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Lärm und Stress machen Gehör zur Schnecke

31.01.2000
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-TitelGovi-Verlag

TINNITUS

Lärm und Stress machen Gehör zur Schnecke

von Elke Wolf, Rödermark

Die Sinneszellen im Ohr pfeifen auf gesellschaftliche Anlässe. So verpuffen Ohrgeräusche mitunter längst nicht so schnell wie Silvesterraketen am Himmel. In der Nacht zum Jahr 2000 hat die Silvesterböllerei rekordverdächtige Ausmaße angenommen - und auch die Anzahl akut Hörgeschädigter und Tinnitus-Betroffener. Mindestens 3000 Menschen in Deutschland haben in der zurückliegenden Silvesternacht durch ungeschickten und unsachgemäßen Gebrauch von Chinaböllern, Signalpistolen und Co. Hörschäden erlitten. Das sind wesentlich mehr als in den Jahren zuvor. Bei akut auftretenden Ohrgeräuschen pocht’s Alarm.

Begann das Jahr 1999 für rund 1000 Personen mit einem Knalltrauma und anderen Hörbeschwerden, waren es zum Jahrtausendwechsel dreimal so viele, die sich in ärztliche Behandlung begaben. Das ist das Ergebnis einer Telefonumfrage (8) in den ersten Januar-Tagen bei etwa 1000 niedergelassenen HNO-Ärzten und -Kliniken. Bei 90 Prozent der Feuerwerkskörper-Verletzten konnte eine Schädigung der Hörsinneszellen im Innenohr ausgemacht werden. Seltener lautete die Diagnose Trommelfellriss oder Schädigung der Hörknöchelchen. Ursache sind die extrem hohen Spitzenpegel von bis zu 173 Dezibel, die in unmittelbarer Nähe von Knallern erreicht werden können. Zum Vergleich: In 100 Metern Entfernung von Düsentriebwerken werden 130 Dezibel gemessen.

Bei akuten Ohrgeräuschen die Füße in die Hand nehmen

Die wichtigste Aufgabe des Apothekers ist es, Patienten, die in der Offizin über ihre Ohrgeräusche klagen, zu drängen, schnellstmöglich den HNO-Arzt aufzusuchen. Viele glauben leider, dass der nervige Ton im Ohr von selbst vergeht. Sind die Geräusche nach einem Tag nicht verschwunden, ist der Gang zum Facharzt auf jeden Fall angezeigt. Je früher therapiert wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Oft kommen die Patienten erst nach einem Monat zum Ohrenarzt. Der Hausarzt sollte rasch überweisen. Nur der HNO-Arzt hat die Möglichkeit, exakt zu diagnostizieren.

Der Apotheker sollte den Betroffenen beruhigen, ihm klar machen, dass er psychisch vollkommen gesund ist. Viele Menschen befürchten bei ihren ersten Ohrgeräuschen, es könnte sich um einen Vorboten einer bedrohlichen Erkrankung handeln. Sie bangen, einen Hirntumor zu haben, vor einem Schlaganfall zu stehen oder vielleicht völlig zu ertauben. Andere sprechen über ihren ständigen Begleiter nicht, weil sie Angst vor der Stigmatisierung haben - "bei dem piept’s wohl". Dem Leiden hängt immer noch der Ruch der Hypochondrie an, weil die Töne nicht objektiv nachgewiesen werden können.

Vermutet wurde es schon lange, genaue epidemiologische Daten fehlten bislang jedoch. Die repräsentative Tinnitus-Umfrage der Deutschen Tinnitus-Liga (DTL), Postfach 210351, 42353 Wuppertal, bei der von Dezember 1998 bis Februar 1999 über 3000 zufällig ausgewählte Einwohner interviewt wurden, bringt es ans Licht: Die Deutschen sind ein Volk von Hörgeschädigten. Knapp vier Prozent der Bevölkerung, also rund drei Millionen Personen, hatten zum Zeitpunkt der Untersuchung Ohrgeräusche. Und 18,7 Millionen, das sind circa 25 Prozent der Gesamtbevölkerung, haben oder hatten schon mal ein Ohrgeräusch. Erstmals bringt die Studie auch Aufschluss über die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen an chronischem Tinnitus. Diese liegt bei 340 000. Insgesamt bekommen sogar über 10 Millionen Deutsche pro Jahr erstmals den Töne-Terror im Ohr. In den meisten Fällen bleibt dies jedoch ohne Krankheitswert.

Übrigens: Den Tinnitus gibt es nicht; er ist sehr individuell. Manche hören ein Pfeifen, die anderen ein Zischen, und wieder andere glauben, Moskitos im Ohr zu haben. Überwiegend wird er links oder auf beiden Ohren beziehungsweise im Kopf wahrgenommen. Das Getöse im Ohr hören manche nur bei Stille, andere ohne Unterbrechung. Erschreckend hoch liegt die Anzahl derer, die ihren Tinnitus als mittelschwer bis unerträglich empfinden; es sind immerhin 1,5 Millionen. Die Hälfte fühlt sich gar nicht bis geringfügig belästigt.

Tinnitus-Typologie

Tinnitus ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Die Mediziner unterscheiden grundsätzlich zwei Arten:

o Beim objektiven Tinnitus kann auch der Arzt mit Hilfe Schall aufnehmender Messsysteme die Ohrgeräusche hören. Sie werden durch vaskuläre oder muskuläre Erkrankungen ausgelöst. In erster Linie zeichnen dafür Stenosen im Arteria-carotis- und Vertebralis-Gebiet verantwortlich. Aber auch Gefäßtumoren, arteriovenöse Fisteln oder Hypertonie kommen als Auslöser in Frage. Differentialdiagnostisch wichtig: Ein vaskulär verursachtes Ohrgeräusch ist im allgemeinen pulssynchron. Der objektive Tinnitus ist selten und meist gut zu behandeln.

o Die häufigste Form von Ohrgeräuschen, der subjektive Tinnitus, lässt sich durch keine noch so aufwendige Messmethode von anderen Menschen mithören. Therapeuten teilen den Tinnitus in zwei Stadien ein: akut und chronisch. Akut nennt man ihn, wenn die Ohrgeräusche frisch aufgetreten sind. Nach rund drei Monaten wird der Tinnitus chronisch. Aber: Chronisch ist nicht mit Hoffnungslosigkeit gleichzusetzen. Es bedeutet lediglich, dass es nach einer gewissen Zeit schwieriger ist, die Geräusche wieder völlig zu verlieren. Es gibt die begründete Hoffnung, einen belastenden (dekompensierten) in einen erträglichen (kompensierten) Tinnitus zu verbessern.

Einen sprichwörtlichen Floh im Ohr haben Tinnitus-Betroffene nicht; dafür kommt eine Reihe von Übeltätern in Frage.

* Lärmschäden/Knalltrauma: Bei rund dreißig Prozent aller Ohrgeräusche haben Lärm oder Knall den feinen Haarzellen zu stark zugesetzt. Ein Knalltrauma kann sich aber neben Ohrensausen auch durch Taubheit (oft nur auf einem Ohr), Hören wie in Watte gepackt oder ein Druckgefühl bemerkbar machen. Gute Nachricht für Knalltrauma-Betroffene: Bei sofortiger Akutbehandlung mit Infusionen inklusive der hyperbaren Sauerstofftherapie kann nahezu immer eine Heilung erfolgen.

* Negativer Stress: Wer im Privatleben oder am Arbeitsplatz viel um die Ohren hat, trägt generell ein höheres Risiko für "den kleinen Mann im Ohr". 26 Prozent der Betroffenen geben in der DTL-Untersuchung Stress als auslösendes Moment an. Es hängt von der Persönlichkeit und der genetischen Disposition des Betroffenen ab, ob Stress einen Herzinfarkt, ein Magengeschwür oder Ohrgeräusche begünstigt. Besonders häufig meldet sich der Tinnitus im mittleren Alter, wenn Lebensfragen aufkommen wie "Habe ich wirklich das erreicht, was ich wollte?"

Bei rund 37 Prozent der Patienten lösen medizinische Gründe die Signale aus dem Innenohr aus. Dazu gehören beispielsweise:

* Durchblutungsstörungen: Sie gelten zunächst als Hauptursache der Ohrgeräusche und werden der Sofort-Behandlung zugrunde gelegt. Die rheologische Infusionstherapie ist in Deutschland Standard. Dabei gilt: Je früher, umso besser die Erfolgsaussichten. Die erste Verdachtsdiagnose sollte bald durch eine gründliche Untersuchung geklärt werden.

* Hörsturz: plötzlicher Verlust der Gehörs oder eine plötzliche Hörminderung, meist begrenzt auf ein Ohr. In vielen Fällen heilt der Hörsturz spontan aus. Manchmal bleibt ein Ohrgeräusch und/oder Hörverlust zurück.

* Halswirbelsäulenerkrankungen: Veränderungen und funktionelle Blockaden der Halswirbelsäule können zu Ohrgeräuschen führen oder sie verstärken. Im Beratungsgespräch daran denken, dass diese auch die Folge eines Schleudertraumas nach einem Unfall sein können. Der Orthopäde sollte dann Hand anlegen.

* Zahn-Kiefer-Bereich: Kieferfehlstellungen, Zahnfüllungen oder Zähneknirschen können einen Tinnitus unterstützen. Der Zahnarzt ist der richtige Ansprechpartner.

* Akustikusneurinom: Der gutartige Tumor am Hörnerv verursacht nur einseitige Ohrgeräusche. Wegen seines Wachstums stellt es eine der wenigen gefährlichen Ursachen von Ohrgeräuschen dar, aber kommt nur sehr selten vor.

* Morbus Menière: Der anfallsweise Drehschwindel tritt heimtückischerweise kombiniert mit Schwerhörigkeit und Ohrgeräuschen auf. Die Anfälle können selten bis häufig auftreten. Mit der Zeit bleibt ein Rest zurück, meist in Form einer zunehmenden Schwerhörigkeit und eines Tinnitus.

* Auch Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, Diabetes, Nierenerkrankungen, Hypo- oder Hyperthyreose können die Quälgeister im Ohr zu Leben erwecken.

* In der Offizin an ototoxische Medikamente denken: Aminoglykosid-Antibiotika (Streptomycin, Amikacin, Gentamicin, Kanamycin), Nikotin, einzelne Diuretika (Etacrynsäure, Furosemid besonders in Kombination mit Aminoglykosiden), Cisplatin, Chloroquin, Mefloquin, Chininderivate oder Acetylsalicylsäure. Allerdings ist es nicht angezeigt, ASS zur Herzinfarkt- oder Embolieprophylaxe wegen einer geringgradigen Verschlechterung des Tinnitus wegzulassen.

Ohren sind allzeit aufnahmebereit

Der Grund, warum sich die Ohren in dieser Häufigkeit Gehör verschaffen, liegt auf der Hand. "Immer klopfen sie, oder sie machen Musik, immer bellt ein Hund, marschiert dir jemand über deiner Wohnung auf dem Kopf herum, klappen Fenster, schrillt ein Telefon - Gott schenke uns Ohrenlider!" Besser als Kurt Tucholskys kann man es kaum beschreiben. Lärm ist zwar unsichtbar, geruchlos und ohne Rückstände - aber überall gegenwärtig. Ohren kann man nicht abschalten oder verschließen. Das Ohr hört immer, selbst im Schlaf. Subkortikal ist es immer auf Empfang gestellt, man denke nur an eine Mutter, die im Schlaf ihr rufendes Kind sofort hört.

Um den einstürmenden lärmenden Eindrücken - von Presslufthammer über Verkehr bis hin zu Walkman und Disko - Herr zu werden, selektiert das Gehör mit einem Filtersystem. In einer Kneipe beispielsweise kann man sich trotz des hohen Geräuschpegels mit seinem Gegenüber unterhalten. Will man eine Bestellung aufgeben, stellt das Ohr auf laut, um den Ober heranzurufen. Außerdem: Lärm ist nicht einfach nur laut, sondern ein individuelles Erlebnis. Lärm ist Schall, der belästigt, stört, erschreckt, Angst macht oder negative Handlungen oder Emotionen auslöst. Ob man ein Geräusch als angenehm empfindet oder als Lärm, hängt auch von den Umständen ab. Die Rosinenbomber über Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg waren sicher keine Flüsterjets - und doch wäre kein hungriger Westberliner auf die Idee gekommen, sich über den Krach zu mokieren.

Das Mikrofon der Umwelt

Hörempfindung entsteht, wenn Schallwellen das Ohr erreichen, sich über Gehörgang, Trommelfell und Gehörknöchelchen auf das Innenohr fortpflanzen und dann die Lymphflüssigkeit in der erbsengroßen Schnecke in Schwingung versetzen. In der Schnecke säumen rund 30 000 Sinneszellen mit feinsten Härchen den Weg zum Hörnerv. Die sich wellenförmig ausbreitende Bewegung der Lymphe streicht über die Härchen, bewegt sie und knickt sie kurzzeitig um. Die Sinneszellen werden erregt und wandeln die Schallwellen analog einem Mikrofon in elektrische Impulse um. Nervenfasern leiten diese ins Gehirn weiter, wo sie bis ins feinste Detail ausgewertet werden. Hier wird der Schall für den Menschen zum ersten Mal bewusst und erkannt und im Limbischen System mit Gefühlen belegt. Man könnte deshalb sagen, dass man mit dem Gehirn und nicht mit den Ohren hört. Aufgrund urzeitlicher Prägung des Gehirns empfindet man Ohrgeräusche als Warnsignal, erklärt die DTL. Der Mensch reagiert reflexartig mit Panik oder durch innere Erstarrung.

Die Stelle maximaler Schwingung in der Schnecke hängt von der Frequenz des einfallenden Schalls ab. Bei intensiver Vibration werden die Haarzellen durch beträchtlichen Druck gebogen. Wenn sie kräftig und immer wieder über einen langen Zeitraum hinweg gereizt werden, ermüden sie und werden vorübergehend gelähmt. Haben die Haarzellen die Möglichkeit, sich zu erholen, können sie ihre Funktion wieder aufnehmen. Werden sie jedoch Tag für Tag übermäßig geknickt, verlieren sie allmählich ihre Fähigkeit zur Regeneration. Ausschlaggebend für eine Gehörgefährdung ist einerseits der höchste Pegel, der auf das Ohr einwirkt, andererseits die gesamte Schallenergie und die Erholungszeit zwischen den Lärmphasen.

Der akustischen Sensation auf der Spur

Auf der Suche nach Geräuschen, die nur jeweils ein Mensch, nämlich der Betroffene selbst, hört, haben Wissenschaftler eine Menge von Theorien entwickelt. Durchgesetzt hat sich folgende Vorstellung: Schallwellen oder ototoxische Medikamente setzen den Haarzellen zu, indem sie diese entweder direkt zerstören oder ein veränderter Stoffwechsel der Härchen das Summen im Ohr vorgaukelt. Mikromechanische Läsionen reichen von Einrissen der Basilarmembran der Schnecke über eine nachfolgende Atrophie bis zur Degeneration der äußeren Haarzellen. Daneben wurde tierexperimentell nachgewiesen, dass der Sauerstoffpartialdruck in der Lymphflüssigkeit der Schnecke signifikant abfällt und dadurch der Metabolismus - zunächst reversibel - entgleist.

Geschädigte Haarzellen können sich unkontrolliert kontrahieren und damit die zugehörigen inneren Haarzellen stimulieren. Ständig werden Aktionspotentiale gezündet und dem Hirn gemeldet. Ionenkanäle sind permanent aktiviert und offen, so genannte Leckströme treten auf. Laufend werden dabei Transmitter ausgespuckt und weitere Aktionspotentiale erzeugt. Viele Jahre glaubten die Mediziner, die Störung sei ausschließlich auf die Peripherie beschränkt. Doch als man den Hörnerv chirurgisch durchtrennte, ergab sich nur selten eine Besserung.

Mittlerweile hat sich die Erkenntnis gefestigt, dass Tinnitus nicht zwangsläufig im Ohr entsteht. Er kann auch dem Gehirn entspringen. Die periphere Hyperaktivität moduliert neuronale Neurone derart, dass sie in der zentralen Hörbahn kreisende elektrische Erregungen hervorrufen. Dieser Prozess unterhält sich selbst, koppelt sich ab und wird autonom. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem auditorischen Cortex, der Anlaufstelle für Schallsignale in der Großhirnrinde. Dort sind die sensiblen Zonen für die einzelnen Frequenzen in gestaffelter Form ebenso wie die Saiten eines Klaviers nach Tonlagen geordnet. Nervenzellen, die für den oberen Bereich sensibel sind, sitzen vorne, solche mit einer Empfänglichkeit für die tiefsten Töne sitzen weiter hinten.

Jüngste Befunde haben gezeigt, dass sich die geordnete Widerspiegelung auch verändern kann, beispielsweise durch ständige Ohrgeräusche. Ein Forscherteam um die Psychologin Herta Flor von der Humboldt-Universität in Berlin hat dazu ein Experiment mit 10 Tinnitus-Patienten und 15 Gesunden gemacht (4). Beide Gruppen bekamen eine Reihe von Tönen bestimmter Frequenzen vorgespielt. Bei den Patienten wurde zusätzlich ein akustisches Signal eingestreut, das genau auf der Wellenlänger ihrer Ohrgeräusche lag. Die Wissenschaftler beobachteten mit Hilfe der Magnetenzephalographie die Reaktionen im auditorischen Cortex. Ergebnis: Tinnitus-Patienten haben eine veränderte Repräsentation in der Hirnrinde. Die vorgespielten Töne nahmen im Cortex insgesamt eine Zone von etwa 15 Millimeter ein. Das Hören des eigenen Ohrgeräusches aktivierte ein Areal, das rund fünf Millimeter von der zu erwartenden Position abwich. Gemessen an den Verhältnissen im Gehirn ist das eine beachtliche Distanz.

Die Experten vermuten, dass es sich beim Tinnitus um eine akustische Phantomempfindung handelt, die dem Phantomschmerz nach einer Amputation gleicht. Die Forschergruppe hat vor einiger Zeit auch nachgewiesen, dass Phantomschmerz darauf zurückzuführen ist, dass die Verarbeitungsstelle für Körperwahrnehmungen im Gehirn stark verzerrt ist. Diese Plastizität der sensorischen Verarbeitungsstellen weckt Hoffnung. Bei Affen, die dafür belohnt wurden, zwei geringfügig voneinander abweichende Tonhöhen zu unterscheiden, dehnte sich nach einer Weile die kortikale Repräsentation dieser Frequenzen aus. Man will deshalb versuchen, durch ein bestimmtes akustischen Reiz- und Trainingsprogramm die ursprüngliche Organisation in der Großhirnrinde wieder zu induzieren, in der Hoffnung, dass damit der Tinnitus verschwindet. Das Konzept, Geräusche mit Geräuschen zu bekämpfen, ist auch Teil der Tinnitus-Retraining-Therapie.

Akut-Therapie: Ruhe genauso wichtig wie Infusionen

Meldet sich der Quälgeist im Ohr zum ersten Mal, ist Eile geboten. Für die Revitalisierung der angeschlagenen Sinneszellen stehen nur wenige Tage zur Verfügung, deshalb gehört ein frischer Tinnitus wie ein Hörsturz sofort an den Tropf. Der HNO-Arzt geht zunächst verdachtsweise von einem Innenohrschaden wegen Durchblutungsstörungen aus und leitet die Infusionen ein. Das ist immer nach Lärm, Knall oder einem Hörsturz wahrscheinlich. Allerdings: Bisher gibt es keine aussagekräftige Studie darüber, inwieweit diese Behandlung den Hörgeschädigten hilft. Experten gehen davon aus, dass sich die Ohrgeräusche durch rechtzeitige Infusionen zu 70 bis 80 Prozent wieder verabschieden. Ist die durchblutungsfördernde Therapie erst eingeleitet, bleibt Zeit für eine ausführliche Diagnostik.

Zur Verbesserung der Mikrozirkulation kommen Dextrane (zum Beispiel Rheomacrodex ) oder Hydroxethylstärke-Lösungen (Rheohes) zum Einsatz. Diese Substanzen führen über eine Erhöhung des Blutvolumens zur Zunahme des Herzzeitvolumens. Dadurch soll sich im kapillären Gefäßbett der Blutfluss und das regionäre Sauerstoffangebot verbessern. Zumeist wird mit Lokalanästhetika wie Lidocain (zum Beispiel Xylocain) oder Procain (zum Beispiel Novocain) kombiniert. Sie blockieren den Natriumionen-Einstrom an der Zellmembran der Neuronen und reduzieren damit die Spontanentladungsrate. Unklar ist bisher, ob Lokalanästhetika nur peripher oder auch zentral wirken. Manche Studien kommen zumindest zu dem Schluss, dass Lidocain und Co. den oszillierenden Erregungen in der zentralen Hörbahn Einhalt gebieten. Ergänzt werden die rheologischen Infusionen in aller Regel mit Pentoxifyllin (zum Beispiel Trental) oder Naftidrofuryl (zum Beispiel Dusodril). Ersteres verbessert die Verformbarkeit der Erythrozyten, reduziert den Fibrinogenspiegel und hemmt die Thrombozytenaggregation, letzteres reduziert den Effekt von Serotonin an den glatten Muskelzellen der Gefäßwand und wirkt so vasodilatierend.

Mindestens genauso wichtig wie die medikamentöse Akutversorgung ist die Krankschreibung. "Ein Patient mit akutem Tinnitus braucht Ruhe. Damit meine ich nicht Bettruhe, sondern er muss aus dem Alltagsstress herausgenommen werden. Ich nehme die Patienten für die Infusionen ein bis zwei Wochen stationär auf, damit sie von der Last des Alltags abgeschirmt sind", sagte Dr. Gerhard Hesse, Leiter der Tinnitus-Klinik in Bad Arolsen, im Gespräch mit der PZ. Aber: Die stationäre Therapie ist nicht Usus. Die DTL-Umfrage hat ergeben, dass Infusionen zu drei Viertel ambulant erfolgen.

Therapie in Raumschiff-Enterprise-Atmosphäre

Eine weitere Möglichkeit, gegen die Ohrgeräusche anzugehen, ist die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO). Sie kommt immer dann in Betracht, wenn eine akute Innenohrschädigung mit Hörverlust vorliegt. Bei akutem Tinnitus scheint die HBO gerechtfertigt, in chronischen Fällen ist Skepsis angebracht. Die HBO muss möglichst sofort erfolgen. Maximal nach eineinhalb bis drei Monaten kann man noch mit einem Erfolg rechnen.

Die HBO soll die geknickten Haarzellen mit Hilfe reinen Sauerstoffs wieder aufrichten. Das geschieht in einer Druckkammer, in der der Druck auf das etwa 1,5-fache des Normaldrucks erhöht wird. Die Technologie ist dem Tauchsport abgeguckt. Über eine Atemmaske, die Mund und Nase umschließt, atmet der Patient für rund eineinhalb Stunden an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen medizinisch reinen Sauerstoff ein. Da Hämoglobin schon bei normalen Luftverhältnissen mit Sauerstoff gesättigt ist, kann es nur unwesentlich mehr aufnehmen. Durch den erhöhten Druck in der Therapiekammer löst sich der Sauerstoff im Blut - ähnlich der Kohlensäure in der Sprudelflasche. Rund 7 Prozent des Gases lösen sich im Blut. Damit kann man den Sauerstoffgehalt der Innenohrflüssigkeit um fast 400 Prozent erhöhen.

Druckkammern muten recht spacig an. In der Tat: Die HBO ist nicht ohne Risiken. Eine gründliche Voruntersuchung und ständige Kontrollen während des "Tauchgangs" sind unabdingbar, um Lungenrisse, Lungenemphysem oder Herzfrequenzstörungen auszuschließen. Druckkammern sind in den letzten zehn Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Über die DTL ist eine Liste von seriösen Druckkammer-Betreibern zu beziehen. In der Regel wird die HBO von den gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr übernommen, sondern nur noch beim Hörsturz, teilte die DTL der PZ mit.

Chronische Phase: Erfolg durch Arzneimittel begrenzt

Medikamentöse Therapioptionen gibt es zwar zuhauf, die Erfolgsaussichten sind jedoch begrenzt, wenn der Tinnitus länger als drei Monate besteht. Patienten mit chronischem Tinnitus und rezidivierender Schwerhörigkeit erhalten neben Dextranen und Procain eine Cortisol-Stoßtherapie. Man nutzt die antiinflammatorische Wirkung der Glucocorticoide aus, um eine eventuelle entzündliche Endothelschwellung im Kapillarbett der Hörschnecke zu behandeln.

Daneben sind beim chronischen Tinnitus auch Infusionen mit Glutaminsäurediethylester und mit Glutamin einen Versuch wert. Hintergrund: An der postsynaptischen Membran des ersten Neurons am Hörnerven sitzen Rezeptoren, die von Glutamat stimuliert werden. Außerdem können Calcium-Antagonisten wie Flunarizin (zum Beispiel Sibelium) oder Nimodipin (zum Beispiel Nimotop) gegeben werden. Nootrope Substanzen wie Piracetam (zum Beispiel Normabrain) oder Ginkgo biloba (zum Beispiel Tebonin) sollen - neben günstigen Einflüssen auf die zerebrale Durchblutung - den Metabolismus von Neuronen steigern. Tipp für die Praxis: den Patienten zum Durchhalten ermuntern. Die Behandlungsdauer sollte mindestens vier Wochen betragen. Erst wenn sich nach sechs bis acht Wochen keine Besserung eingestellt hat, bringt auch die weitere Gabe nichts mehr.

Entpuppt sich der Tinnitus auch nach zwölf Wochen als dauernde Lärmfolter, gilt der tröstende Erfahrungswert: Nach sechs bis zwanzig Monaten verringert sich meist der anfängliche Schweregrad. Die Chance, mit seinem Tinnitus gut leben zu können, liegt bei rund 90 Prozent. Dennoch gibt es Patienten, die sich in ihrer Lebensqualität beschnitten fühlen, vor allem durch Folgesymptome wie Einschlaf- und Konzentrationsstörungen, Hyperakusis (Hellhörigkeit) und Depressionen bis hin zur Suizidgefahr.

Dann hilft nur eins: Der Patient muss lernen, seinen Tinnitus nicht mehr als Mittelpunkt seines Lebens wahrzunehmen. Er muss seine Aufmerksamkeit neu fokussieren. Dabei helfen Entspannungsverfahren, die innere Ruhe vermitteln, wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training. Manche Patienten brauchen eine professionelle Psychotherapie; sie wird auch stationär angeboten.

Retraining-Therapie: Gesundheit beginnt im Kopf

Große Hoffnung setzt man auf die in England und den USA entwickelte und sich allmählich auch in Deutschland etablierende Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT). Grundgedanke der ambulanten, über ein bis zwei Jahre verlaufenden Therapie ist die Hypothese, dass Ohrgeräusche zu den menscheneigenen Geräuschen zählen, die aber nicht gehört werden, weil sie vom Gehirn als sinnlos aus der Wahrnehmung herausgefiltert werden - nicht so bei Tinnitus-Betroffenen. Sie vernehmen Töne, weil die Filterwirkung ihres Gehörs beeinträchtigt ist. Sie leiden darunter, weil die Geräusche aus dem Nichts im Limbischen System des Gehirns statt mit positiven angenehmen Gefühlen mit negativen Gefühlen assoziiert werden. Ziel der TRT ist, den Störsender im Hirn zurückzutrainieren, den Filter wieder zu aktivieren.

Bei der TRT arbeitet ein Team aus HNO-Arzt, Hörgerätakustiker und Psychologe mit dem Patienten zusammen. Zur Behandlung gehören Information, Ursachenforschung und psychologische Betreuung. Herzstück ist ein spezieller Tinnitus-Masker, auch Noiser genannt. Er wird wie ein Hörgerät getragen und sendet über mehrere Stunden am Tag ein leises Breitbandrauschen (viele Frequenzen) aus. Mit der Zeit soll das Nervensystem die Tinnitusgeräusche mit dem harmlosen, angenehmen "weißen Rauschen" im Hintergrund assoziieren und eine Abstumpfung (Habituation) entwickeln. Mit Hilfe des Rauschgenerators soll der Hörfilter wieder aktiviert werden, so dass die Tinnitustöne nicht mehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen und vor allem nicht mehr negativ bewertet werden.

Aufgabe des Maskers ist es nicht, das Ohrgeräusch zu übertönen, sondern das Ohr umzuschulen. Deshalb wird das von ihm ausgesendete Rauschen leiser eingestellt als der Tinnitus ist. Der Betroffene sollte damit auch nicht die Stille suchen, sondern sie vermeiden, um eine Habituation zu erreichen. Die Kosten der Tinnitus-Maskierung werden zumindest weitgehend von den Krankenkassen übernommen, wenn eine Probezeit von vier Wochen erfolgreich verlief.

Viel Lärm um nichts

Es gibt zahlreiche weitere Therapiemöglichkeiten, vor allem aus dem alternativen Bereich. Manche Methoden können lindernd oder unterstützend wirken, wissenschaftlichen Vergleichen halten die meisten Methoden aber nicht stand. Dazu gehören Akupunktur, Homöopathie, Fußreflexzonenmassage, Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie, Bioresonanztherapie und auch die Laser-Ginkgo-Therapie, die immer wieder von sich reden macht. Experten stehen dieser Therapie nach einer entmutigenden Studie (14) skeptisch gegenüber. Im Beratungsgespräch sollten Sie den Patienten einschärfen, dass diese Methoden nicht anstelle der anerkannten Therapien angewandt werden sollten. Fest steht: Statt sich auf eine Odyssee von einem Heiler zum nächsten zu begeben, sollten die Patienten an sich arbeiten und versuchen, die verlorene Stille durch aktives Training wiederzuerlangen.

Den Tinnitus überhören lernen

Fred König, 78 Jahre, aus Frankfurt hat fast auf den Tag genau 29 Jahre seinen Tinnitus. Die PZ sprach mit dem ehemaligen Verlagskaufmann und Journalisten aus Fankfurt. Ein Interview, das Mut macht.

PZ: Heute ist der Begriff Tinnitus etabliert; viele Leute können mit der Bezeichnung etwas anfangen. Als Sie damals zum ersten Mal ihre Ohrgeräusche bekamen, war das sicher anders. Was haben sie damals gedacht? Etwa "jetzt dreh’ ich durch!"?

König: Nein, ich hatte damals eine heftige Erkältung. Nase, Ohren und Stirnhöhlen waren komplett zugeschwollen. Und dann fing es an, das Ziehen und Pfeifen im Ohr. Ich dachte, das ginge mit der Erkältung wieder weg. Aber das tat es eben nicht. Unglücklicherweise war das um die Weihnachtszeit, wo viele Praxen geschlossen sind. Ein guter Bekannter von mir ist HNO-Arzt, er leitete dann alle erforderlichen Schritte ein.

PZ: Wie ist Ihr Ohrgeräusch?

König: Ein dauerndes hohes Pfeifen. Damals war es immer da, mittlerweile nicht mehr. Das Wort Tinnitus kannte man da natürlich noch nicht. Mein befreundeter Ohrenarzt hat mir durchblutungsfördernde Infusionen gegeben - ohne Erfolg. In aller Offenheit sagte er mir dann: "Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, entweder Du gewöhnst Dich daran oder machst Selbstmord". Ich behaupte: Das war ein guter Ratschlag.

PZ: Sich daran gewöhnen...sicher leichter gesagt als getan?

König: Das ist wahr. Deshalb habe ich zunächst noch einen anderen HNO-Arzt aufgesucht, der mir hinter den Ohrknochen eine Spritze verpasst hat. Aber das hat alles nichts genutzt. Es blieb also wirklich nur eins: daran gewöhnen. Man wird mit der Zeit leidensfähiger. Bei körperlicher Belastung und bei Stress macht sich das Pfeifen stärker bemerkbar. Dafür gibt es heute Zeiten, wo der Ton ganz aussetzt. Dann muss ich mich konzentrieren und fragen: Pfeift’s überhaupt noch? Im Vergleich zur Anfangszeit ist der Ton jetzt nur noch zu 20 Prozent da.

PZ: Gab es Momente, in denen der Tinnitus ihr Leben beherrscht hat? Oder hatten Sie ihn immer im Griff?

König: Ich habe ihn von Anfang an beherrscht. Anfangs hatte ich enorme Probleme, mich bei der Arbeit zu konzentrieren. Und auch das Einschlafen war nicht ganz einfach. Aber wie gesagt: Man gewöhnt sich daran, und der Ton wird erträglich. Gesellschaft scheue ich nicht, unter Menschen hört man ja die Ohrgeräusche nicht so.

PZ: Meinen Sie, es ist auch abhängig von der Persönlichkeit, ob man relativ schnell lernt, mit dem Getöse im Ohr umzugehen, oder ob man verzeifelt, weil man den Ton nicht mehr wegbekommt?

König: Na ja, ich bin ein aktiver Mensch. Aber ich unternehme die Aktivitäten nicht wegen des Tinnitus. Ich versuche, weiterzuleben wie zuvor. Ich versuche, ihn nicht zu beachten. Das scheint ihn ärgerlich zu machen, und er zieht sich zurück. Ich kann jedem nur raten: daran gewöhnen, mit dem Tinnitus leben und nicht dagegen. Das geht nur über die Psyche, den Ton ins Abseits zu drücken. Manche haben womöglich auch viel lautere Geräusche im Ohr als ich und leiden deshalb stärker. Bei einem Bekannten von mir - er ist Pilot - bestand die Gefahr, dass er deshalb seinen Beruf verliert. Das verarbeitet sich natürlich nicht so leicht.

PZ: Ihr Tipp für andere Betroffene?

König: Ich kann nur für mich sprechen. Ich nehme seit vielen Jahren Präparate mit Ginkgo-Extrakt. Übrigens von meiner Frau empfohlen, die Apothekerin ist. Vielleicht hat’s zur Besserung beigetragen.

Literatur

(1) Altrock, T., Tinnitusbehandlung mit Homöopathie und Akupunktur. Erfahrungsheilkunde 9 (1992) 520-529.
(2) Bielenberg, J., Tinnitus - Therapieansätze auf der Basis von Glutamat-Antagonisten. PZ-Prisma 1 (2000) 53-55.
(3) Biesinger, E., Heiden, C., Die Bedeutung der Retrainingtherapie bei Tinnitus. Dt. Ärztebl. 96, Heft 44 (1999) A-2817-2825.
(4) Flor, H., et al., Tinnitus als akustische Phantomempfindung. Proceedings of the National Academy of Sciences 95 (1999) 10340.
(5) Friese, K.-H., Homöopathie in der HNO-Heilkunde. Hippokrates Verlag, Stuttgart 1991.
(6) Friese, K.-H., Tinnitus, Morbus Menière, Vertigo. Ärztezeitschrift für Naturheilverfahren 35 (1994) 588-593.
(7) Heute im Schwerpunkt: Tinnitus. Ärztl. Praxis 44 (1995) 9-11.
(8) Interdisziplinäres Forum "Fortschritte und Fortbildung in der Medizin", Bundesärztekammer. Pressekonferenz "Umfrage HNO-Ärzte zu Hörschäden", Köln, 12. Januar 2000.
(9) Möglichkeiten der Hyperbaren Sauerstofftherapie, der (Hörgerät-)Maskierung und der stationären Behandlung des chronisch komplexen Tinnitus. Schriftenreihe der Tinnitus Klinik Bad Arolsen, Bad Arolsen 1996.
(10) Nelting, M., Hesse, G., Schaaf, H., Tinnitustherapie - mit Leib und Seele. Profil-Verlag, München, Wien 1998.
(11) Schaaf, H., Hesse, G., Tinnitus aurium. Midena-Verlag, Augsburg 1999.
(12) Suckfüll, M., et al., Hörsturz ist nicht gleich Hörsturz. Münch. Med. Wschr. 40 (1999) 28-34.
(13) Suckfüll, M., et al., Hypercholesterinämie und Hyperfibrinogenämie bei Hörsturz. Laryngo-Rhino-Otologie 8 (1997) 452-457.
(14) Tinnitus - Forum, Mitgliederzeitschrift der Deutschen Tinnitus-Liga, Postfach 210351, 42353 Wuppertal. Ausgaben 2/98, 3/98, 4/98, 1/99, 2/99, 4/99.
(15) Tinnitus - Informationsbroschüre der Deutschen Tinnitus-Liga, Wuppertal 1999.
(16) Wilhelm, T., Seidl, R. O., Ernst, A., Rationale Grundlagen der Tinnitus-Therapie. Med. Monatsschr. Pharm. 11 (1998) 336-344.

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