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Fusion wird durchgezogen

21.02.2000  00:00 Uhr

-Wirtschaft & HandelGovi-VerlagGLAXO WELLCOME

Fusion wird durchgezogen

von Arndt Striegler, London

"Nerven behalten und durch" – das ist der Rat des Chairman von Glaxo Wellcome, Richard Sykes, an die Aktionäre des britischen Pharmariesen. Glaxo Wellcome und sein zukünftiger Fusionspartner, das britische Unternehmen Smithkline Beecham (SB), legten jetzt in London ihre jeweiligen Jahresbilanzen vor. Die Bilanzzahlen ließen die Kurse der Glaxo Wellcome-Aktie auf ein zweijähriges Rekordtief fallen.

Seitdem die beiden britischen Unternehmen im vergangenen Monat ihre für April geplante Fusion öffentlich bekannt gaben, ist der kombinierte Aktienkurs in London um rund 20 Prozent oder umgerechnet rund 70 Milliarden DM gesunken. Die jüngsten Bilanzzahlen halfen nicht, um die Nerven der Anleger zu beruhigen.

Glaxo meldet für das Geschäftsjahr 1999 einen Bruttogewinn von 2,58 Milliarden (Vorjahr: 2,67 Milliarden) Pfund. Allerdings wurden rund 200 Millionen Pfund für interne Umstrukturierungen ausgegeben. Das drückte das Ergebnis. Der Umsatz stieg um 6 Prozent auf 8,49 Milliarden Pfund. Sorge bereitet Glaxo Wellcome vor allem der Patentverlust für Zantac, das jahrelang weltweit umsatzstärkste verschreibungspflichtige Arzneimittel. Es steuerte in manchen Jahren zu mehr als 50 Prozent zum Gewinn des Unternehmens bei. Der jüngste Verlust konnte allerdings zumindest teilweise durch erfolgreiche neue Präparate wieder ausgeglichen werden. So legten das neue Asthma-Therapeutikum Flixotide umsatzmäßig um 33 Prozent und Präparate zur Behandlung von Atemwegserkrankungen um 11 Prozent auf insgesamt 2,5 Milliarden Pfund zu. "Damit ist dieser Produktbereich zu unserem wichtigsten Umsatzträger geworden", freute sich der Vorstandschef bei der Bilanzvorlage in London. Mit antiviral wirksamen Medikamenten wurde ein Umsatzplus von 19 Prozent auf 1,6 Milliarden Pfund erzielt. Diese Produktsparte profitierte von der Einführung zahlreicher neuer Präparate wie etwa Ziagen und Agenerase (beide zur Behandlung von HIV-Infektionen). "Damit haben wir eine solide Basis geschaffen, um im Jahr 2000 weiter wachsen zu können", resümierte Sykes.

SB meldet für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Bruttogewinn von 1,94 Milliarden Pfund (also ein Plus 13 Prozent). Weltweit stieg der Umsatz auf 8,38 Milliarden (Vorjahr: 8,08 Milliarden) Pfund. Die Spitzen beider Unternehmen bestritten Gerüchte, die derzeit in der Londoner City kursieren, wonach es alles andere als sicher sei, dass die Fusion wie geplant in diesem Frühjahr über die Bühne gehen wird. "Da ist nichts mehr dran zu rütteln", hieß es in London. Glaxo Smithkline wird nach der Fusion das weltweit größte Arzneimittelunternehmen sein. Top

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