folgen, wurde abschließend erklärt.

Sanacorp seien seit dem vergangenen Jahr von österreichischen Apothekern Aktien angeboten worden, sagte ein Sprecher von Sanacorp. Damit habe man die seit 1996 bestehende Beteiligung auf mehr als 37 Prozent aufgestockt - wie es hieß, um die Beteiligung gegen andere Mehrheiten abzusichern. 35 Prozent gelten auf Grund der üblichen Präsenz als Hauptversammlungsmehrheit.

Einen Teil der vinkulierten Namensaktien habe Sanacorp an Herba Chemosan zur Eintragung weitergereicht, mit einem anderen Teil beim Kartellgericht die Übernahme der faktischen Mehrheit beantragt. Dies habe Herba seit Mai gewusst, äußerte der Sprecher Verwunderung über die Aufregung in Österreich.

Immer mehr Pharmazeuten seien bereit, ihre Anteile abzugeben, so der Sanacorp-Sprecher, zu "realistischen Preisen", wie betont wird. Trotz der aktuellen Vorwürfe sei man weiterhin an einem partnerschaftlichen Verhältnis zu Herba interessiert. Es gehe darum, Emotionen zu vermeiden und die Herba weiter im apothekerbestimmten Einfluss zu halten. Anfang September werde man der Lösung einen großen Schritt näher sein. Herba Chemosan hat im österreichischen Pharmahandel einen Marktanteil von 50 Prozent. Top

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