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Vitamin-C-Studie nicht überbewerten

27.03.2000
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-PharmazieGovi-Verlag

Vitamin-C-Studie nicht überbewerten

von Ulrich Brunner, Eschborn

Männer zwischen 40 und 60, die regelmäßig Vitamin-C-Präparte schlucken, könnten ein erhöhtes Atheroskleroserisiko haben. Das postulierten zumindest James H. Dwyer und seine Kollegen von der University of Southern California, Los Angeles, während eines Kongresses der American Heart Association im März in San Diego. Sie berufen sich dabei auf die noch nicht publizierten Daten der Los Angeles Atherosclerosis Study. Die Studienergebnisse sollen aber nach Meinung von Experten nicht überbewertet werden.

Die Forscher hatten über 18 Monate insgesamt bei 573 Männern zwischen 40 und 60 den Wanddurchmesser der Nackenaterie per Ultraschall gemessen und den Vitamin-C-Konsum Probanden mit Hilfe von Bluttests und Fragebögen bestimmt.

Sein Team habe bei Männern, die regelmäßig 500 mg Ascorbinsäure einnahmen, eine 2,5mal dickere Gefäßwand gemessen, sagte Dwyer. Bei Rauchern, die Vitamin C einnahmen, hätte man sogar eine fünfmal dickere Wand registriert, ergänzte der Forscher auf einer Pressekonferenz. Er warnte jedoch davor, die Ergebnisse dieser einzelnen Arbeit überzubewerten.

Vor einer allgemeinen Vitamin-C-Hysterie warnte auch Dr. Joseph Vita von der Universität von Boston. Schließlich hätten auch andere Risikofaktoren, die in der kalifornischen Studie nicht untersucht wurden, zu diesem Ergebnis führen können. Beispielsweise neigten Männer, die "über den Zustand ihrer Gefäße besorgt seien", generell dazu, Vitamin C einzunehmen.

"Ich empfehle meine Patienten weiterhin eine Vitamin-C-reiche Diät vor allem aus Früchten und Gemüse", erklärte Vita. Sowohl Vita als auch Dwyer und andere Vertreter der American Heart Associtation sind sich einig, dass derzeit nicht genügend Studiendaten vorliegen, die prinzipiell gegen eine Supplementation mit Ascorbinsäure sprechen. Top

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