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Novartis Nummer 1 im deutschen Arzneimittelmarkt

10.02.1997  00:00 Uhr

-Wirtschaft & Handel

  Govi-Verlag

Novartis Nummer 1 im deutschen Arzneimittelmarkt

  Ende Januar stellte sich die Novartis Deutschland GmbH, Nürnberg, in Frankfurt am Main der Öffentlichkeit vor. Sie ist nach der Fusion von Ciba und Sandoz nunmehr mit einem 5,8 prozentigen Anteil der neue Marktführer im deutschen Arzneimittelmarkt - gefolgt von Hoechst Marion Roussel und Bayer. Präsident der Tochter des Schweizer Konzerns Novartis AG ist Dr. Dieter H. Wißler, Vorsitzender der Geschäftsführung des Pharmabereichs ist Silvio C. Gabriel.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Novartis Deutschland nach Wißlers Aussagen einen Proformaumsatz von etwa 2,8 Milliarden DM. Erstmals Ende 1997 könne aber erst der Gewinn - so auch nach den Sparten Gesundheit, Landwirtschaft und Ernährung - ausgewiesen werden.

Neue Unternehmensstruktur

Novartis Deutschland fungiert künftig quasi als Holding der acht rechtlich selbständigen Unternehmenseinheiten. Sie soll laut Wißler „den Flottenverband der operativen Einheiten strategisch auf Kurs halten". Hinzu kämen zentrale Steuerungsaufgaben etwa aus dem übergeordneten Finanzwesen. Diese Ausführungen ergänzend schreibt Silvio C. Gabriel in einem Brief an die PZ, das fusionierte Unternehmen wolle gemeinsam mit seinen Partnern im Gesundheitswesen innovative Ideen und Technologien entwickeln, um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung weiter zu verbessern. Daher sei der Name Novartis, gewählt worden, der für „novae artes" stehe und die Geschäftsphilosophie zusammenfasse.

Der umsatzstärkste Bereich Gesundheit - er trägt zu 73 Prozent zum Gesamtumsatz bei - besteht aus den Unternehmen Novartis Pharma, Novartis Consumer Health, Ciba Vision und der 1996 von Sandoz erworbenen Azupharma. Auf deren Generikapalette entfielen übrigens 11 Prozent des Gesundheitsumsatzes. Die Sparte Pharma, in der nur Originalpräparate zusammengefaßt sind, steuerte 64 Prozent, der Bereich Selbstmedikation 13 Prozent und Ciba Vision 12 Prozent bei.

Wachstum durch Innovationen

„Wachstum durch Innovation" hat sich Novartis als Globalziel auf die Fahnen geschrieben, wie Wißler weiter ausführte. Das Forschungsbudget soll sich jährlich auf 3,5 Milliarden Schweizer Franken belaufen. Als zukunftsweisende Schlüsseltechnologie nannte Wißler die Gentechnik. Rund 70 pharmazeutische Präparate soll Novartis derzeit in der Pipeline haben, von denen sich 32 in Phase III der klinischen Prüfung befinden. Schwerpunkte der Entwicklungsarbeit sind die Bereiche Herz/Kreislauf, Zentrales Nervensystem, Onkologie, Neurologie, Atemwegserkrankungen und Immunologie.

Ein weniger erfreuliches Kapitel schnitt das Management bezüglich des Personalabbaus in Deutschland an. Von der Fusion ist die Gesundheitssparte am stärksten betroffen, da die Gründerunternehmen in diesem Geschäftsfeld über komplette Geschäftseinheiten verfügten. Bis 1999 sollen 750 Arbeitsplätze abgebaut werden - allein 400 Stellen im Pharmabereich.

Wachstum des Konzerns

Um 8 Prozent (in Landeswährung 6 Prozent) auf 36,2 Milliarden Franken hat die Novartis AG weltweit den Umsatz ausgeweitet. Der Nettogewinn dürfte gegenüber 1995 etwa unverändert bei 4,2 Milliarden Franken liegen - einmalige Einnahmen und Ausgaben im Zusammenhang mit der Fusion nicht berücksichtigt. Im Gesundheitssektor wurde mit 16,3 Milliarden Franken ein Umsatzplus von 7 Prozent erwirtschaftet.

PZ-Artikel von der Redaktion
   

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