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Boots bietet Kunden kostenlosen Zugang ins Internet an

14.06.1999
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-Wirtschaft & HandelGovi-Verlag

Boots bietet Kunden kostenlosen Zugang ins Internet an

von Arndt Striegler, London

Die britische Apothekenkette Boots ist abermals in die Kritik geraten. Der Vorstand nutzte die Vorlage der Jahresbilanz dazu, ehrgeizige Internetpläne vorzustellen. Das mehr als 1000 Apotheken betreibende Unternehmen beabsichtigt, Internetbenutzern kostenlosen Zugang zum Worldwide Web zu geben.

Geplant ist, den Geschäftsbereich Website zügig auszubauen, so Managementdirektor Steve Russel in London. Man könne sich dem elelektronischen Handel nicht verschließen, da diesem die Zukunft gehöre. Daher soll die eigene Homepage zu einem Portal ausgebaut werden, das den Boots-Kunden den Zugang zu anderen Internetanbietern ermögliche, ohne dafür bezahlen zu müssen.

Das Management nennt als Vorteile, ein längeres Verweilen des Kunden auf der Boots-Webseite und deswegen höhere Einnahmen bei den Anzeigenkunden. Ein ähnliches Angebot hat der britische Elektronikgerätehändler Dixons bereits gestartet.

Die unabhängigen Apotheker in Großbritannien fürchten, Boots könnte seine Marktmacht auf den elektronischen Handel ausweiten und kleine Offizinen langfristig aus dem Markt verdrängen. Meinungsumfragen zeigen, daß auch die Ärzte dem elektronischen Handel mit Arzneimitteln und Medizinalprodukten ablehnend gegenüber stehen.

Apothekengeschäft geht gut

Boots meldet für das am 31. März abgelaufene Geschäftsjahr einen Umsatzanstieg von 5,02 auf 5,04 Milliarden Pfund. Der Bruttogewinn sank von 432 Millionen auf 170,3 Millionen Pfund. Dieser dramatische Rückgang hat allerdings nichts mit dem "sehr gut gehenden" Arzneimittelgeschäft zu tun, sondern geht laut Russel auf das Konto der Boots-Heimwerkermärkte. Die Betriebe des Boots The Chemists steigerten den Umsatz um 7 Prozent auf 3,82 Milliarden Pfund. Die Gewinnspanne konnte um 0,2 Prozent erhöht werden und wird als "sehr gesund" bezeichnet. Top

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