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Konzerngewinn von Schering stieg um 46 Prozent

17.02.1997
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-Wirtschaft & Handel

  Govi-Verlag

Konzerngewinn von Schering stieg um 46 Prozent

  Die Schering AG, Berlin, steigerte 1996 ihr Konzernergebnis nach Steuern nach vorläufigen Zahlen um 46 Prozent auf 362 (248) Millionen DM. Auf der Basis des um die außergewöhnlichen Einflüsse bereinigten Vorjahresergebnisses betrug die Gewinnsteigerung immerhin noch 25 Prozent. Trotz der unerwartet hohen Steigerung bleibt der Vorstand bei seinem alten Vorschlag, die Dividende für 1996 von 1,55 auf 2 DM je Aktie anzuheben.

Das Betriebsergebnis wuchs 1996 Finanzvorstand Professor Klaus Pohle zufolge nach vorläufigen Zahlen um rund 9 Prozent auf rund 600 Millionen DM. Es war durch weitere Aufwendungen für Umstrukturierungen in Höhe von 60 Millionen DM belastet. Aus den Akquisitionen Leiras und Jenapharm ergab sich unter Berücksichtigung der jeweiligen Goodwill-Abschreibungen noch kein Beitrag zum Ergebnis. Dagegen habe Hoechst Schering AgrEvo, Berlin, - nach einem Verlust 1995 - im Berichtsjahr mit dem auf Schering entfallenden Gewinnanteil von 25 Millionen DM ein gutes Ergebnis erzielt, wird im Bericht angeführt. Das übrige Finanzergebnis lag hingegen aufgrund des niedrigen Zinsniveaus unter Vorjahresniveau. Da das Gewinnwachstum überwiegend von den ausländischen Tochtergesellschaften mit im Vergleich zu Deutschland niedrigeren Steuersätzen erwirtschaftet wurde, ergab sich eine deutliche Entlastung bei den Ertragssteuern.

Alle Geschäftsfelder im Plus

Den Konzernumsatz hat Schering 1996 auf ein neues Rekordniveau von 5,272 (4,647) Milliarden DM angehoben. Zu dem 13prozentigen Plus haben alle Geschäftsfelder beigetragen. Bereinigt um die Effekte aus den Akquisitionen Medrad 1995 sowie der 1996 erworbenen Leiras und Jenapharm betrug die Steigerungsrate knapp 8 Prozent.

Das größte Wachstum mit 15 Prozent verzeichneten die Therapeutika. Sie erlösten 1,357 Milliarden DM. Mit einem Plus von 11 Prozent auf 1,568 Milliarden DM folgt die Sparte Fertilitätskontrolle/Hormontherapie. Bei Diagnostika war dagegen trotz eines nur einprozentigen Wachstums auf 1,609 Milliarden DM ein deutliches Mengenplus zu verzeichnen, so der Bericht weiter. Die Dermatologie erhöhte schließlich ihre Umsätze um 2 Prozent auf 396 Millionen DM. Bei "Sonstiges" inklusive der neuen Firmen Medrad (ab Oktober 1995 konsolidiert), Leiras (ab September 1996) und Jenapharm (ab Oktober 1996) verbuchte Schering eine Umsatzsteigerung von 75 auf 342 Millionen DM.

Betaferon nicht so stark gewachsen wie erhofft

Das Multiple-Sklerose-Mittel Betaferon (in den USA: Betaseron) hat 1996 einen Umsatz von 533 Millionen DM erwirtschaftet. Das sind 2 Millionen DM weniger als vorhergesagt. Immerhin wurde der Umsatz in Europa um 34 Prozent gesteigert. In den USA mußte dagegen wegen eines im Frühjahr 1996 auf den Markt gekommenen Konkurrenzprodukts ein Minus von 4 Prozent auf knapp 350 Millionen DM hingenommen werden. Dort waren die Patientenzahlen zunächst um etwa 6000 zurückgegangen, stabilisierten sich allerdings danach wieder bei 24 000.

Die in den Konzernabschluß zum Teil einbezogenen Unternehmensgruppen Leiras in Finnland und Jenapharm in Deutschland erlösten im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 269 beziehungsweise 233 Millionen. Die Integration der beiden Firmengruppen verläuft "plangemäß". Derzeit laufende Projekte sollen sicherstellen, daß die Synergien im Schering-Verbund und die Marktpotentiale optimal ausgeschöpft werden.

Motor für den Umsatzanstieg war laut Vorstand die "ausgezeichnete Entwicklung" bei den amerikanischen und europäischen Tochtergesellschaften. Wechselkursentwicklungen waren dabei insgesamt ohne Bedeutung, da die positiven Entwicklungen beim US-Dollar und bei den europäischen Währungen durch die Abwertung des japanischen Yen kompensiert wurden. Da sich die Einflüsse aus geänderten Absatzpreisen ebenfalls neutralisierten, war die Umsatzerhöhung ausschließlich mengenbedingt.

Artikel von der PZ-Redaktion
   

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