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Fettsäuren in geschmackvoller Alternative

24.07.2000
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-PharmazieGovi-Verlag

Fettsäuren in geschmackvoller Alternative

von Gunter Metz, Basel

Fisch ist auf deutschen Tellern wenig beliebt. Wir sollten unseren Körper nach internationalen Empfehlungen aber mindestens mit 1,4 g langkettigen n-3-Fettsäuren (n-3-LCP) wie Eicosapentaen (EPA)- und Docosahexaensäure (DHA) pro Woche versorgen. Die Deutschen verzehren davon gerade mal die Hälfte.

Mehr Fisch essen wäre wünschenswert, ist aber leichter empfohlen als verwirklicht, meint Professor Dr. Michael Hamm von der Fachhochschule Hannover. Functional Food sei daher eine sinnvolle Alternative, um den täglichen Bedarf zu decken.

Die langkettigen n-3-Fettsäuren beeinflussen Blutlipidspiegel und Blutdruck günstig. Zudem wirken sie antientzündlich und immunmodulierend bei rheumatischen Erkrankungen. Aber vor allem ihr antiarrhythmisches Potenzial interessiert die klinische Forschung. Die Ergebnisse einer Multizenterstudie brachten hierzu 1999 den erhofften Beweis. Bei der Untersuchung mit mehr als 11.000 Infarktpatienten zeigte sich, dass täglich 1 g EPA/DHA das Risiko für nicht tödlichen Infarkt oder Schlaganfall um 15 Prozent senken. Das Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung zu sterben, sank sogar um 30 Prozent.

DHA stützt Hirnfunktion

Für Schwangere und Säuglinge ist besonders DHA wichtig. Beim Fetus wird die Gehirnreifung gefördert, beim Säugling die Sehleistung und die Fähigkeit komplexe Aufgaben zu lösen. Nach Meinung von Dr. Reto Muggli von Hoffmann-La Roche, Basel, könnte Docosahexaensäure auch die Hirnfunktionen Erwachsener verbessern und gesund erhalten.

Fisch aus Fruchtsaft und Eiern

Auf dem deutschen Markt gibt es bereits mit DHA und EPA angereicherte Lebensmittel: Brot, Brötchen, Margarine, Nudeln, Eier und Fruchtsaftgetränke; für Fischgegner im Vergleich zu Fischölkapseln eine willkommene Alternative. Kein Fischgeschmack verrät die Herkunft der Fettsäuren.

Auf europäischer Ebene bemühen sich Firmen bereits um "Health Claims". Bisher sind Werbeaussagen zur Prävention von Krankheitsrisiken verboten. Solche Aussagen wären für sie allerdings eine interessante Perspektive, insbesondere im Bezug auf weitverbreitete Erkrankungen wie Osteoporose, Arterioerosklerose, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen.Top

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