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Unzufriedenheit mit dem Gesundheitswesen wächst

04.09.2000
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-PolitikGovi-Verlag

Unzufriedenheit mit dem Gesundheitswesen wächst

von Ute Burtke, Berlin

Die Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen in den neuen Bundesländern hat in den vergangenen zwei Jahren leicht abgenommen. Das Sozialwissenschaftliche Forschungszentrum Berlin-Brandenburg (SFZ) hat dies in seinem „Sozialreport 2000 – Daten und Fakten zur sozialen Lage in den neuen Bundesländern" herausgefunden. Befragt werden seit 1990 jährlich Männer und Frauen in den neuen Bundesländern, in diesem Jahr waren es 1362 über 18 Jahre.

Die Ursache für eine zunehmende Unzufriedenheit mit dem Gesundheitswesen sieht SFZ-Geschäftsführer Professor Gunnar Winkler in zunehmenden Ängsten vor Sozialabbau und Einschnitten in der Gesundheitsversorgung vor allem bei Älteren. Die Diskussionen um Renten- und Gesundheitsreform 2000 verunsicherten sie zusehends.

Vergleicht man allerdings die Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen im Jahr 1990 mit heute, gibt es insgesamt eine positive Tendenz. Waren 1990 nur 29 Prozent mit dem Gesundheitswesen zufrieden, gab es im Juni 2000 bereits bei 41 Prozent Zustimmung. Die Unzufriedenheit sank im gleichen Zeitraum von 34 auf 18 Prozent.

Die Lebenszufriedenheit insgesamt steigt seit 1990 in den neuen Bundesländern tendenziell an: Sie erreicht 1999/2000 mit 59 und 58 Prozent den höchsten Wert. Vor zehn Jahren lag die Zufriedenheit insgesamt nur bei 33 Prozent.

Eine Verschiebung gab es in der Wertehierarchie in den neuen Bundesländern. Während Arbeit in der Wertestruktur ungebrochen eine große Rolle spielt, hat sich ein Wandel hinsichtlich des Stellenwertes von Kindern im Leben junger Menschen vollzogen. 1990 hielten 51 Prozent aller Frauen der Altersgruppe 18 bis 25 Jahre Kinder in ihrem Leben für „sehr wichtig" und 24 Prozent für „weniger wichtig" und „unwichtig". Im Jahr 2000 halten nur noch 37 Prozent der Frauen Kinder für „sehr wichtig" und 39 Prozent für „weniger wichtig" und „unwichtig".Top

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