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Reimporte legen nach Packungen und Umsatz weiter zu

02.06.2003  00:00 Uhr

Reimporte legen nach Packungen und Umsatz weiter zu

PZ  Auch in den ersten vier Monaten dieses Jahres ist der Anteil der reimportierten Arzneimittel, die zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnet wurden, sowohl nach Menge als auch nach Umsatz weiter gewachsen.

Nach Berechnungen von NDCHealth verordneten die Ärzte zu Lasten der GKV in den ersten vier Monaten dieses Jahres mehr als 10,1 Millionen reimportierte Packungen. In den ersten vier Monaten des letzten Jahres waren es noch knapp 8,8 Millionen Packungen gewesen. Gleichzeitig stieg der Anteil der Reimportpackungen am GKV-Markt auf gut 3,6 Prozent. Im Vergleichzeitraum letzten Jahres hatte er noch bei 3,1 Prozent gelegen.

Eine ähnliche Entwicklung stellte NDCHealth beim Umsatz fest. So lag der Wert der Verordnungen reimportierter Arzneimittel im GKV-Markt von Januar bis April diesen Jahres bei 397 Millionen Euro zu Herstellerabgabepreisen. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum lediglich knapp 326 Millionen Euro. Der Umsatzanteil dieser Arzneimittelgruppe am gesamten GKV-Markt stiegt damit von 7,2 Prozent auf 8,3 Prozent. Die Fachleute von NDCHealth ermittelten diese Werte auf der Basis von Daten der Apothekenrechenzentren zu den zu Lasten der GKV verordneten Arzneimitteln.

Eine Differenzierung der NVI-Daten (NationaleVerordnungsInformation) nach verschiedenen Arztgruppen - die ebenfalls mit Daten und Tools von NDCHealth möglich ist - zeigt, dass Reimporte eine sehr unterschiedliche Bedeutung haben. So erreichte der Umsatzanteil der Reimporte an den zu Lasten der GKV abgegebenen Arzneimitteln bei den Allgemeinärzten in den ersten vier Monaten diesen Jahres knapp 6,9 Prozent. Ebenfalls deutlich unter dem Durchschnitt lagen zum Beispiel die Kinderärzte. Hier betrug der Anteil bezogen auf alle von ihnen zu Lasten der GKV verordneten Präparate in den ersten vier Monaten diesen Jahres lediglich gut 1,7 Prozent. Ganz anders sieht es in einigen Facharztgruppen aus. Bei den Urologen erreicht die Quote zum Beispiel über 16 Prozent (16,2 Prozent). Bei den Nervenärzten liegt sie bei nahezu 15 Prozent (14,9 Prozent), und bei den Dermatologen sind es immerhin noch fast 12 Prozent (11,7 Prozent).

Diese Unterschiede sind nicht überraschend. Reimportierte Arzneimittel finden sich vor allem im Marktsegment der patentgeschützten und nicht durch Generika konkurrenzierten Produkte. Dabei handelt es sich wiederum weit überwiegend um Arzneimittel, die zur Behandlung schwerwiegender, zum Teil lebensbedrohlicher Erkrankungen eingesetzt werden. Dies geschieht häufiger in den Praxen von Spezialisten als in der eher hausärztlich ausgerichteten Tätigkeit von Allgemein- und Kinderärzten.

NDCHealth, ein börsennotierter führender US-amerikanischer und multinational arbeitender Informationsdienstleister im Gesundheitsmarkt mit weltweit rund 1600 Beschäftigten, ist mehrheitlich an der deutschen NDCHealth GmbH & Co. KG beteiligt. Top

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