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Merck

Bestes Jahresergebnis

18.02.2002
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Merck: Bestes Jahresergebnis

von Erdmuthe Arnold, Frankfurt am Main

Traumhafte Ergebniszahlen für das Geschäftsjahr 2001 präsentierte der Vorstandsvorsitzende der Merck KGaA, Professor Dr. Bernhard Scheuble, in der Bilanzpressekonferenz vergangene Woche. Dagegen prognostizierte er für das neue Jahr eher trübe Aussichten, da der Umsatzträger Glucophage den Patentschutz verlor und Neueinführungen auf sich warten lassen.

Mit einem um 18 Prozent auf 877 Millionen Euro verbesserten operativen Ergebnis, einem Umsatzplus von 12 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro und einem Nachsteuergewinn vor Sondermaßnahmen von plus 17 Prozent auf 357 Millionen Euro hat die Gruppe ihr bestes Jahresergebnis in ihrer 333-jährigen Unternehmensgeschichte vorgelegt. Dies ist vor allem dem Pharmabereich zu verdanken, wie Scheuble hervorhob.

Pharmasparte prosperierte

Bei Pharma stieg der Umsatz um 14 Prozent auf 3323 Millionen Euro. Das operative Ergebnis legte um 28 Prozent auf 581 Millionen Euro zu. Die Umsatzrendite verbesserte sich um 15,6 Prozent auf 17,5 Prozent. Die Arzneimittel trugen 44 Prozent zum Gruppenumsatz und 66 Prozent zum operativen Ergebnis bei. Die Erlöse mit Originalpräparaten konnten um 14 Prozent auf 2084 Millionen Euro gesteigert werden. Generika legten um 19 Prozent auf 925 Millionen zu und im Selbstmedikationsbereich Consumer Health Care steigerte Merck den Umsatz um 7 Prozent auf 314 Millionen Euro.

Auch die anderen Sparten trugen zum Wachstum und Ertrag bei. Auf die Spezialchemie entfallen 15 Prozent des Umsatzes und 19 Prozent des operativen Gruppen-Ergebnisses. Allerdings war hier bei einem Umsatzplus von 3 Prozent auf 1132 Millionen Euro beim operativen Ergebnis eine Verminderung um 24 Prozent auf 164 Millionen Euro hinzunehmen.

Um 5 Prozent auf 565 Millionen Euro konnte der Umsatz mit Laborprodukten gesteigert werden. Das Ergebnis verbesserte sich um 28 Prozent auf 39 Millionen Euro. Der Geschäftsbereich Labordistribution, für den unter dem Namen VWR International der Börsengang jetzt vorbereitet wird, steigerte seinen Umsatz um 16 Prozent auf 2754 Millionen Euro. Er verdoppelte sein Ergebnis auf 92 Millionen Euro.

Ausblick

Gar nicht zufrieden zeigte sich der Vorstand mit dem vierten Quartal 2001, da das Betriebsergebnis in diesem um 39,3 Prozent rückläufig war. Zu spüren bekam die Merck-Gruppe erstmals die zu erwartende Konkurrenz um Glucophage (Metformin). Der Patentschutz lief am 28. Januar 2002 aus. In Erwartung des Generika-Wettbewerbs hatten Großhändler in den USA ihre Bestellungen bereits deutlich reduziert. Bisher gelang es auch nicht, den Umsatzausfall durch die Weiterentwicklungen Glucovance und Glucophage XR in den USA zu kompensieren. Das erste auch zur Behandlung von Kindern zugelassene orale Antidiabetikum, so Scheuble, "ist einfach zu gut".

Deshalb erwartet man in Europa von diesen Neueinführungen zunächst nicht besonders viel Umsatz. Allein mit oralen Antidiabetika, der Umsatzträger Glucophage eingerechnet, setzte Merck 3201 Millionen Euro um, das waren 43 mehr als im Vorjahr. Dies macht deutlich, dass 2002 ein Aderlass zu befürchten ist.

Vorsichtig fielen die Prognosen für 2002 aus: Einstelliges Wachstum und Rückgang im operativen Ergebnis. "Trotz ausgezeichneter Pipeline", so Scheuble, mangelt es in diesem Jahr an Neueinführungen. Wie in PZ 6/02, Seite 30, bereits ausführlich berichtet, muss Merck um die Zulassung des Krebstherapeutikums Cetuximab (Erbitux) in den USA bangen, da der Partner ImClone System von der FDA zunächst negativ beschieden wurde. In Europa laufen die klinischen Studien aber "erfolgreich weiter", sagt Scheuble. Das Zulassungsverfahren bei der EMEA soll 2003 über die Bühne gehen. Der große Markt in Übersee würde dann jedoch voraussichtlich fehlen.

Merck habe sich aber auf diese Herausforderungen vorbereitet und werde weitere Maßnahmen treffen, um das langfristige Ziel zu erreichen, die Nummer 1 in den Kerngeschäften zu werden. Weiterhin werde in Forschung und Entwicklung sowie in die Ausweitung des US-Geschäfts investiert. Top

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