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22.09.2003  00:00 Uhr
Anhörung

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von Patrick Hollstein, Berlin

Nach den Konsensrunden schien der Regierung eine parlamentarische Anhörung der Sachverständigenverbände zum GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) überflüssig.

Auf Drängen der FDP fand sie dann doch statt. Am Montag befragten Abgeordnete aller Fraktionen die Sachverständigen zum GMG. Lediglich 45 Minuten des vierstündigen Schnellverfahrens waren der Arzneimittelversorgung vorbehalten. Fünfmal kam die Apothekerschaft, vertreten durch ABDA-Präsident Hans-Günter Friese, dabei zu Wort.

Die Ablehnung gegenüber dem Versandhandel mit Arzneimitteln begründete Friese mit der fehlenden Verknüpfung von Arzneimittelabgabe und -beratung. Dadurch sei die geforderte Sicherheit nicht zu gewährleisten. Entsprechend wies Friese die Idee eines Praxistests der neuen Regelung zurück.

Die Sprecherin des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dr. Ursula Engelen-Kefer, hatte vorgeschlagen, bei Bedarf zusätzliche Qualitätselemente nachträglich einzuführen. Friese verdeutlichte, dass bei der Arzneimittelsicherheit eine Politik des Abwartens nicht in Kauf zu nehmen sei. Darüber hinaus bedeute die Freistellung ausländischer Versender von besonderen Leistungen wie Bereitschaftsdiensten eine massive Wettbewerbsverzerrung.

Friese wies außerdem auf die Gefahr hin, dass der begrenzte Mehrbesitz einer juristischen Überprüfung nicht standhalten könnte. Die Konsequenzen für den Patienten wären fatal, denn ein Fremdkapitalgeber habe völlig andere Interessen als der unabhängige Apotheker.

Bei der integrierten Versorgung bemerkte Friese positiv, dass es gelungen sei, die Regelung der öffentlichen Ausschreibung an der Qualität und nicht an den Kosten der zu erbringenden Leistungen festzumachen. Top

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