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Ministerium überdenkt Zuzahlung

26.11.2001  00:00 Uhr

Ministerium überdenkt Zuzahlung

von Rainer Vollmer, Berlin

Die Zuzahlung der Versicherten für Arzneimittel soll völlig geändert werden. Im Bundesgesundheitsministerium wird derzeit konkret an einem neuen Gesetz gearbeitet.

Im Ministerium ist man überzeugt, dass das gegenwärtige Zuzahlungssystem die Verordnung von Großpackungen fördert. Der geringe Unterschied bei den Zuzahlungen für die einzelnen Packungen mache das möglich. Derzeit zahlen die Versicherten 8 DM für eine kleine, 9 DM für eine mittlere und 10 DM für eine Großpackung. Dieser kleine finanzielle Unterschied verführe den Arzt zur Verordnung von Großpackungen. Aber auch der Versicherte ist verstärkt daran interessiert, die für ihn höheren Zuzahlungen bei der Verordnung kleiner Arzneimittelpackungen durch Verschreibung von Großpackungen zu verhindern.

Mit den Veränderungen der Zuzahlungen will das Ministerium allerdings keine erhöhte Selbstbeteiligung des Versicherten einführen. Der bisherige Anteil von rund 3 bis 4 Milliarden DM Selbstbeteiligung soll lediglich kostenneutral umgeschichtet werden.

Vor wenigen Jahren noch hatten Politik und Wissenschaft gefordert, den Anteil von Großpackungen für chronisch Kranke anzuheben. Damit sei eine Kostensenkung insgesamt verbunden: Der Patient müsse nicht so oft zum Arzt, Großpackungen seien preiswerter. Offensichtlich gelten diese Überlegungen nicht mehr. Top

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