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Interferone legten am stärksten zu

10.02.1997
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Interferone legten am stärksten zu

  Unterschiedliche Trends für das vergangene Jahr vermeldet das Institut für Medizinische Statistik (IMS) für den deutschen Arzneimittelmarkt. Trotz wirtschaftlich und gesundheitspolitisch schwieriger Zeiten kennzeichneten vergleichsweise hohe Umsatzzuwächse die Situation der Arzneimittelhersteller, berichtete Armin Hirth auf einem ZENO-Symposion in Bonn. Es habe in der Branche aber auch Verlierer gegeben.

Gemessen an einem Apothekenumsatz von mehr als 100 Millionen DM verzeichneten 1996 fünf Indikationsgruppen die höchsten Zuwachsraten: Mit einem Plus von 69,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr rangierten Interferone auf dem ersten Platz. Sie erreichten nach Angaben von IMS im vergangenen Jahr einen Apothekenumsatz von 124 Millionen DM. Auf Rang zwei liegen Einfach-Impfstoffe, hier vor allem gegen Hepatitis. Ihr Umsatz legte im vergangenen Jahr um 51,2 Prozent zu und erreichte am Apothekenmarkt 404 Millionen DM. Bluttests verzeichneten mit 23,8 Prozent ebenfalls einen überdurchschnittlichen Zuwachs. Am Apothekenmarkt erreichten sie nach IMS-Angaben 310 Millionen DM. Deutlich zugelegt haben auch reine Antidepressiva. Bei einem Plus von 22 Prozent erreichten sie einen Apothekenumsatz von 434 Millionen DM.

Nach Apothekenumsatz blieben 1996 in ganz Deutschland Calciumantagonisten sowie „sonstige Analgetika" die stärksten Indikationsgruppen. Das IMS registrierte für beide Gruppen mit 6,6 beziehungsweise 2,6 Prozent ein vergleichsweise moderates Plus. Insgesamt wurden zwischen Januar und Dezember vergangenen Jahres für 886 Millionen DM Calciumantagonisten umgesetzt. Analgetika erreichten 823 Millionen DM Umsatz.

Auf ein geändertes Verordnungsverhalten der Vertragsärzte deuten Umsatzrückgänge bei cerebralen und peripheren Vasotherapeutika (minus 3,2 Prozent) sowie Ulcustherapeutika (minus 4,1 Prozent) hin. Diese Indikationsgruppen erreichten am Apothekenmarkt einen Umsatz von 695 Millionen DM beziehungsweise 668 Millionen DM. Unter den zehn umsatzstärksten Indikationsgruppen rangieren sie jetzt auf den Plätzen drei und fünf. Hier bildeten Nitropräparate mit einem Umsatz von 471 Millionen DM das Schlußlicht. Das entspricht einem Minus von 1,1 Prozent.

Am bundesweiten Umsatz in Apotheken orientiert IMS auch seine Liste der zehn größten deutschen Arzneimittelhersteller. Gemessen an diesem Indikator erreichte im vergangenen Jahr Hoechst Marion Roussel Platz eins. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz um 2,3 Prozent auf 794 Millionen DM. Auf Rang zwei weist die IMS-Statistik den Konkurrenten Bayer mit einem Apothekenumsatz von 776 Millionen DM (plus 1,3 Prozent) aus. Den dritten Platz nimmt in dieser Tabelle der Generika-Hersteller Ratiopharm ein: Er verzeichnete bei einem Plus von 2,1 Prozent einen Umsatz von 731 Millionen DM.

IMS benennt in seiner Analyse auch die umsatzstärksten Präparate am Apothekenmarkt: Mit einem Spitzenwert von plus 18,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr rangiert Antra auf dem ersten Platz. Sein Umsatz erreichte 215 Millionen DM. Das Medikament Beloc verzeichnete 1996 die gleiche Zuwachsrate und setzte damit 145 Millionen DM am Apothekenmarkt um. Senkrechtstarter unter den zehn umsatzstärksten Medikamenten ist nach IMS-Angaben auf Rang sieben das Präparat Zocor. Es steigerte seinen Umsatz um 44,6 Prozent auf 123 Millionen DM.

PZ-Artikel von Jürgen Becker, Bonn
   

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