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Medizinprodukteindustrie reagiert auf Marktveränderungen

26.04.1999
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-Wirtschaft & HandelGovi-Verlag

Medizinprodukteindustrie reagiert auf Marktveränderungen

dpa  Die Hersteller von Medizinprodukten für den Krankenhausbereich wollen mit neuen Produkt- und Dienstleistungskonzepten auf Veränderungen ihres Marktes reagieren, die auf Grund der neuen politischen Rahmenbedingungen nach der geplanten Gesundheitsreform entstehen.

Es entstehe ein hoher Kosten- und Wettbewerbsdruck gerade auch bei der Einführung neuer medizinischer Methoden, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Bundesfachverbandes der Medizinprodukteindustrie (BVMed), Reinhard Bauer, am 20. April 1999 in Mainz. Er stellte eine von seiner Organisation in Auftrag gegebene Studie vor, die Auskunft über wesentliche Entwicklungen der kommenden fünf Jahre in der Gesundheitsversorgung im Krankenhaus gibt.

Die Untersuchung kommt unter anderem zu dem Ergebnis, daß der Anteil der Krankenhäuser in privater Trägerschaft bis zum Jahr 2002 von derzeit 20 Prozent auf etwa 35 Prozent der Kliniken steigen wird. Der Trend zur Verlagerung von stationären Leistungen in den ambulanten Sektor dauere an. Damit verschiebe sich der Bedarf an Medizinprodukten in einer jährlichen Größenordnung bis zu 1,9 Milliarden DM.

Aus der Leistungsverlagerung folge für die Medizinprodukteindustrie unter anderem die Notwendigkeit eines größeren Schulungsaufwands, um die optimale Anwendung der Produkte in jedem Falle sicherzustellen. Die Studie empfiehlt der Branche auch die verstärkte Produktion von Komplettpaketen, die verschiedene Medizinprodukte für einen bestimmten Eingriff beinhalten. Mehr als ein Drittel der Krankenhäuser sei an einer Ausweitung des Einsatzes kostensparender Sets interessiert.

Die 160 Unternehmen, die der in Wiesbaden ansässige BVMed vertritt, beschäftigen mehr als 20.000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 6,5 Milliarden DM. Nach Darstellung des Verbandsgeschäftsführers Joachim Schmitt wird sich der medizinische Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte fortsetzen. Chirurgische Eingriffe könnten minimiert und vereinfacht, Diagnosen noch genauer erstellt werden. Schmitt: "Das künstliche Herz gibt es schon, die künstliche Leber ist nur noch eine Frage der Zeit."Top

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