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Seit 25 Jahren Rezeptabrechnung mit ARZ Haan

30.09.1996  00:00 Uhr

-Wirtschaft & Handel

  Govi-Verlag

Seit 25 Jahren Rezeptabrechnung mit ARZ Haan
Firmenportrait

  Mit zahlreichen Gästen feierten die Gesellschafter, der Geschäftsführer und Mitarbeiter des Rechenzentrums nordrhein-westfälischer Apotheken GmbH - ARZ Haan am 22. September 1996 in Neuss das 25jährige Bestehen. Das apothekereigene Unternehmen ist inzwischen nicht nur für den Apothekerstand, sondern auch für die Krankenkassen zu einem unverzichtbaren Dienstleister geworden. Rainer Lorenzen, von Beginn an der Geschäftsführer des Rechenzentrums, ging in seiner Festrede auf die Firmenentwicklung ein. Seine Ausführungen dienten als Vorlage für dieses Portrait.

Die Einrichtung standeseigener Rechenzentren vor rund 25 Jahren läutete die elektronische Rezeptabrechnung in den deutschen Apotheken ein. Neben dem ARZ Haan waren dies das NARZ im Norden, das ARZ Darmstadt und im Süden die VSA. Mit der Unterzeichnung des Vertrages durch die Gesellschafter - das sind die Apothekerkammern Nordrhein und Westfalen-Lippe die Apothekerverbände Nordrhein und Westfalen-Lippe sowie die Deutsche Apotheker- und Ärztebank - bekam das ARZ Haan am 22. September 1971 den rechtlichen Rahmen. Die erste Abrechnung erfolgte im August 1972 im Probelauf für 60 Apotheken. Mit 15 Mitarbeitern wurden damals 170.500 Rezepte mit einem Durchschnittsbetrag von rund 15,70 DM gehandhabt. Das Gesamtvolumen lag bei 2.676.000 DM.

Die maschinelle Ausrüstung bestand zunächst aus zehn rein mechanischen, lautstarken Codiermaschinen zur Beschriftung der Rezepte. Das Einlesen der Abrechnungsdaten erfolgte bei der IBM. Die Abrechnung für die Apotheken und Krankenkassen wurde dann anhand der Datenbänder in einem Rechenzentrum in Münster erstellt. Der 1973 angeschaffte erste eigene Belegleser mußte im Labor des Apothekerhauses im Keller seine Arbeit leisten. Und schon bald reichten die Kapazitäten im Apothekerhaus und an weiteren Stellen in Düsseldorf nicht mehr aus. Der Einzug in das Gebäude in Haan 1974 war deshalb um so mehr eine Feier wert. Zunächst auf 1520 Quadratmetern und nunmehr 4000 Quadratmetern stößt das Rechenzentrum heute wieder an Kapazitätsgrenzen aufgrund der erfreulichen Kundenentwicklung. Das ARZ Haan zählt 3737 Apotheken zu seinen Kunden. 1996 konnten bis dato 102 Apotheken-Neuzugänge begrüßt werden.

AIDA für die Warenwirtschaft

Um stets auf dem neuesten Stand der Datenverarbeitung zu sein, hat das Rechenzentrum einen EDV-Stab aufgebaut, der den Apotheken auf dem Gebiet der Datenverarbeitung mit einem Service zur Verfügung steht. Er entwickelte das Warenbewirtschaftungssystem für Apotheken AIDA, das seit 1981 immer dem aktuellen Stand der Technik angepaßt wird. AIDA 2 ist heute im Angebot. Die Serviceleistungen weiteten sich bald auch auf die Krankenkassen aus und bildeten in diesem Jahr die Basis für eine problemlose Einführung des Imageprocessings. Sie war Voraussetzung zur Erfüllung der Arzneimittelabrechnungsvereinbarung gegenüber den Krankenkassen gemäß § 300 SGB V.

Mit 267 Mitarbeitern, 71 Millionen abgerechneten Rezepten pro Jahr, rund 2250 Rezepten pro Apotheke und einem Rezeptdurchschnittswert zwischen 50 und 60 DM zählt das ARZ Haan heute zu den großen Apothekenrechenzentren. Stündlich werden 60.000 Rezepte eingescannt. Den Jahresumsatz für 1996 schätzt Lorenzen auf über 35 Millionen DM. Das monatliche Treuhandvolumen liegt bei über 360 Millionen DM.

Beteiligung der Apotheker ein Angebot in 1996

Auch aufgrund der sich abzeichnenden Veränderungen in der Rezeptabrechnung sieht sich das Unternehmen künftig verstärkt als Dienstleister und kompetenter Berater der Apotheke in allen Fragen betriebswirtschaftlicher, organisatorischer und datenverarbeitungstechnischer Sicht. "Um diese Partnerschaft nicht nur in Geschäftsbeziehung über unser Leistungsangebot anzustreben und zu festigen, ist unserer Satzung entsprechend eine Beteiligung der Kunden vorgesehen. Im Vorgriff darauf haben wir unser Stammkapital in 1996 von 50.000 auf 2 Millionen DM erhöht", kündigte Lorenzen vor der Festversammlung in Neuss an. Besonders die langjährigen Apothekerkunden werden wissen, daß allein aufgrund des Services ihres Rechenzentrums ein Einstieg in das Apothekerunternehmen sich rentieren dürfte, auch wenn neue erhebliche investive Herausforderungen (Stichwort: elektronisches Rezept) anstehen.

PZ-Artikel von Erdmuthe Arnold, Neuss
   

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