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Mehrere Johanniskraut-Präparate erstattungsfähig

09.08.2004  00:00 Uhr

Mehrere Johanniskraut-Präparate erstattungsfähig

PZ  Entgegen den ersten Aussagen von Krankenkassen-Experten dürfen Ärzte nun doch verschiedene Johanniskraut-Präparate zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnen. Ursprünglich hatten die Krankenkassen auch den Standpunkt vertreten, sie müssten nur die Produkte bezahlen, die explizit für die Behandlung mittelschwerer Depressionen zugelassen sind. Damit hätte nur ein einziges der im Markt befindlichen Präparate vom Arzt verordnet werden dürfen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat kürzlich jedoch klargestellt, dass auch solche Präparate zu Lasten der GKV verordnet werden dürfen, die für die Indikation „Depressive Verstimmungszustände“ zugelassen sind. Das gilt auch für Medikamente, die sich in der Nachzulassung befinden. Der Begriff „Depressive Verstimmungszustände“ sei nicht eindeutig definiert und könne deshalb auch mittelschwere depressive Episoden umfassen, sagt Dr. Eva Dietrich, Leiterin des für Arzneimittel zuständigen Dezernats bei der KBV. Weitere Voraussetzung sei allerdings eine Dosierung von mindestens 300 mg Extrakt pro Applikationsform. Grundsätzlich nicht erstattungsfähig seien dagegen Johanniskraut-Präparate, die nur für die „Besserung des Befindens bei nervlicher Belastung“ und „Stärkung der Nerven, bei nervöser Unruhe und nervlicher Überbelastung“ zugelassen sind. Top

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