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Den Aktionär im Blick

07.02.2000
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-Wirtschaft & HandelGovi-VerlagANZAG

Den Aktionär im Blick

von Thomas Bellartz, Frankfurt am Main

Zufrieden, aber nicht euphorisch - so lässt sich die Stimmung von Dr. Hermann Franke, Vorstandssprecher des Pharmagroßhändlers Andreae-Noris Zahn AG (ANZAG) am vergangenen Donnerstag beschreiben. Das Geschäftsjahr bescherte ein kräftiges Umsatzwachstum und einen Ausbau des Jahresüberschusses.

Mit einem Umsatz von rund 4,8 Milliarden DM schaffte der Konzern ein Plus von 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Jahresüberschuss im Zeitraum September 1998 bis August 1999 entwickelte sich mit einem Zuwachs von 4,7 Prozent auf 44,8 Millionen DM positiv. Der in Kürze tagenden Hauptversammlung werden Vorstand und Aufsichtsrat eine im Branchenvergleich durchaus stattliche Bardividende von 2,10 DM je 5-DM-Aktie empfehlen.

Das vergangene Geschäftsjahr wurde trotz der durch die Grippewelle ausgelösten Umsatzzuwächse zu einem Wechselbad der Gefühle. Franke betonte, dass die Eingriffe der Gesundheitspolitik, aber auch das Aktionsprogramm der KBV Folgen gehabt habe.

Zu einem immer stärker diskutierten Thema wird die Entwicklung der Margen. Ebenso wie alle anderen Großhändler muss auch die Anzag die Kürzungen einiger Hersteller schlucken und sie teilweise an die Kunden weitergeben. Das hat Folgen für den Rohertrag. Die Quote lag zum Stichtag 31. August 1999 bei 7,51 Prozent nach 7,95 Prozent in 1998 und 8,37 Prozent in 1997. Eine Änderung der Situation sei jedoch nicht in Sicht. Schließlich betreibe zum Beispiel Ratiopharm eine ausgesprochene Dachmarkenwerbung. Da könne man nicht gegenhalten. Und "juristisch legal" seien Ratiopharm-Produkte mitunter nur im Nachtdienst austauschbar, so Franke.

Um die Margenverluste aufzufangen, wurde das Kostenmanagement weiter ausgebaut. So sank die Mitarbeiterzahl leicht; gleichzeitig wurde der Umsatz pro Mitarbeiter von 1,99 auf 2,18 Millionen DM ausgebaut. Ein Nachtlieferverbund mit Sanacorp und Noweda schafft weitere finanzielle Kapazitäten.

Während die Anzag-Tochter GESDAT ihre Aktivitäten im Bereich Daten- und Informationsmanagement weiter ausbauen wird, soll auch in der Herstellerlogistik durch die CPL ein neues Marktsegment erschlossen werden. Die Anzag erhofft sich nach Aussage Frankes eine Sicherung der Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit.

An Zukäufe oder ähnliche Engagements sei derzeit nicht gedacht: "Wir sehen uns nicht im Return-and-ego-business, sondern im Return-and-equity-business" ließ Franke keine Zweifel daran, dass das Wohl der Aktionäre und die Ertragslage der Gesellschaft im Vordergrund stehe.

Das erfreuliche Wachstum des vergangenen Geschäftsjahres werde sich nach den Prognosen der Anzag nicht in gleicher Höhe fortsetzen. Durch ein weiterhin stringentes Kostenmanagement wolle man allerdings mögliche Unebenheiten ausgleichen.Top

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