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Arzneimittel und öffentliche Gesundheit

10.07.2000
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-PolitikGovi-Verlag

EUROPÄISCHE UNION

Arzneimittel und öffentliche Gesundheit

von Susanne Hof, Brüssel

Auf dem Rat "Gesundheit", der am 29. Juni 2000 stattfand, nahmen die für den Gesundheitsbereich zuständigen Vertreter der EU-Mitgliedstaaten Schlussfolgerungen zum Thema "Arzneimittel und öffentliche Gesundheit" an.

Darin wird bestätigt, dass im pharmazeutischen Bereich auch weiterhin auf nationaler und gemeinschaftlicher Ebene Regulierungsbedarf besteht, um den Versorgungsbedarf Einzelner mit der sozialen Verantwortung in Einklang zu bringen. Auch die Interessen der pharmazeutischen Industrie seien dabei angemessen zu berücksichtigen. Die Rolle der EU sei es, die Mitgliedstaaten bei diesen Aufgaben zu unterstützen. Dies gelte insbesondere im Hinblick auf die Erweiterung der Union.

Der Rat betont das Erfordernis, die Ausgaben für Arzneimittel gleichermaßen wie die Gesundheitskosten als solche unter die Lupe zu nehmen, um einen vernünftigen Einsatz der verfügbaren Ressourcen sicherzustellen. Einen wertvollen Beitrag hierzu könne die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten leisten, wenn dabei Erfahrungen ausgetauscht und Bewertungsmethoden entwickelt würden. Entsprechende Gemeinschaftsmaßnahmen im Rahmen der von der Kommission unlängst vorgestellten neuen europäischen Gesundheitsstrategie könnten gerade auch im Arzneimittelbereich von Nutzen sein.

In den Schlussfolgerungen wird die Verantwortung der Politik für die dynamische Entwicklung pharmazeutischer Märkte und die Situation der Pharmaindustrie als führender Technologiesektor hervorgehoben. Um Arzneimittelinnovationen, die sowohl für die Industriepolitik als auch für den Gesundheitsschutz maßgeblich sind, gezielter fördern zu können, betont der Rat die Bedeutung der Identifizierung von Arzneimitteln mit therapeutischem Mehrwert. Auch der vermehrte Einsatz von Generika könne dazu beitragen, Kosten zu senken und Mittel für Innovationen zu erschließen.

Angehörige der Gesundheitsberufe sowie die Bevölkerung sollten nach Meinung des Rates besseren Zugang zu industrieunabhängigen Informationen über Arzneimittel erhalten. Hierfür schlägt der Rat die Einrichtung neuer Datenbanken zusätzlich zum Ausbau der bestehenden Informationssysteme vor.

Weitere Ausführungen macht der Rat zum europäischen Zulassungsverfahren und der anstehenden Überprüfung des europäischen Arzneimittelrechts sowie zu Antibiotikaresistenz und Tierarzneimitteln.Top

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