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Wie zufrieden sind Apotheker mit Arbeitsplatz und Beruf?

24.05.1999
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-TitelGovi-Verlag

INFRATEST UMFRAGE

Wie zufrieden sind Apotheker mit Arbeitsplatz und Beruf?

von Christiane Eckert-Lill, Frank Diener, Eschborn, Ursula Rosche, München

Zufrieden mit Arbeitsplatz und Beruf? Zu dieser Frage wollte die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände im vergangenen Jahr genaueres wissen und beauftragte das Institut I + G Gesundheitsforschung, München, eine schriftliche Umfrage bei den Apothekerinnen und Apothekern durchzuführen. Ziel war es, die Grundlage für eine valide und differenzierte Standortbestimmung des Berufsstandes zu schaffen. Anstelle subjektiver Vermutungen sollten somit empirisch gestützte, strukturierte Informationen gewonnen werden, die nicht zuletzt für die zukünftige Positionierung des Apothekers im Gesundheitswesen von Bedeutung sind.

Im April/Mai des vergangenen Jahres wurden über die Landesapothekerkammern insgesamt 63.738 Fragebogen an ApothekerInnen verschickt – 51.183 an berufstätige sowie 12.555 an derzeit unbeschäftigte (Familienpause, arbeitslos oder ähnliche) und Rentner. Insgesamt haben 13.202 ApothekerInnen, davon 12.445 Berufstätige, die Fragen beantwortet. Bezogen auf die Gesamtzahl der angeschriebenen ApothekerInnen entspricht dies einer Rücklaufquote von 21 Prozent, entsprechend 24 Prozent bei den Berufstätigen. An dieser Stelle sei all denjenigen – insbesondere den teilnehmenden ApothekerInnen und den Landesapothekerkammern – gedankt, die durch ihre Mitarbeit zum Gelingen dieser Umfrage beigetragen haben.

Mit etwa 84 Prozent haben sich Offizin-, mit etwa 4 Prozent KrankenhausapothekerInnen und mit etwa 12 Prozent ApothekerInnen aus sonstigen Tätigkeitsbereichen an der Umfrage beteiligt. Bezogen auf den Stichtag 31. Dezember 1997, der für die Vergleichswerte herangezogen wurde, ist die Umfrage somit repräsentativ hinsichtlich der Tätigkeitsbereiche. Gleiches gilt jedoch auch für Alter, Geschlecht, beruflicher Status (angestellt, selbständig) und regionale Verteilung (Kammerbezirke).

Zusätzliche Qualifikationen bei ApothekerInnen gefragt

"Einmal ApothekerIn – immer ApothekerIn" – dieser Spruch hat, sofern man sich nichts zu Schulden kommen läßt, sicherlich seine Berechtigung. Gleichwohl kommen auch ApothekerInnen heute nicht mehr umhin, während des Berufslebens zusätzliche Qualifikationen zu erwerben, um wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben. So haben 46 Prozent aller befragten ApothekerInnen eine Weiterbildung zum Fachapotheker abgeschlossen. Am höchsten ist der Anteil bei den KrankenhausapothekerInnen (69 Prozent) und ApothekenleiterInnen (64 Prozent), am niedrigsten bei den angestellten ApothekerInnen in öffentlichen Apotheken (28 Prozent) und den an der Hochschule beschäftigten (25 Prozent).

Der Abschluß einer Weiterbildung war für zwei Drittel der angestellten ApothekerInnen keine Bedingung für den Erhalt ihrer derzeitigen Stelle. Bei 17 Prozent der angestellten ApothekerInnen war er immerhin erwünscht, bei 4 Prozent eine der Voraussetzungen, um die Position zu erhalten. Eine Ausnahme stellen allerdings die KrankenhausapothekerInnen dar, bei denen die Weiterbildung bei der Besetzung offener Positionen einen vergleichsweise sehr viel höheren Stellenwert hat.

Tabelle 1: Zusatzqualifikationen der ApothekerInnen

Zusatzqualifikation ApothekerInnen  (Prozent) Weiterbildung 46 Promotion 13 gemäß Hilfsmittelliefervertrag 15 Herstellungsleiter 3 Kontrolleiter 3 Stufenplanbeauftragter 1 Informationsbeauftragter 1

Eine Promotion haben 13 Prozent aller befragten ApothekerInnen abgeschlossen. Bei 40 Prozent der Befragten war sie eine der Voraussetzungen für den Erhalt der derzeitigen Stelle, häufiger als die Weiterbildung. Dies gilt insbesondere für Hochschul- (77 Prozent) und IndustrieapothekerInnen (57 Prozent). Bei 38 Prozent der IndustrieapothekerInnen war die Promotion zwar nicht Bedingung, jedoch erwünscht.

Eine Qualifikation gemäß Hilfsmittelliefervertrag haben insgesamt 15 Prozent der ApothekerInnen, wobei in Abhängigkeit des Tätigkeitsbereiches naturgemäß erhebliche Abweichungen von diesem Durchschnittswert festzustellen sind. Im Bereich der öffentlichen Apotheken haben 69 Prozent der ApothekenleiterInnen und 29 Prozent der angestellten ApothekerInnen entsprechende Qualifikationsnachweise. Etwa 50 bis 60 Prozent der IndustrieapothekerInnen haben Qualifikationen als Herstellungs- beziehungsweise Kontrolleiter oder Stufenplan- beziehungsweise Informationsbeauftragter. Bezogen auf die Gesamtzahl aller berufstätigen ApothekerInnen ist der Anteil mit jeweils 3 beziehungsweise 1 Prozent insgesamt jedoch relativ gering.

Hoch im Kurs steht bei allen ApothekerInnen die Fortbildung durch Fachzeitschriften und Fachbücher. Naturgemäß ist das Interesse an speziellen Fortbildungsmöglichkeiten entsprechend des jeweiligen Tätigkeitsbereiches sehr unterschiedlich. Offizin-ApothekerInnen legen viel Wert auf ortsnahe Fortbildungsmöglichkeiten, insbesondere durch die Landesapothekerkammern. Relativ großes Interesse besteht an gemeinsamen Fortbildungsveranstaltungen für Apotheker und Ärzte. Dies gilt auch für KrankenhausapothekerInnen. ApothekenleiterInnen bringen dem Wirtschaftsforum des Deutschen Apothekerverbandes e.V. ein überdurchschnittlich hohes Interesse entgegen.

Im Durchschnitt wenden die befragten ApothekerInnen etwa 21 Stunden pro Jahr für externe Fortbildungsmaßnahmen (ohne Reisezeiten) auf. Gut die Hälfte der angestellten ApothekerInnen werden durch ihren Arbeitgeber zumindest dadurch unterstützt, daß sie für die Teilnahme an externen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen von der Arbeit freigestellt werden (Tabelle 2). Zwischen den einzelnen Tätigkeitsbereichen gibt es jedoch erhebliche Unterschiede. So werden 87 Prozent der IndustrieapothekerInnen von der Arbeit freigestellt und 82 Prozent erhalten von ihrem Arbeitgeber finanzielle Unterstützung. KrankenhausapothekerInnen erhalten überdurchschnittlich viel Bildungsurlaub und Freistellung von der Arbeit. Letzteres gilt auch für die an der Hochschule beschäftigten, die jedoch seltener als alle anderen ApothekerInnen von ihrem Arbeitgeber finanziell unterstützt werden.

Tabelle 2: Unterstützung angestellter ApothekerInnen durch den Arbeitgeber bei der Teilnahme an Qualifikationsmaßnahmen

Unterstützung durch den Arbeitgeberangestellte Apotheker (Prozent) Freistellung von der Arbeit

53 betriebsinterne Fortbildungsmaßnahmen 45 finanzielle Unterstützung 41 Fortbildungsmaterialien 40 Gewährung von Bildungsurlaub 26

Der Nachweis einer regelmäßigen Fortbildung als Voraussetzung für die Berufsausübung ist immer wieder Gegenstand intensiver und auch kontroverser Diskussionen im Berufsstand. Gleiches gilt auch für die Weiterbildung als Voraussetzung für die Übernahme bestimmter Funktionen, etwa als Apotheken-, Herstellungs- oder Kontrolleiter. Von denjenigen ApothekerInnen, die an der Umfrage teilgenommen haben, würden zwei Drittel eine Pflichtfortbildung, und immerhin noch die Hälfte eine Pflichtweiterbildung befürworten, um die Existenz des Apothekerberufes zu sichern.

Berufsbild – Ideal und Wirklichkeit

Zwei zentrale Fragen der Untersuchung waren, wie wichtig die verschiedenen pharmazeutischen Tätigkeiten für das Berufsbild sind und welchen Stellenwert diese in der Praxis haben. Als außerordentlich wichtig sehen die ApothekerInnen folgende Tätigkeiten an:

  • Beratung der Patienten über Arzneimittel in der Selbstmedikation,
  • Abgabe von Arzneimitteln,
  • Beratung der Patienten über ärztlich verordnete Arzneimittel,
  • Verbesserung der Compliance der Patienten.

Ebenfalls als relativ wichtig beurteilt werden die Pharmazeutische Betreuung des Patienten in Kooperation mit dem Arzt, die Beratung über Gesundheitsfragen, die Qualitätssicherung einschließlich der Prüfung von Fertigarzneimitteln, die Anfertigung von Arzneimitteln in Rezeptur und Defektur, die Beschaffung von und Bevorratung mit Arzneimitteln sowie die Erstellung medizinisch-wissenschaftlicher Informationen über Arzneimittel. Nach einer Reihe von Tätigkeiten, die einen mittleren Platz in der Rangliste nach Bedeutung belegen, werden von den ApothekerInnen die Untersuchung von Blut und Körperflüssigkeiten (Screenings), das Herstellermarketing und der Vertrieb von Arzneimitteln sowie umweltanalytische Untersuchungen als vergleichsweise am wenigsten wichtig beurteilt. Insgesamt läßt sich festhalten, daß Tätigkeiten, die unmittelbar arzneimittel- und patientenbezogen sind, als die wichtigsten für das Berufsbild des Apothekers angesehen werden. Oder umgekehrt: Je weiter sich die Tätigkeit vom Arzneimittel und vom Patienten entfernt, desto geringer wird ihr Stellenwert für das Berufsbild erachtet.

Wie immer im Leben – Idealzustand und Wirklichkeit stimmen auch beim Berufsbild des Apothekers in einigen Punkten nicht ganz überein. Dies betrifft besonders diejenigen Tätigkeiten, die eine Kooperation mit den Ärzten voraussetzen. Die größten Abweichungen zwischen Idealbild und Realsituation finden sich bei der Pharmazeutischen Betreuung des Patienten in Kooperation mit dem Arzt, bei der Information und Beratung der Ärzte über Arzneimittel, bei der Übernahme der Verantwortung für eine optimierte Arzneimitteltherapie sowie bei der Beratung der Ärzte in Fragen der Wirtschaftlichkeit des Arzneimitteleinsatzes. Hier ist somit noch Handlungsbedarf für die Berufsorganisationen, aber insbesondere auch die ApothekerInnen selbst gegeben, um diese sicherlich wichtigen Aspekte der apothekerlichen Berufstätigkeit weiter zu verbessern.

Pharmazeutische Tätigkeiten gehen vor

Bei den angestellten ApothekerInnen in öffentlichen Apotheken sind etwa 70 Prozent der anfallenden Aufgaben pharmazeutische Tätigkeiten, bei den ApothekenleiterInnen immerhin noch 55 Prozent. Etwa 59 Prozent der Aufgaben von KrankenhausapothekerInnen sind ebenfalls den pharmazeutischen Tätigkeiten zuzurechnen. Je weniger allerdings der Tätigkeitsbereich mit der unmittelbaren Arzneimittelversorgung der Patienten zu tun hat, desto geringer wird ihr Anteil. Bei den nichtpharmazeutischen Tätigkeiten kommt der Koordination von Betriebsabläufen der höchste Stellenwert zu, dies gilt insbesondere für IndustrieapothekerInnen, für die auch strategische Planungsarbeiten sehr wichtig sind.

Apotheker – Beruf mit oder ohne Zukunft?

Der Apothekerberuf zählt unbestritten zu den Berufen mit sehr niedrigen Arbeitslosenzahlen. Gleichwohl kann dies nicht unbedingt als ein Indiz dafür angesehen werden, daß er – mit all seinen Facetten – ein Beruf mit langfristigen Zukunftschancen sein muß. Wie beurteilen die ApothekerInnen selbst die Zukunft ihres Berufes? Die relativ größten Zukunftschancen sehen die ApothekerInnen für den Bereich der Krankenhausapotheke. Aber gerade die KrankenhausapothekerInnen selbst beurteilen diese vergleichsweise schlechter als der Durchschnitt aller Kolleginnen und Kollegen. Ebenfalls noch relativ gute Zukunftsaussichten werden den ApothekerInnen in der öffentlichen Apotheke, in der Industrie sowie an PTA- und Berufsschulen attestiert. Insbesondere die Hochschullehrer sehen die öffentliche Apotheke als den Arbeitsplatz für ApothekerInnen mit der größten Zukunft an. Insgesamt läßt sich bei der Bewertung der Zukunftschancen – analog der Beurteilung des Berufsbildes – folgender Trend feststellen: Je weniger der Tätigkeitsbereich mit der unmittelbaren Arzneimittelversorgung der Patienten zu tun hat, desto schlechter werden die Zukunftsaussichten beurteilt.

Zukunftspläne der Apotheker

Die insgesamt nur als gut bis eher befriedigend beurteilten Zukunftsaussichten führen bei der überwiegenden Mehrheit der ApothekerInnen – zumindest für die nahe Zukunft – zu keinen größeren Konsequenzen hinsichtlich einer Neu-/Umorientierung bei den beruflichen Planungen. Sieht man von den ApothekerInnen ab, die in absehbarer Zeit aus dem Berufsleben ausscheiden wollen/werden (7 Prozent), planen nur etwa 20 Prozent innerhalb der nächsten drei Jahre eine berufliche Veränderung. Einen Wechsel innerhalb ihres derzeitigen Tätigkeitsbereiches planen etwa 10 Prozent der ApothekerInnen. Überdurchschnittlich häufig gilt dies für Industrie- und Hochschul- sowie ApothekerInnen im Alter von 21 bis 30 Jahren. Etwa 7 Prozent der ApothekerInnen planen die Eröffnung oder Übernahme einer öffentlichen Apotheke. Auch in dieser Gruppe finden sich überdurchschnittlich häufig ApothekerInnen im Alter von 21 bis 30 Jahren. Nur etwa 3 Prozent der ApothekerInnen, insbesondere aus dem Krankenhaus- und Hochschulbereich, beabsichtigen, in der Zukunft den Tätigkeitsbereich zu wechseln.

Arbeitsplatz – Ideal und Wirklichkeit

Die Berufszufriedenheit insgesamt hängt sicher in nicht unbeträchtlichem Maße von der spezifischen Arbeitsplatzsituation ab. Eine Frage der Untersuchung beschäftigte sich daher damit, wie wichtig den ApothekerInnen verschiedene Einzelaspekte bei der Bewertung ihres Arbeitsplatzes sind und inwieweit sie ihre Idealvorstellungen in der Realität erfüllt sehen. Die durchschnittliche Bewertung aller erfragten Parameter liegt zwischen äußerst wichtig und sehr wichtig. Auch gibt es zwischen den verschiedenen Tätigkeitsbereichen keine signifikanten Unterschiede. Einzige Ausnahme ist dabei, daß Industrie- und HochschulapothekerInnen die Möglichkeit zum beruflichen Aufstieg überdurchschnittlich wichtig ist.

Einen besonders hohen Stellenwert haben für die ApothekerInnen ein gutes Betriebsklima, eine gute Ausbildung als Grundlage für die Berufsausübung, das volle Einbringen der beruflichen Qualifikation, die Förderung selbständigen Arbeitens sowie die Möglichkeit zu eigenverantwortlichen Entscheidungen, etwa bei der Arzneimittelberatung. Als vergleichsweise unwichtig werden die adäquate Ausstattung des Arbeitsplatzes, Möglichkeiten zur beruflichen Weiterqualifikation, die Einbeziehung bei betrieblichen Entscheidungen, eine klare und gerechte Verteilung der Aufgaben und – mit Ausnahme der Industrie- und HochschulapothekerInnen – die Möglichkeit des beruflichen Aufstiegs bewertet.

Insgesamt sind die Abweichungen zwischen Ideal- und Realbild bei der Arbeitsplatzsituation größer als bei der Bewertung des Berufsbildes. Dies gilt insbesondere für die Punkte gute Ausbildung, Information, Motivation und Anerkennung durch den Vorgesetzen, leistungsgerechte Bezahlung, Einbeziehung bei betrieblichen Entscheidungen und Möglichkeiten zum beruflichen Aufstieg.

Rundum zufrieden mit der Arbeitszeit?

Über 35 Prozent der ApothekerInnen sind mit ihrer Arbeitszeit rundum zufrieden. Dies gilt insbesondere für Krankenhaus- und IndustrieapothekerInnen. Die Frage einer flexiblen Arbeitszeit scheint dabei für die Kolleginnen und Kollegen in der Krankenhausapotheke nicht unbedingt entscheidend zu sein, da sie – im Gegensatz zu den IndustrieapothekerInnen – überdurchschnittlich häufig keine flexible Arbeitszeitregelung haben. Von den angestellten ApothekerInnen in öffentlichen Apotheken sind etwa 44 Prozent mit ihrer Arbeitszeitregelung zufrieden. Am wenigsten zufrieden sind ApothekenleiterInnen, von denen nur 21 Prozent voll und ganz zufrieden mit ihrer Arbeitszeit sind.

Etwa die Hälfte der angestellten ApothekerInnen, die mit ihrer Arbeitszeitregelung weniger oder nicht zufrieden sind, wünschen sich eine flexible Arbeitszeitregelung innerhalb einer Woche. Hohe Zustimmung findet auch eine flexible Verteilung der Arbeitszeit innerhalb eines Monats. Ein Ausgleich von Mehrarbeit durch Freizeit anstelle durch Bezahlung wäre für 33 Prozent der ApothekerInnen eine (äußerst) große Verbesserung. Die Bezahlung von Mehrarbeit anstelle eines Ausgleichs durch Freizeit wird – insbesondere von Hochschul- und IndustrieapothekerInnen – häufiger abgelehnt als begrüßt.

Über Geld spricht man nicht – oder?

Im Vergleich zu KollegInnen mit vergleichbaren Tätigkeiten fühlen sich etwa 46 Prozent aller angestellten ApothekerInnen gut bezahlt. Der Anteil ist bei den KrankenhausapothekerInnen am höchsten und bei den HochschulapothekerInnen am niedrigsten. Im Vergleich zu KollegInnen in anderen Berufsfeldern fühlen sich allerdings nur etwa ein Fünftel der angestellten ApothekerInnen adäquat bezahlt. Dies gilt insbesondere für in öffentlichen Apotheken Angestellte und an den Hochschulen Beschäftigte.

Zusammenfassung

Allzuoft wird über die Befindlichkeiten im Berufsstand der ApothekerInnen gemutmaßt – doch Spekulation ist nicht gesichertes Wissen und trägt nicht als Grundlage für eine erfolgsorientierte Berufspolitik. Deshalb war es richtig und notwendig, mit dieser großangelegten und hoher Rücklaufquote durchgeführten Umfrage in den Berufsstand "hineinzuhorchen". Den Berufsorganisationen steht nun – auch konkret für ihre jeweiligen Zuständigkeitsbereiche – umfangreiches Material für ihre berufspolitische Arbeit zur Verfügung. Selbstverständlich ist dabei der Datenschutz vollumfänglich gewährleistet, Rückschlüsse auf einzelne Personen sind nicht möglich.

Insgesamt zeigt die Umfrage das Spannungsfeld auf, in dem wir uns bewegen: einerseits die Vielfältigkeit und Heterogenität der Meinungen und der spezifischen beruflichen Situation der ApothekerInnen sowie andererseits die notwendige Homogenität der Berufspolitik und des Branchenauftritts. Nur wenn es gelingt, beides auch in Zukunft in Einklang zu bringen, wird weiterhin eine erfolgreiche Interessenvertretung und insbesondere Positionierung der ApothekerInnen im Gesundheitswesen möglich sein.

Dr. Christiane Eckert-Lill
und Dr. Frank Diener;
ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände,
Carl-Mannich-Straße 26,
65760 Eschborn

Apothekerin Ursula Rosche,
I + G Gesundheitsforschung,
Landsberger Straße 338,
80687 München
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