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Aus Kiel kommt nächste Arzneimittelliste

04.11.1996  00:00 Uhr

-Politik

  Govi-Verlag

Aus Kiel kommt nächste Arzneimittelliste

  Verbraucherverbände haben eine Liste mit empfehlenswerten Arzneimitteln veröffentlicht. In dem Werk sind 400 Wirkstoffe aufgeführt, die nach Auffassung der Autoren Professor Dr. Heinz Lüllmann (Kiel) und Lothar Flessau für die Praxis eines Allgemeinmediziners ausreichen. Nach Therapiebereichen gegliedert wird für jeden Wirkstoff das Originalpräparat und ein preiswertes Generikum genannt.

Die "Kieler Liste notwendiger Arzneimittel - Empfehlungen zum Arzneimittelgebrauch" richtet sich an Ärzte und Patienten. Für beide sei der Arzneimittelmarkt nicht mehr zu durchschauen, so die Verbraucherverbände: "Von den etwa 50.000 Präparaten, die sich auf dem Markt befinden, ist nur ein kleiner Teil sinnvoll und notwendig."

Die Autoren der Liste hatten bereits an der im letzten Jahr veröffentlichten Berliner Arzneimittelpositivliste des IKK-Bundesverbandes und des Berliner Ärztekammerpräsidenten Ellis Huber mitgearbeitet. Gegen die Berliner Liste haben Pharmaunternehmen erfolgreich vor Gericht geklagt

Auch mit der "Kieler Liste" ist nach Ansicht des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) keine ausreichende und qualitativ hochwertige Versorgung mit Medikamenten möglich. Das Werk sei ein "Dokument eklatanter Irrtümer und Fehlanalysen". Die Liste komme der Essential Drug List der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bedenklich nahe, die für eine Grundversorgung in Entwicklungsländern gedacht sei.

PZ-Artikel von Hans-Bernhard Henkel, Bonn    

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