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Kinder ohne ausreichenden Impfschutz

10.04.2000  00:00 Uhr

-PharmazieGovi-Verlag

Kinder ohne ausreichenden Impfschutz

von Daniel Rücker, Stuttgart

Zur ersten Impfung bringen noch fast alle Eltern ihr Neugeborenes, doch schon zwei Jahre später erlahmt bei manchen Müttern und Vätern der Enthusiasmus. Nach den Erfahrungen von Professor Dr. Burkhard Schneeweiß haben drei von zehn Zweijährigen nicht den kompletten Impfschutz.

Dabei ist der Nutzen der Impfungen unbestritten. "Zweifellos sind die größten Erfolge der Prophylaxe auf dem Gebiet der Schutzimpfungen zu verzeichnen", sagte der Pädiater während der Interpharm in Stuttgart. Trotzdem lehnen einige Eltern das Impfen ab, weil sie zu große Nebenwirkungen befürchten.

Schneeweiß hält dies für völlig unbegründet. Moderne Impfstoffe seien wesentlich besser verträglich als ältere Vakzinen. Auch die Sorge vor Allergien sei unnötig. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass Kinder mit vollständigem Impfschutz häufiger Allergien entwickelten als nicht geimpfte Kinder.

Auf Grund der mangelnden Impfdisziplin hinke Deutschland bei der Bekämpfung vieler Krankheiten hinter anderen Industrienationen her. So seien die Masern in den USA ausgerottet während in Deutschland jährlich bis zu 80 000 Kinder daran erkranken. In einzelnen Fällen verläuft die als Kinderkrankheit verniedlichte Virusinfektion tödlich. Apothekerinnen und Apotheker sollten deshalb unbedingt junge Eltern dazu animieren, ihre Kinder nach den STIKO-Empfehlungen impfen zu lassen, so Schneeweiß.Top

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