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Phase-III-Ergebnisse von Efalizumab

12.05.2003
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Phase-III-Ergebnisse von Efalizumab

von Conny Becker, Berlin

Efalizumab (Raptiva®) ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper zur Therapie der mittleren bis schweren Plaque-Psoriasis. Bisher wurden mehr als 2100 Patienten in Phase-III-Studien behandelt, ein Antrag auf Zulassung liegt sowohl der amerikanischen als auch der europäischen Zulassungsbehörde seit Dezember 2002 beziehungsweise Februar 2003 vor.

Raptiva modifiziert gezielt die T-Zellen und hemmt dadurch zwei entscheidende Entzündungsprozesse, die an der Reaktionskaskade bei der Entstehung von Psoriasis beteiligt sind.

Zum einen bindet der Antikörper selektiv an die CD11a-Kette des LFA-1 (Leukocyte Function Assosiated Antigen) an der T-Zell-Oberfläche. Daher kann der T-Lymphozyt nicht an das Adhäsionsmolekül ICAM-1 an der Oberfläche des Blutgefäß-Endothels binden. Die Adhäsion ist jedoch entscheidend für den Austritt der T-Zellen aus der Blutbahn in das Gewebe, was eine Psoriasis pathologisch kennzeichnet. Zum anderen hemmt Efalizumab überdies in der Dermis und Epidermis die sekundäre T-Zell-Aktivierung, sodass proinflamatorische Zytokine nicht ausgeschüttet werden. Entzündungsreaktionen gehen deutlich zurück.

In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie, die im Rahmen der 47. Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft vorgestellt wurde, erhielten 1095 Patienten über zwölf Wochen entweder 1 oder 2 mg/kg Körpergewicht Efalizumab einmal wöchentlich subcutan oder Placebo. Klinische Resultate stellten sich schon nach zwei Wochen ein. Der primäre Endpunkt war eine 75-prozentige Reduzierung des Index zur Ausdehnung und Schwere der Psoriasis (PASI). Zusätzlich wurde eine 50-prozentige Abnahme des PASI und die Besserung der Lebensqualität untersucht. Nach Ende der Behandlung verbesserte sich bei 29 Prozent der Patienten mit einer 1 mg-Dosierung der PASI 75 (2 mg: 28 Prozent) und bei 56 Prozent der PASI 50 (2 mg: 55 Prozent), verglichen mit 3 beziehungsweise 15 Prozent unter Placebo.

In einer noch laufenden offenen Langzeitstudie mit Efalizumab in einer Dosierung von 2 mg/kg Körpergewicht senkte sich der PASI 75 nach 60 Wochen bei über 64 Prozent der 339 Patienten. Um 50 Prozent reduzierte sich der Index bei rund 80 Prozent der behandelten. Mehr als 31 Prozent erreichten einen PASI 90. Dabei wurde Efalizumab generell gut vertragen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählten Kopfschmerz, Erkältungen, Schmerzen und Fieber, sie gingen jedoch nach zwei Wochen Behandlungsdauer auf Placeboniveau zurück. Infektionen traten unter Efalizumab gegenüber Placebo nicht signifikant häufiger auf. Top

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