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Cytonet will Zellverbände im Netzwerk züchten

10.04.2000  00:00 Uhr

-Wirtschaft & HandelGovi-Verlag

Cytonet will Zellverbände im Netzwerk züchten

von Daniel Rücker, Mannheim

In Kooperation mit verschiedenen Universitätskliniken will das Weinheimer Unternehmen Cytonet zelltherapeutische Verfahren bis zur Marktreife bringen. Aus der ersten vertraglich vereinbarten Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover soll bis zum Jahresende ein Leberzelltest für toxikologische Prüfungen hergehen.

"Cytonet macht keine Grundlagenforschung aber ab dem ersten Tag seiner Existenz profitable Umsätze", erklärte der Geschäftsführer des Unternehmens, Dr. Walter von Horstig, am 10. April in Mannheim. Das Unternehmen wolle in einem Netzwerk von Kooperationen Universitätskliniken helfen, ihre Forschungsergebnisse in Produkte umzusetzen. Am Ende der Entwicklung sollen in der Regel nach dem Arzneimittelgesetz zugelassene Produkte stehen.

Neben dem Leberzellkit für toxikologische Prüfungen sollen in Hannover ein Leberzellsystem als Ersatz bei akutem Leberversagen und humane Hautzelltransplantate entwickelt werden. Dr. Wolfgang Rüdinger, ebenfalls Geschäftsführer von Cytonet, erwartet bis zum Jahresende 2000 oder im Jahr 2001 den Start der klinischen Tests für beide Projekte.

Wie Horstig ankündigt will das am 22. März gegründete Unternehmen mit weiteren Universitäten zusammenarbeiten. Am weitesten fortgeschritten seien die Verhandlungen mit der Universität Heidelberg und der Virchow-Klinik in Berlin. An beiden Standorten will Cytonet zelltherapeutische Produkte zur Behandlung von Krebs, Autoimmunkrankheiten und orthopädischen Erkrankungen entwickeln. Für die Zukunft werden Kooperationen mit Universitäten geplant im In- und Ausland angestrebt.

An jedem Standort werde das Unternehmen zusammen mit der jeweiligen Klinik eine Firma gründen, an der Cytonet 51 Prozent halten soll. Das so entstehende Netzwerk aus kleinen Unternehmen wird von der Cytonet als Holding gelenkt. Das Kapital des Unternehmens beträgt zurzeit 9 Millionen DM, soll aber sukzessive mit weiteren Neugründungen aufgestockt werden. An dem Unternehmen ist Roche Diagnostics mit 24 Prozent beteiligt, den Rest hält eine auch auf Nachfrage nicht näher benannte Investorengruppe.

Als Zelltherapie bezeichnen Wissenschaftler die Behandlung menschlicher Zellen außerhalb des Körpers. Bei dem Verfahren werden Kranken Zellen entnommen, anschließend in einem Reinstraum behandelt, vermehrt und dann wieder implantiert. Ziel ist die kausale Therapie von heute nur symptomatisch behandelbaren Krankheiten.Top

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