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Schering setzt auf Verhütungsmittel

07.03.2005
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Schering setzt auf Verhütungsmittel

PZ/dpa  Der drittgrößte deutsche Pharmakonzern Schering setzt nach der Rückkehr zu Rekordzahlen weiter auf gesundes Wachstum. Die Zugewinne sollen in diesem Jahr vor allem aus dem Geschäft mit Verhütungspillen kommen, wo die Berliner seit kurzem Weltmarktführer sind, sowie der Bekämpfung von Multipler Sklerose (MS).

Auf der Bilanz-Pressekonferenz in Berlin bekräftigte Vorstandschef Hubertus Erlen die Strategie, sich auf bestimmte Wachstumsmärkte zu konzentrieren. Weitere Stellenstreichungen über den bereits eingeleiteten Abbau hinaus sind nicht geplant.

Für dieses Jahr peilt der Konzern ein kursbereinigtes Umsatzplus im „mittleren einstelligen Prozentbereich“ sowie weiter steigenden Gewinn an. Auf genauere Prognosen legte sich der Vorstand nicht fest.

Nach einer Enttäuschung 2003, als die Erträge erstmals seit sieben Jahren gesunken waren, wuchs der Gewinn im vergangenen Jahr wieder um 13 Prozent auf 500 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 2 Prozent auf 4,91 Milliarden Euro. Die Aktionäre dürfen sich auf eine Dividende von einem (Vorjahr: 0,93) Euro freuen.

Die starken Zuwächse waren unter anderem auf den Erfolg der Anti-Baby-Pillen Yasmin und Mirena zurückzuführen, die überdurchschnittlich auf insgesamt 628 Millionen Euro zulegten. Wichtigster Umsatzbringer war auch im vergangenen Jahr das MS-Präparat Betaferon mit 782 Millionen Euro, das ohne die Belastung aus Währungseffekten um 5 Prozent wuchs. 2005 erwartet Schering ein ähnlich hohes Wachstum, zumal die Konkurrenz nach einem Todesfall soeben ein MS-Präparat vom Markt nehmen musste. Große Hoffnungen setzt der Konzern auch in das Krebspräparat PTK/ZK, das 2007 auf den Markt kommen soll.

„Wir wollen Spezialist sein in wachsenden Märkten“, sagte Erlen. Der Vorstand hatte nach den Schwierigkeiten im vergangenen Jahr einen Konzernumbau in vier renditeträchtige Einheiten eingeleitet. Dazu gehört auch der Abbau von 2000 Stellen bis zum Ende dieses Jahres, wobei allein im Werk Bergkamen 680 Arbeitsplätze wegfallen sollen. Übrig bleiben sollen dort knapp 1400 Stellen. Weltweit hat Schering rund 26.500 Mitarbeiter.

Auch bei möglichen Zukäufen will sich Schering auf die festgelegten Wachstumsmärkte konzentrieren. „Wir haben nicht die Absicht, außerhalb dieser strategischen Felder zuzukaufen“, sagte Finanz-Vorstand Jörg Spiekerkötter.

Erstmals legte Schering die genauen Bezüge von Vorstand und Aufsichtsrat offen. Demnach verdiente Erlen im vergangenen Jahr mehr als 2,5 Millionen Euro. Die Gehälter der anderen fünf Vorstände, die das ganze Jahr über dabei waren, bewegten sich zwischen 1,9 und 2,3 Millionen. Der frühere Schering-Chef Giuseppe Vita, der heute dem Aufsichtsrat vorsitzt, kam auf 368.000 Euro. Insgesamt wurden an das Kontrollgremium annähernd 2,8 Millionen Euro gezahlt. Top

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