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BAH: Beraterrolle von Apothekern ist gestärkt

07.04.1997
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-Politik

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BAH: Beraterrolle von Apothekern ist gestärkt

  Auf die Apotheker kommen mehr Beratungsgespräche im Rahmen der Selbstmedikation zu. Davon ist zumindest der Bundesfachverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) überzeugt. Die Interessenvertretung der Produzenten von rezeptfreien Präparaten hält diese Entwicklung für eine unvermeidliche Folge der jüngsten gesundheitspolitischen Beschlüsse der Bonner Regierungskoalition.

Denn die Entscheidung von Union und FDP, die Zuzahlungen für Arzneimittel um 5 DM je Packung anzuheben, komme einem faktischen Ausschluß zahlreicher Präparate aus der Erstattungsfähigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung gleich. Laut BAH ist das künftig bei 18 Prozent aller Verordnungen zu Lasten der Krankenkassen der Fall. Die Zuzahlung ist höher als der Packungspreis.

Damit aber lohne sich ein Arztbesuch in vielen Fällen für den Patienten zumindest finanziell nicht mehr. Von den daraus resultierenden Verordnungsrückgängen bei rezeptfreien Medikamenten seien "insbesondere auch Impulse für die Selbstmedikation" zu erwarten. Das aber heißt: Noch mehr Kunden als bisher wollen von ihrem Apotheker ausführlich beraten werden. Ein Trend, der dem beruflichen Selbstverständnis der Apothekerschaft entgegenkomme.

Der BAH hat auch errechnet, welche quantitativen Dimensionen die um 5 DM erhöhten Zuzahlungen haben. Per anno werden die Patienten zusätzlich mit drei Milliarden DM belastet. Addiere man die bereits heute zu leistenden Selbstbeteiligungen hinzu, hätten die Versicherten künftig mehr als sechs Milliarden DM an Arzneimittelzuzahlungen zu tragen. Diese Summe entspreche etwa einem Fünftel der gesamten Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung.

Hans-Bernhard Henkel, Bonn
   

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