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Neue Mini-Jobs ab April

20.01.2003  00:00 Uhr
Steuertipp

Neue Mini-Jobs ab April

von Klaus-Martin Prang, Hannover

Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat sich am 17. Dezember 2002 auf eine endgültige Fassung des Ersten und Zweiten Gesetzes für moderne Dienstleistung am Arbeitsmarkt geeinigt. Damit werden die Regelungen zu den so genannten Mini-Jobs am 1. April 2003 in Kraft treten.

Durch die neuen Mini-Jobs werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse erweitert. Zukünftig ist zwischen Mini-Jobs mit einer Vergütung bis 400 Euro monatlich und einer Vergütung von 400,01 bis 800 Euro monatlich zu unterscheiden. Sonderregelungen gelten darüber hinaus für Beschäftigte in Privathaushalten.

Vergütung bis 400 Euro

Die bisherige Grenze für geringfügig Beschäftigte wird von 325 auf 400 Euro monatlich angehoben. Der Arbeitgeber entrichtet für geringfügig Beschäftigte Pauschalabgaben in Höhe von insgesamt 25 Prozent. Davon erhalten die Rentenversicherung 12 Prozent, die Krankenversicherung 11 Prozent und das Finanzamt 2 Prozent. Alle Abgaben werden an eine zentrale Einzugsstelle abgeführt und von dieser verteilt. Dies führt zu Entbürokratisierung und weniger Verwaltungsaufwand für den Arbeitgeber.

Wird eine Vergütung bis 400 Euro für einen Minijob in einem Privathaushalt gezahlt, reduzieren sich die Pauschalabgaben des Arbeitgebers auf zukünftig 12 Prozent. Hiervon erhalten die Renten- und Krankenversicherung jeweils 5 Prozent sowie das Finanzamt 2 Prozent. Auch hier fließen alle Beträge an eine Einzugsstelle.

Aufbauend auf dem geltenden Recht sollen geringfügige Beschäftigungen sowohl im gewerblichen als auch im Privathaushalt zusammengerechnet werden. Wird neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung eine geringfügige Beschäftigung bis 400 Euro ausgeübt, bleibt diese für den Beschäftigten abgabenfrei. Dies gilt allerdings nicht, wenn beide Beschäftigungen bei dem selben Arbeitgeber ausgeübt werden.

In der Gleitzone

Oberhalb von Arbeitsentgelten von monatlich 400 Euro besteht Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung. Hier setzt der volle Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung für das gesamte Arbeitsentgelt ein (seit Januar 2003 rund 21 Prozent). Für Arbeitsentgelte zwischen 400 und 800 Euro (so genannte Gleitzone) steigt der vom Arbeitnehmer für das gesamte Arbeitsentgelt zu zahlende Anteil von 4 Prozent bis zum vollen Arbeitnehmeranteil von rund 21 Prozent linear an. Mit dieser Gleitzone soll verhindert werden, dass in diesem Bereich kaum Beschäftigung entsteht, weil der Nettoverdienst geringer ist als bei geringfügiger Beschäftigung.

Wird eine Nebenbeschäftigung mit 400,01 bis 800 Euro neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung von mehr als 800 Euro ausgeübt, so gelten die Regelungen für die Gleitzone für die Nebenbeschäftigung nicht. Hier werden Beiträge auf das zusammengerechnete Entgelt erhoben. Für die Steuerpflicht gilt: Ab einer Vergütung von 400,01 Euro erfolgt eine Besteuerung des Arbeitnehmers über die Lohnsteuerkarte wie bei einem normalen Arbeitsverhältnis.

Haushaltsdienstleistungen

Auch Aufwand für Haushaltsdienstleistungen soll beim Arbeitgeber steuerlich wie folgt entlastend wirken:

  • bei Mini-Jobs mit 10 Prozent der Aufwendungen, maximal 510 Euro,
  • bei Inanspruchnahme von der Sozialversicherung unterliegendem Personal mit 12 Prozent der Aufwendungen, maximal 2400 Euro,
  • bei Inanspruchnahme von Dienstleistungsagenturen mit 20 Prozent der Aufwendungen, maximal 600 Euro.

Die Regelungen zu den Mini-Jobs werden wegen des Umstellungs- und Programmierbedarfs für die Arbeitgeber, die Sozialversicherung und die Steuerbehörden zum 1. April 2003 in Kraft treten.

 

Anschrift des Verfassers:
Dipl. Kfm. Dr. Klaus-Martin Prang, Steuerberater
Treuhand-Hannover GmbH, StBG
Hildesheimer Straße 271
k.m.prang@treuhand-hannover.de
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