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Synergieeffekte ausschöpfen

17.01.2000  00:00 Uhr

-Wirtschaft & HandelGovi-VerlagAVENTIS PHARMA

Synergieeffekte ausschöpfen

von Thomas Bellartz, Bad Soden

Nicht ganz wie Phönix aus der Asche, aber doch rasant und mächtig gestaltet sich das Wachstum des neuen Pharmariesen Aventis. Bei der Vorstellung der Aventis Pharma Deutschland GmbH in Bad Soden bei Frankfurt am Main war von Schwierigkeiten bei der vorangegangenen deutsch-französischen Fusion zwischen Hoechst und Rhone-Poulenc wenig zu hören.

Vor der Wirtschafts- und Fachpresse bemühte sich das Management, den Blick der Zuhörer nach vorne zu lenken. Aventis wird in diesem Jahr rund 300 Millionen DM in den Bau der weltweit größten Anlage zur gentechnischen Herstellung von Insulin investieren. Diese Anlage wird derzeit gemeinsam mit Pfizer in Frankfurt errichtet, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung Dr. Heinz-Werner Meier. Bis zum Jahresende würden dort etwa 200 neue Arbeitsplätze entstehen.

In anderen Unternehmensbereichen will Aventis Pharma im Jahr 2000 weitere 200 Millionen DM investieren. Meier kündigte zudem die Schaffung von 226 neuen Ausbildungsplätzen an.

Aventis Pharma plant für das Jahr 2000 die Markteinführung von vier neuen Produkten. Das Unternehmen will das erste echte 24-Stunden-Insulin unter dem Namen Optiset auf den Markt bringen. Dr. Günther Wees, Leiter Forschung und Entwicklung Deutschland, betonte, dass Aventis nur über einen Ausbau des Wissenstransfers und die Pflege der Wertschöpfungskette den Erfolg managen könne. Netzwerke und Kooperationen sind nach seiner Ansicht die Basis für flexible Strukturen, die Aventis konkurrenzfähig machen sollen. Gedanken über möglicherweise schlechte Voraussetzungen des Forschungsstandortes Deutschland zerstreute Wees ebenso wie der Leiter der Medizinischen Abteilung, Dr. Dieter Götte. Das Unternehmen verfüge nach Fusion und Umstrukturierung über erheblich bessere Entwicklungspotenziale als zuvor HMR. Dies wolle Aventis ausbauen.

Aventis Pharma erwirtschaftet mit 7000 Beschäftigten einen Umsatz von rund 4 Milliarden DM. Während eine Hälfte der Erlöse durch den Absatz rezeptpflichtiger Arzneimittel in Deutschland erzielt wird, wird die andere Hälfte innerhalb des Konzerns sowie im Ausland realisiert. Prognosen für die Umsatz- und Ertragsentwicklung wollte Meier nicht vor Bekanntgabe der Konzernzahlen abgeben. Allerdings vermeldete er – ohne Details zu nennen – eine sehr gute Dynamik der deutschen Pharmasparte.

Auch die Mitarbeiterentwicklung der kommenden Jahre lasse sich nicht vorhersagen. Im Rahmen der Fusion habe es keine Kündigungen gegeben. Eine Kostenreduzierung werde insbesondere durch die Nutzung fusionsbedingter Synergieeffekte, beispielsweise beim Einkauf, erreicht. Diese Synergien werde man gezielt nutzen.

Bei der Zulassung von Arzneimitteln erwarte man keinen Wettbewerb zwischen den französischen und deutschen Zulassungsbehörden, betonte Götte. Schließlich habe Aventis, auch wenn man den Zulassungsweg vorschlagen könne, auf die diesbezügliche Entscheidung der EU-Behörden keinen Einfluss. Top

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