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Importquote für Apotheker kaum zu beherrschen

02.09.2002
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Interview
Importquote für Apotheker kaum zu beherrschen

von Hartmut Morck, Daniel Rücker, Eschborn

Der Schiedsspruch zur Importregelung hat das Leben für Apotheker nicht einfacher gemacht. Schon heute haben einige Kollegen Probleme, die Quote von 5,5 Prozent zu erfüllen. Ab 2003 steigt sie sogar auf 7 Prozent. Viele halten dies für eine Umsatzgarantie für Importeure. Die PZ sprach mit dem Vorsitzenden des Deutschen Apothekerverbandes Hermann S. Keller und dem Vorsitzenden des Bundesverbandes der Arzneimittel-Importeure Andreas Mohringer über die Konsequenzen der Regelung.

PZ: Herr Keller, sind Sie mit dem Schiedsspruch zufrieden?

Keller: Nein, überhaupt nicht. Die neue Regelung ist kein Ergebnis von Verhandlungen. Ob Sachkompetenz bei der Schiedsstelle gegeben war, wollen wir mal dahingestellt sein lassen. Das Ergebnis ist für die Apotheker kaum umzusetzen, weil es viele offene Fragen gibt. Die Krankenkassen weigern sich aber, mit uns darüber zu verhandeln.   
Die Regelung hat grundsätzliche Schwächen: Die erste Konsequenz war, dass die Importeure ihre Preise erhöht haben. Außerdem ist die Quote eine Umsatzgarantie für Importeure, das ist einmalig in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Ich kenne keine andere Branche, der der Staat einer Umsatzgarantie gibt.
Leidtragende sind Patienten und Apotheker. Das Angebot von Import-Arzneimitteln schwankt erheblich. Es kann immer wieder zu Engpässen in der Versorgung kommen. Die Apotheker müssen sich bemühen, ausreichend Importe abzugeben, und müssen gleichzeitig die Patienten beschwichtigen, die sich darüber beschweren, dass sie heute eine Packung aus Spanien und übermorgen eine aus Griechenland bekommen. Das ist ein unhaltbarer Zustand.

PZ: Was wollen Sie dagegen tun?

Keller: Wir brauchen dringend eine Ergänzung der Vereinbarungen. Dazu haben wir den Kassen ein Angebot gemacht, das diese aber bislang ablehnen. Ansonsten gibt es nur eine Lösung: Die Regelung muss so schnell wie möglich revidiert werden.

PZ: Nun, Herr Mohringer, Herr Keller will Ihre staatliche Umsatzgarantie abschaffen. Das kann Ihnen kaum recht sein.

Mohringer: Dies ist keinesfalls eine staatliche Umsatzgarantie, aber ich sehe die Dinge etwas anders als Herr Keller. Auf Grund der Systematik der Arzneimittelpreisverordnung haben fast alle Beteiligten, also Apotheke, Großhandel und Hersteller ein nachvollziehbares ökonomisches Interesse an möglichst hohen Arzneimittelpreisen. Das bedeutet aus unserer Sicht, dass der Staat sich für preiswerte Arzneimittel stark macht. Das gilt nicht nur für Importarzneimittel, sondern auch für Generika.

Keller: Wenn Sie sagen, Importe sind wie Generika zu behandeln, brauchen wir keine Sonderregelung für Importe. Dann reicht die Aut-idem-Regelung. Dies wäre für Apotheken in der Praxis leichter umzusetzen als die Differenzierung zwischen Importregelung und Aut idem.

Mohringer: Ich persönlich halte den Schiedsspruch sicher nicht für die optimale Lösung, so wie er sich darstellt. Aber es gibt ja durchaus Wege, wie man sich als Apotheker vernünftig und praktikabel damit auseinandersetzen kann...

PZ: Das sehen die meisten Apotheker anders. Sie halten die Quotenregelung für unsinnig, weil sie für unzählige Kassen separat erfüllt werden muss. Aut idem gibt ihnen dann den Rest.

Keller: Nicht nur die Vermischung mit Aut idem, auch die Bonus-Malus-Regelung bereitet uns erhebliche Probleme. Nehmen wir zum Beispiel einen bei der AOK-Berlin versicherten Aidspatienten, der mit einem sehr teueren Rezept in meine Mainzer Apotheke kommt. Ich muss dann die Importquote von 5,5 Prozent erfüllen, habe aber nur wenige Patienten von der AOK-Berlin. Gebe ich einen Import ab, dann habe ich eine Quote weit übererfüllt. Den Bonus, den ich dadurch bei dieser Kasse habe, kann ich nicht bei der AOK in Mainz anrechnen, wenn ich dort einen Malus habe. Ich muss also sehen, dass ich irgendwann wieder mal Arzneimittel an die AOK Berlin liefere, um da einen Malus einzufangen. Das ist für uns Apotheker kaum zu beherrschen.

Mohringer: Wie gesagt, die Regelung – wie im Übrigen andere auch - hat Schwachpunkte. Man könnte auch über Modelle nachdenken, wie sie zum Beispiel in Holland existieren. Dort gibt es keinen Zwang für Apotheker, Importe abzugeben, sondern einen Bonus. Wenn ein Apotheker ein preisgünstiges Arzneimittel abgibt, wird die Preisdifferenz zum Original aufgeteilt. Zwei Drittel bekommt die Kasse und ein Drittel die Apotheken. Ich kann nicht beurteilen, ob das innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland machbar ist, in jedem Fall hat eine solche Regelung einen völlig anderen, jedenfalls einfachen Ansatz.
Man kann aber auch mit der jetzigen Regelung umgehen. Es gibt einen einfachen Lösungsansatz, der wie folgt aussieht: Die Apotheke gibt in allen möglichen Fällen Importe ab. Damit liegt sie in der Regel bei allen Kassen über der Quote. Wenn dann eine Situation kommt, in der die Quote nicht erfüllt werden kann, dann kostet dies kein Geld, sondern wird vom Bonus abgezogen. So kann man sich vor einem Malus schützen, außerdem ist der Verwaltungsaufwand in der Apotheke geringer.
Ich kann dann dem Patienten auch immer dasselbe Pärparat abgeben, nämlich ein Importarzneimittel. Eine Punktlandung ist dagegen weitaus schwieriger und hat den Nachteil, dass der Patient mal das Original, mal den Import erhält.
Wenn eine Apotheke so etwas konsequent macht, hat sie insgesamt ein relativ beträchtliches Importarzneimittelvolumen, und kann da natürlich auch ökonomisch optimieren, etwa über Direktbezug.

Keller: Ihr Vorschlag hat den fundamentalen Fehler, dass Sie Import gleich Import setzen. Der Kunde unterscheidet aber zwischen verschiedenen Importen. Er bekommt jedes Mal eine andere Packung, das eine Mal eine spanische, das nächste Mal eine griechische. Import ist für Patienten nicht gleich Import. Jede Packung sieht anders aus.

Mohringer: Ich kann das als Apotheker steuern und das passiert im Übrigen auch. Die meisten Apotheken suchen sich den Importeur ihrer Wahl. Damit hat Sie die Konstanz, die sie möchte.

Keller: Aber auch derselbe Importeur bezieht seine Ware aus verschiedenen Ländern.

Mohringer: Trotzdem können wir jedem Apotheker konstant die gleiche Ware anbieten, indem wir in ein Bundesland immer nur Produkte aus demselben Staat liefern. Das Problem der Packungsoptik haben aber nicht wir verschuldet. Vor ein paar Jahren gab es viel mehr deutschsprachige Faltschachteln.
Wenn es nach uns ginge, würden wir grundsätzlich und ausschließlich und nur deutschsprachige Verpackungen anbieten. Das hat uns die Industrie aber nicht gestattet. Sie wollte die Importe in möglichst ungewohnte Packungen zwingen, weil dann Akzeptanz beim Patienten geringer wird. Warum wenden sich Apotheker und Importeure nicht gemeinsam an das Bundesgesundheitsministerium, um dieses Problem zu lösen? Wir würden sofort in deutsche Schachteln umpacken, wen es dafür eine Rechtsgrundlage gäbe.

PZ: Herr Keller, was halten Sie von der Idee?

Keller: Die Gestaltung der Packung ist allein Angelegenheit der Hersteller. Da legen wir uns bestimmt nicht ins Zeug.
Ein anderes Problem ist aber die bisweilen sehr merkwürdige Stückelung der Blister. Wir Apotheker dürfen keine Blister auspacken und abgeben, wir müssen Originalware abgeben. Bei den Importeuren ist das plötzlich möglich. Da wird ein Blister mit fünf Tabletten zu einem mit 45 gelegt, um auf eine 50er-Packung zu kommen. Es ist offensichtlich auch möglich, in einer Packung verschiedene Chargen zu mischen, auch aus verschiedenen Ländern. Das ist eine Irreführung der Patienten und für uns arzneimittelrechtlich nicht nachvollziehbar.
Wir werden das Thema auch bei der nächsten Bundesregierung wieder anbringen, denn mit solchen Problemen wollen wir nicht jeden Tag unsere Patienten konfrontieren. Die Stückelung ist ein großes Hemmnis für die Compliance der Patienten.

Mohringer: Ihre Darlegung geht mir als generelles Beispiel zu weit. Verschiedene Chargen in ein und derselben Packung sind nicht zulässig.

Keller: Es gibt sie aber.

Mohringer: Dann kann ich Sie nur bitten: Her damit. Da sitzen wir im selben Boot. Hier ist gegebenenfalls auch die Aufsichtsbehörde gefragt.

Keller: Ich schicke Ihnen das nächste Mal gerne ein solches Präparat und sorgen Sie dafür, dass das aufhört.

Mohringer: wenn es einen solchen Fall geben sollte, wäre dies ein Einzelfall, denn Importeure sind gesetzestreu. Importe sind bei der Arzneimittelkommission und den Aufsichtsbehörden unter strenger Kontrolle. Bei Importen wird besonders gut hingeschaut.

PZ: Herr Mohringer, wie steht es aus Ihrer Sicht um die Compliance bei Importen?

Mohringer: Compliance wird auch ein gutes Stück vom Apotheker gemacht. Wenn ich einem Patienten sage, ´ich muss dir jetzt ein Arzneimittel geben, ich weiß aber nicht, wo es herkommt’, dann hat das beim Patienten natürlich einen negativen Effekt. Apotheker sollten deshalb objektiv aufklären, dass der Import das selbe Arzneimittel ist wie das Original. Er ist nur preiswerter.

PZ: Kann es sich ein Apotheker leisten, ein Arzneimittel bei seinen Patienten schlecht zu machen?

Keller: Nein, ganz sicher nicht. Ein Apotheker wird niemals sagen, ein Arzneimittel sei schlecht oder wirke nicht. Diese Fälle sind zumindest Historie. Es sind die Patienten, die sich beschweren, und denen wir dann mühsam erklären müssen, was es mit dem Import auf sich hat.
Denn außer uns informiert keiner den Patienten über das Abgabegebot, keine Krankenkasse, kein Arzt.

PZ: Kommen wir noch einmal auf die Kombination von Aut idem und Importregelung. Ist das nicht eine Überforderung der Apotheke?

Keller: Allerdings. In meiner Apotheke habe ich zum Beispiel das Problem, dass ich durch die Verordnung von Hautärzten, Orthopäden, und Augenärzten viele Generika habe. Dagegen kann ich die Importquote mit diesen Verordnungen kaum erfüllen. Es ist wirklich ein kompliziertes Spiel und es gibt auch Apotheken, die nicht in der Lage sind, die Importquote zu erfüllen.
Wenn die Quote am 1. Januar auf 7 Prozent steigt, werden die Schwierigkeiten noch weiter zunehmen. Ich befürchte dann eine Prozesslawine meiner Kollegen. Wir können dies nur verhindern, wenn wir mit der neuen Bundesregierung das Thema pragmatisch angehen und eine bessere Lösung für den unglücklichen Schiedsspruch finden.

Mohringer: Ich denke, mit dem von mir vorgeschlagenen Modell, wenn möglich grundsätzlich einen Import abzugeben, kann man das Problem sehr einfach und erfolgreich lösen. Dort, wo Importe unter Aut idem fallen, ist es doch ziemlich einfach: Ist das Importarzneimittel im unteren Preisdrittel, gebe ich es ab und habe ich meine Aut-idem-Verpflichtung erfüllt und gleichzeitig meine Importquote erhöht. Ich kann also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

PZ: Wir möchten noch auf die Preisentwicklung bei Importen zu sprechen kommen. Einige Importeure haben die Preise mit der Quote doch deutlich angehoben.

Mohringer: Das stimmt nicht. Wir haben die Preise aller Importarzneimittel der sechs größten Anbieter, die zusammen 98,4 Prozent des Importmarktes abdecken, mit den Originalpreisen verglichen. Der Preisabstand betrug zum 1. Mai im Durchschnitt 10 Prozent. Die Behauptung, wir hätten die Preise großflächig erhöht, stammt von den Originalanbietern. Sie machen damit Stimmung gegen die Importe.
Natürlich gibt es auch Fälle in denen der Preisabstand zwischen Import und Original geringer ist. Manchmal ist kalkulatorisch einfach nicht mehr drin. Aus Sicht der Krankenkassen ist aber entscheidend, wie viel sie im Durchschnitt sparen und das sind 10 Prozent.

Keller: Nach unseren Daten liegt der Preisabstand niedriger, nämlich nur bei 7 bis 9 Prozent.

Mohringer: Dann unterscheiden sich Ihre und unsere Daten. Ich bleibe dabei, dass die Preisdifferenz im Schnitt bei 10 Prozent liegt.

PZ: Apotheker beklagen sich häufig über erhebliche Engpässe bei Importen. Wie steht es aktuell um die Verfügbarkeit der Importe?

Mohringer: Natürlich gibt es vereinzelt Probleme. Das muss man zur Kenntnis nehmen. Das konzentriert sich aber auf einige spezielle Präparate. Die Defekte haben auch etwas mit der europäischen Planung der Originalhersteller zu tun. Wenn bestimmte Arzneimittel in Spanien oder Griechenland verknappt werden, dann haben es Importeure natürlich schwer. Außerdem ist es bisweilen schwierig, die konkrete Nachfrage der deutschen Apotheken nach den einzelnen Arzneimitteln exakt zu kalkulieren, denn diese schwankt teilweise erheblich.

PZ: Glauben Sie, dass die Verfügbarkeit von der Industrie bewusst gesteuert wird?

Mohringer: Das hat schon etwas mit Kontingentierung zu tun und dies wird damit auf dem Rücken der Apotheker ausgetragen. Apotheker sollten Importe aber nicht grundsätzlich verteufeln. Sie sind nämlich auch ein wirtschaftlich interessantes Marktsegment. Ein Beispiel: Der Durchschnittspreis einer Arzneimittelpackung liegt in Deutschland bei 18 bis 19 Euro, der Durchschnittspreis des importbetroffenen Marktes liegt bei 32 Euro, aber der Schnittpreis der Importarzneimittel liegt mittlerweile bei 60 Euro. Daran sehen sie, dass Importe auch ökonomisch attraktiv für die Apotheke sind.

PZ: Das ist nicht verwunderlich. Im niedrigen Preisbereich, gibt es genug Generika.

Mohringer: Das sind verschiedene Marktsegmente, deshalb bleibt es dabei: Importe sind ökonomisch attraktiv, für den Großhandel und die Apotheke.

PZ: Sie sagten, dass sie die Nachfrage nicht kalkulieren können und dadurch zum Teil auch Lieferengpässe entstehen. Liegt das nicht vor allem an ihrer Sortimentsgestaltung? Kann es sein, dass Sie mit 44 Prozent des Gesamtmarktes ein zu großes Segment abdecken wollen. Wenn Sie sich auf 20 Prozent des Marktes beschränken würden, dann hätten Sie sicher weniger Probleme mit der Lieferfähigkeit.

Mohringer: Nein, das ist falsch. In den vergangenen Jahren ist der Anteil des importfähigen Marktes am Gesamtmarkt deutlich langsamer gestiegen als der tatsächliche Marktanteil der Importe. Daraus ergibt sich logischerweise, dass ihre These nicht stimmt.

Keller: Noch eine Frage zum Thema Importpotenzial: Wann werden die Importeure endlich die Pseudonummern aus der Lauertaxe nehmen?

Mohringer: Was sind Pseudonummern?

Keller: Das sind Einträge für Importe, die nicht lieferfähig sind. Sie stehen einfach nur als Platzhalter in der Lauertaxe, um die Quote der importfähigen Arzneimittel zu erhöhen. In Wirklichkeit sind sie außer Handel oder waren nie im Handel.

Mohringer: Wie bei allen Arzneimitteln sind eventuelle Lieferengpässe und Außer-Handel-Nahmen zwei verschiedene Paar Schuhe. Wie lange die IFA ein Arzneimittel in der Lauer-Taxe listet, das außer Handel genommen wurde, da müssen Sie die IFA fragen. Die ist dafür zuständig.

Keller: Die IFA macht, was der Hersteller sagt.

Mohringer: Wenn wir ein Produkt nicht mehr führen, dann melden wir es ‚Außer Handel’. Der importfähige Markt könnte logischerweise ohnehin nur dann vergrößert werden, wenn ein solches Präparat, der einzige Import für diesen Wirkstoff wäre. Sobald es noch andere Importe dafür gibt, beeinflusst eine Außer-Handel-Meldung das Potenzial nicht.

PZ: Wenn es kein Problem mit der Verfügbarkeit gibt, dann müssten die Apotheker die Importquote spielend erfüllen, Herr Keller?

Keller: Nein, einige Kollegen können das nicht. In manchen Fällen schon bei 5,5 Prozent. Bei der ab 2003 geltenden Quote von 7 Prozent werden die Probleme noch größer.

Mohringer: Mit dieser Aussage habe ich ein Problem. Die Quote von 7 Prozent Markanteil für Importe ist jetzt schon erfüllt. Ich versichere Ihnen, dass die Importeure auch in Zukunft alles tun werden, für ein breites und konstantes Angebot zu sorgen.

Keller: Sie garantieren, dass Sie die Quote auch zum 1. Januar erfüllen können?

Mohringer: Das haben wir doch jetzt schon.

Keller: Ja. Im Moment erfüllen sie zwar in allen Bundesländern die Quote, aber ob die so bleibt, ist eine andere Frage. Wir hören aus Ländern, in denen Sie einkaufen, dass es dort schon Probleme mit der Verfügbarkeit für die Inländer gibt. Diese Staaten werden sich nicht gefallen lassen, dass ihre Bevölkerung zu Lasten der Deutschen unterversorgt ist.

Mohringer: Die Versorgung nationaler Märkte geht immer vor, andere Behauptungen sind unzutreffend. In Ländern wie Spanien und Griechenland ist ein nationaler Versorgungsauftrag auch für den Pharmagroßhandel gesetzlich vorgegeben. Im Übrigen wird seit 25 Jahren behauptet, dass wir in kürzester Zeit nicht mehr lieferfähig seien. Bislang hat dies nicht gestimmt und das wird auch so bleiben.

Keller: Also definitiv die Erfüllung der Quote?

Mohringer: Definitiv.

Keller: Quer durch Deutschland?

Mohringer: Auf jeden Fall.

PZ: Wenn sie überall 7 Prozent erfüllen wollen, dann brauchen Sie sicher insgesamt 9 oder 10 Prozent.

Mohringer: Das ist richtig, wir gehen trotzdem davon aus, dass wir es schaffen.

Keller: Eines interessiert mich noch: Beliefern Sie auch Internet-Apotheken?

Mohringer: Nein, warum sollten wir das tun?

Keller: Die betreiben Rosinenpickerei und Sie sind ja auch auf dem Gebiet tätig.

Mohringer: Wir machen sicher keine Rosinenpickerei.

Keller: Aber sie leben beide von Preisdifferenzen innerhalb der EU.

Mohringer: Das ist aber auch die einzige Gemeinsamkeit. In meiner Position zu DocMorris und andern Internet-Apotheken befinde ich mich hundertprozentig an der Seite der Apothekerschaft. Top

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