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Kombination von Pankreatin und Simeticon ist wirksam und gut verträglich

13.12.2004
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Anwendungsbeobachtung

Kombination von Pankreatin und Simeticon ist wirksam und gut verträglich

von Ulrike Weingärtner und Marianne Petersen-Braun, Leverkusen

Rund zwei Drittel der Bevölkerung leidet unter Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und Oberbauchschmerzen. Zur Unterstützung der körpereigenen Verdauung werden Enzympräparate wie Enzym Lefax® eingesetzt. Eine apothekenbasierte Anwendungsbeobachtung bestätigte nun dessen Wirksamkeit und Verträglichkeit unter Alltagsbedingungen.

Eine unzureichende Verdauungsleistung (Maldigestion) ist durch zahlreiche Symptome gekennzeichnet. Das Spektrum reicht von Blähungen, Druck- und Völlegefühl über Oberbauchschmerzen und Übelkeit bis hin zur Appetitlosigkeit. Auch wenn es sich um ein zeitlich begrenztes und harmloses Beschwerdebild handelt, sind die Symptome für die Betroffenen belastend.

Einer Maldigestion können funktionelle Störungen oder organische Ursachen wie ein Gallenleiden oder eine exokrine Pankreasinsuffizienz zu Grunde liegen. Bei funktionellen Verdauungsbeschwerden führt der Verzehr von zu fetten und reichhaltigen Mahlzeiten zu einer kurzfristigen Überforderung des Verdauungssystems. Nicht vollständig verdaute Nahrungsbestandteile gelangen in den Dickdarm und werden dort von den Darmbakterien unter Gasbildung verstoffwechselt. Als Folge treten gasbedingte Beschwerden wie Blähungen, Druck- und Spannungsgefühl auf. Vor allem ältere Menschen sind von diesen Verdauungsbeschwerden betroffen, da im Alter die Funktion der Bauchspeicheldrüse und damit die Produktion der Verdauungsenzyme nachlässt. Auch bei einer bestehenden Hypoacidität des Magens sowie einem Mangel an Gallensäuren kann die Verdauungsleistung vorübergehend eingeschränkt sein.

Neben allgemeinen Behandlungsmaßnahmen wie dem Meiden schwer verdaulicher Speisen, körperlicher Betätigung oder dem Abbau von Stress und Hektik werden Enzym Lefax Kautabletten zur Unterstützung der Verdauungsfunktion eingesetzt. Das Kombinationspräparat enthält die Wirkstoffe Pankreatin und Simeticon und besitzt somit ein zweifaches Wirkprinzip. Die Verdauungsenzyme unterstützen die Verdauungsfunktion, verbessern die Resorption und verhindern, dass unverdaute Nahrungsbestandteile in den Dickdarm gelangen. Die entschäumend wirkende Substanz Simeticon löst die im Darm eingeschlossenen Gasblasen auf und lindert dadurch Blähungen und Druckgefühl. Mit Hilfe einer apothekenbasierten Anwendungsbeobachtung (AWB) wurden Wirksamkeit und Verträglichkeit des Präparates unter Alltagsbedingungen untersucht. Diese Methode ist geeignet, die Arzneimittelanwendung in der Selbstmedikation zu erfassen (1,3). Die daraus gewonnenen Informationen zu den Einnahmegewohnheiten der Patienten unterstützen den Apotheker bei seiner Beratungstätigkeit.

Studienaufbau

Ziel dieser prospektiven Beobachtungsstudie war es, alltagsnahe Erkenntnisse über die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Enzym Lefax zur Unterstützung der Verdauungsfunktion zu gewinnen. Darüber hinaus sollten die Gewohnheiten der Patienten im Hinblick auf die Arzneimittel-Anwendung untersucht werden. Hierzu wurde von August 2003 bis Februar 2004 eine einarmige, apothekenbasierte AWB im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. Bis zum 31. Dezember 2003 wurden die Kautabletten sowohl vom Arzt verordnet als auch vom Patienten rezeptfrei in der Apotheke gekauft. Daher wurden Daten sowohl zur Anwendung in der Selbstmedikation als auch zur Anwendung unter ärztlicher Aufsicht erfasst. Die offene, nicht-intervenierende Beobachtungsstudie entsprach in Konzeption und Durchführung den Empfehlungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) (2).

Patienten, die das Enzympräparat kauften, wurde in der Apotheke ein Dokumentationsbogen ausgehändigt, in dem neben demographischen und anamnestischen Merkmalen Daten zur Anwendung des Präparates sowie zu Wirksamkeit und Verträglichkeit erfasst wurden. Die Patienten machten Angaben zur vermuteten Ursache, Art und Häufigkeit der Beschwerden, zur Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität sowie zu Dosierung, Dauer und Zeitpunkt der Einnahme. Mögliche unerwünschte Ereignisse, die im Zusammenhang mit der Einnahme des Präparates auftraten, sollten von den Patienten ebenfalls dokumentiert werden. Die anonymisierten Daten wurden deskriptiv und explorativ ausgewertet. Zur Sicherung der Datenqualität wurden Plausibilitätsprüfungen durchgeführt.

Ergebnisse

Insgesamt war ein Rücklauf von 1097 Fragebögen (49,1 Prozent) aus 266 Apotheken zu verzeichnen. Die Studienpopulation hatte einen Frauenanteil von 65,9 Prozent und einen Männeranteil von 34,1 Prozent. Das Alter der Patienten lag im Mittel bei 46,6 ± 17,3 Jahren (Median: 45,0). 43,8 Prozent der Patienten waren bei einem BMI-Grenzwert von ≥ 25 kg/m2 als übergewichtig oder adipös einzustufen.

Am häufigsten Blähungen/Völlegefühl

Die häufigsten Verdauungsbeschwerden waren Blähungen und Völlegefühl, wobei Mehrfachnennungen möglich waren. Insgesamt wurden von 1095 Teilnehmern 2219 Beschwerden dokumentiert. 76,7 Prozent der Befragten gaben als Symptome Blähungen und 63,4 Prozent Völlegefühl an. 32,1 Prozent litten unter Oberbauchschmerzen. Bei 29,2 Prozent traten die Beschwerden seit weniger als sechs Monaten auf. 18,7 Prozent litten seit einem Jahr und 23,8 Prozent seit mehr als drei Jahren unter den Symptomen der Maldigestion. Zum ersten Mal von der Symptomatik betroffen waren lediglich 15,5 Prozent der Patienten. Meist traten die Beschwerden entweder gelegentlich, das heißt, zwei- bis dreimal pro Monat (44,0 Prozent) oder häufig, das heißt, mindestens einmal pro Woche (40,0 Prozent) auf. 16,0 Prozent der Studienteilnehmer litten nur zwei- bis dreimal pro Quartal unter Verdauungsproblemen.

Ernährung als Ursache

Am häufigsten gaben die Teilnehmer mit 67,1 Prozent die Ernährung als Ursache für ihre Verdauungsbeschwerden an. An zweiter Stelle wurde mit 57,9 Prozent Stress und psychische Belastung in Beruf oder Privatleben genannt. 33,8 Prozent vermuteten, dass die Beschwerden durch Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts bedingt seien. Aus einer weiteren Spezifizierung der Magen-Darm-Erkrankungen wurde ersichtlich, dass hier vor allem Erkrankungen des Magens (32,9 Prozent), der Galle (25,6 Prozent) und des Darms (23,2 Prozent) sowie eine eingeschränkte Funktion der Bauchspeicheldrüse (20,8 Prozent) im Vordergrund standen. 30,4 Prozent gaben Genussmittel als auslösenden Faktor ihrer Beschwerden an (Mehrfachnennungen möglich).

Gut wirksam und verträglich

Die Beurteilung der therapeutischen Wirksamkeit fiel positiv aus. Insgesamt bewerteten 89,7 Prozent der Patienten die Wirksamkeit als „sehr gut“ oder „gut“, 9,9 Prozent stuften sie als mäßig ein und in nur 0,4 Prozent der Fälle wurde die Wirksamkeit als schlecht empfunden.

Die Verträglichkeit des Präparates wurde von 95,8 Prozent der Patienten mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet. Lediglich 2,6 Prozent (31 Nennungen von 28 Anwendern) der Patienten berichteten im Zusammenhang mit der Einnahme des Präparates über unerwünschte Ereignisse. Davon waren die meisten nach WHO-ART-Klassifizierung dem „Verdauungstrakt“ („Gastrointestinal System Disorders“) zuzuordnen, wobei die häufigsten Nennungen „Durchfall“ und „Mundschleimhautentzündung“ waren (12 beziehungsweise 3 Nennungen).

Anwendungsgewohnheiten

Gemäß der Einnahmeempfehlung sollen 1 bis 2 Kautabletten dreimal täglich gut zerkaut zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Dies entspricht pro Einzeldosis einer Einnahme von 41,2 bis 82,4 mg Simeticon und 50 bis 100 mg Pankreaspulver.

Etwa die Hälfte der Patienten (56,8 Prozent) nahm 2 Kautabletten als Einzeldosis ein. In 36,3 Prozent der Fälle wurde 1 Tablette als Einzeldosis verwendet. Insgesamt hielten sich die Patienten bei der Dosierung weitgehend an die Einnahmeempfehlungen. 24,1 Prozent der Studienteilnehmer nahmen dreimal täglich 2 Tabletten ein. Weitere Einnahmevarianten waren dreimal täglich 1 Tablette (16,1 Prozent) oder zweimal täglich 2 Tabletten (14,8 Prozent). Im Hinblick auf den Einnahmezeitpunkt wurde deutlich, dass mehr als die Hälfte der Befragten der Einnahmeempfehlung nicht gerecht wurden. 60,6 Prozent der Studienteilnehmer nahmen das Präparat bei Bedarf, unabhängig von den Mahlzeiten ein. 39,4 Prozent gaben an, es empfehlungsgemäß zu den Mahlzeiten einzunehmen. Die Abweichung des Einnahmezeitpunktes von der Einnahmeempfehlung zeigt den Beratungsbedarf der Patienten auf. Im Beratungsgespräch sollte auf die Anwendung zur Mahlzeit hingewiesen werden, um einen sachgerechten Gebrauch sicherzustellen.

In Bezug auf die Dauer der Einnahme gaben 68,2 Prozent der Studienteilnehmer an, Enzym Lefax nur bei Bedarf zu verwenden. 12,4 Prozent nahmen das Präparat regelmäßig über einen längeren Zeitraum ein und 7,7 Prozent verwendeten es zur Vorbeugung.

Der Apotheker als wichtiger Ratgeber

Enzym Lefax wurde überwiegend ohne ärztliche Verordnung eingesetzt. 87,5 Prozent der Befragten hatten sich das Präparat im Rahmen der Selbstmedikation zur eigenverantwortlichen Behandlung der Beschwerden gekauft. Lediglich 12,5 Prozent der Studienteilnehmer hatten das Arzneimittel vom Arzt verschrieben bekommen. In knapp 70 Prozent der Fälle wurde das Präparat auf Empfehlung des Apothekers gekauft. 15,3 Prozent folgten dem Rat von Familienmitgliedern und Freunden und 11,1 Prozent waren über die Werbung auf das Präparat aufmerksam geworden, Mehrfachnennungen waren möglich.

Einfluss auf die Lebensqualität

Um den Einfluss der Beschwerden und der Arzneimittelanwendung auf die Lebensqualität zu untersuchen, wurde im Dokumentationsbogen das Ausmaß der Einschränkung bei der Arbeit oder anderen alltäglichen Beschäftigungen erfasst. 43,8 Prozent der Befragten fühlten sich leicht, 18,2 Prozent mittel und 7,6 Prozent stark durch die Verdauungsbeschwerden bei ihrer Arbeit beziehungsweise tagtäglichen Beschäftigung beeinträchtigt. Rund ein Drittel der Studienteilnehmer fühlte sich nicht eingeschränkt.

Dabei standen bei Patienten, die sich nicht oder nur leicht durch die Beschwerden beeinträchtigt fühlten, Blähungen und Völlegefühl als behandlungsbedürftige Symptome im Vordergrund. Blähungen wurden von circa 40 Prozent und Völlegefühl von ungefähr einem Drittel der Teilnehmer ohne oder mit leichter Beeinträchtigung genannt. Mit zunehmender Einschränkung wurden die Symptome Oberbauchschmerzen und Übelkeit vergleichsweise häufiger angegeben. Bei Patienten mit mittlerer oder starker Einschränkung lag der Anteil von Oberbauchschmerzen bei rund 20 Prozent und von Übelkeit bei rund 10 Prozent. Fühlten sich die Betroffenen gar nicht oder nur leicht beeinträchtigt, traten die Beschwerden in rund 60 Prozent der Fälle zum ersten Mal auf oder bestanden seit weniger als einem Jahr und traten in ungefähr zwei Drittel der Fälle gelegentlich oder selten auf. Bei Patienten, die sich stark beeinträchtigt fühlten, bestanden die Beschwerden bei über der Hälfte der Betroffenen seit mehr als drei Jahren und traten in 75,6 Prozent der Fälle häufig (mindestens einmal wöchentlich) auf. Nahezu alle Studienteilnehmer (96,9 Prozent) würden das Präparat bei ähnlichen Beschwerden wieder verwenden.

Diskussion

Mit dieser apothekenbasierten AWB konnte unter Alltagsbedingungen bestätigt werden, dass das Kombinationspräparat Enzym Lefax die köpereigene Verdauung unterstützt und die Symptome einer unzureichenden Verdauungsleistung lindert. Die Wirksamkeit des Präparates wurde von der Mehrzahl der Patienten als sehr gut oder gut eingestuft.

Darüber hinaus konnten auch die Sicherheit und Verträglichkeit in dieser AWB bestätigt werden. Die Verträglichkeit wurde mehrheitlich mit sehr gut beziehungsweise gut bewertet und unerwünschte Ereignisse wurden nur selten berichtet. In Bezug auf die unerwünschten Ereignisse ist zu berücksichtigen, dass diese auf der Selbstauskunft der Patienten basieren. Der kausale Zusammenhang zwischen dem berichteten Ereignis und der Anwendung des Präparates konnte auf Grund der anonymisierten Daten nicht untersucht werden. Eine Untersuchung zur Evaluierung apothekenbasierter AWBs zeigte, dass durch diese Form der Datenerhebung tendenziell eine höhere Inzidenz unerwünschter Ereignisse beobachtet wird. Ursachen hierfür können die Nennung allgemeiner, unspezifischer Ereignisse oder die Vermengung von unerwünschten Ereignissen mit den Symptomen oder Begleitsymptomen des eigentlich zu behandelnden Beschwerdebilds sein (3). Auch die Art der Fragetechnik beeinflusst die Häufigkeit der Nennungen unerwünschter Ereignisse. Geschlossene Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten erzeugen eine höhere Inzidenz als offene Fragen, wobei in dieser Untersuchung eine offene Frage zum Auftreten von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Arzneimitteleinnahme verwendet wurde (4).

Die in dieser Untersuchung am häufigsten genannten Ereignisse betrafen den Gastrointestinaltrakt. Insofern könnten die Patienten hier Symptome/Begleitsymptome des Beschwerdebildes als unerwünschte Ereignisse angebeben haben. Das Ereignis „Mundschleimhautreizung“, das von drei Anwendern angegeben wurde, ist als Nebenwirkung des Präparates bekannt und in der Gebrauchsinformation aufgeführt. Dies untermauert die These, dass Patienten bereits bekannte Nebenwirkungen erkennen und dokumentieren können, sofern es sich um erkennbare Symptome handelt (5). Insgesamt betrachtet ist anzunehmen, dass die tatsächliche Rate von Ereignissen mit kausalem Zusammenhang zur Arzneimitteleinnahme niedriger liegt als die in Beobachtungsstudien von den Patienten selbst angegebenen, nicht auf kausalen Zusammenhang geprüften Ereignisse (6).

Symptome und Lebensqualität

Blähungen, Völlegefühl und Oberbauchschmerzen waren die meist genannten Symptome, die durch das untersuchte Präparat behandelt werden sollten. Diese drei Beschwerden zählen zu den dyspeptischen Beschwerden des Motilitätstyps und können neben einer verminderten Motilität mit einer unzureichenden Aufspaltung der Nährstoffe, vor allem der Fette, in Zusammenhang stehen. Auch die anderen genannten Symptome Übelkeit, vorzeitiges Sättigungsgefühl und Appetitlosigkeit gehören zur Bandbreite der Symptomatik einer ungenügenden Verdauungsleistung, so dass die bestimmungsgemäße Anwendung des Präparates gefolgert werden kann.

Bei rund 40 Prozent der Befragten traten die Beschwerden mindestens einmal pro Woche auf, wobei ebenfalls rund 40 Prozent seit mehr als einem Jahr unter den Beschwerden litten. Zur Einschränkung der alltäglichen Beschäftigung durch die Symptome der Maldigestion gaben etwa zwei Drittel der Befragten an, sich leicht oder mittelstark beeinträchtigt zu fühlen. Die Symptome Übelkeit und Oberbauchschmerzen wurden vergleichsweise häufiger von Betroffenen mit starker Einschränkung genannt. Dies deckt sich mit den Ergebnissen der schweizerischen Untersuchung im Rahmen des DIGEST-Projektes. Auch in dieser Studie hatte Übelkeit und epigastrische Schmerzen den größten Einfluss auf den Alltag (7).

Frauen sind häufiger betroffen

Frauen waren mit einem Anteil von etwa zwei Drittel der Studienpopulation häufiger vertreten als Männer. Der höhere Anteil weiblicher Teilnehmer könnte darauf hin deuten, dass Frauen häufiger unter Maldigestion leiden als Männer. Dies unter der Annahme, dass der unselektierte Studienansatz der apothekenbasierten AWB das geschlechtsspezifische Verhältnis der von der Symptomatik betroffenen Patienten widerspiegelt. Epidemiologische Studien zeigen, dass Frauen häufiger von funktionellen dyspeptischen Beschwerden betroffen sind als Männer. Ob allerdings in der Gruppe mit Beschwerden des Motilitätstyps häufiger Frauen vertreten sind, ist noch nicht abschließend geklärt (8, 9). Der größere Anteil weiblicher Teilnehmer an der apothekenbasierten Untersuchung könnte die These des häufigeren Auftretens bei Frauen stützen. Möglicherweise sind betroffene Frauen jedoch im Vergleich zu Männern eher bereit, die Beschwerden mit Arzneimitteln aus der Apotheke selbst zu behandeln.

 

Es besteht Beratungsbedarf Enzym Lefax wurde in dieser Untersuchung überwiegend in der Selbstmedikation ohne ärztliche Unterstützung angewendet. Somit kommt dem Apotheker eine besondere Beratungsfunktion zu. Die Ergebnisse zu den Einnahmegewohnheiten zeigen, dass das Präparat in Bezug auf den Zeitpunkt der Anwendung von mehr als der Hälfte der Teilnehmer nicht gemäß den Herstellerangaben verwendet wird. Die meisten Studienteilnehmer nahmen die Kautabletten bei Bedarf, unabhängig von den Mahlzeiten ein. Sie sollten jedoch direkt zu den Mahlzeiten eingenommen werden, damit das Präparat seine Wirkung optimal entfalten kann. Die Diskrepanz zwischen Einnahmeempfehlung und tatsächlicher Anwendung verdeutlicht, dass hier noch Beratungsbedarf besteht. Im Rahmen des Beratungsgespräches sollte der Apotheker den Patienten auf die Bedeutung der richtigen Anwendung hinweisen, um so einen sachgerechten Gebrauch sicherzustellen und den bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen.

Zwei Drittel der Teilnehmer führten die Verdauungsbeschwerden auf die Ernährung zurück, besonders auf fettreiche oder üppige Mahlzeiten. Fettreiche Speisen können direkt nach dem Essen zu einem kurzfristigen relativen Mangel an Verdauungsenzymen und Gallensäuren führen. Um die daraus resultierenden Beschwerden von vornherein zu vermeiden, ist es wichtig, den Patienten über Ernährung und allgemeine präventive Maßnahmen zu informieren. Auch hier kann der Apotheker in seiner Beraterfunktion einen wichtigen Beitrag leisten.

 

Zusammenfassend haben sich die bekannte Wirksamkeit und die Verträglichkeit von Enzym Lefax unter Alltagsbedingungen bestätigt. Um einen sachgerechten Gebrauch des Präparates sicherzustellen, müssen Patienten noch stärker auf die Anwendungsmodalitäten hingewiesen werden.

 

Literatur

  1. Petersen-Braun, M. und Gessner, U., OTC Arzneimittel - Was wir von Feldstudien lernen können. Pharmazeutische Zeitung 51 (2000) 42-49.
  2. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Bekanntmachung über die Zulassung und Registrierung von Arzneimitteln (Empfehlung zur Planung und Durchführung von Anwendungsbeobachtungen). BAnz Nr. 229 vom 04.12.1998, 16884-16885.
  3. Weingärtner, U., Die Anwendungsbeobachtung in der Apotheke als Instrument der Arzneimittelforschung für ein Arzneimittel nach der Zulassung: Methodik und Evaluation an ausgewählten Praxisbeispielen. (Dissertation). Rheinische-Friedrich-Wilhelms-Universität; 2004.
  4. Fisher, S., et al., Patient drug attributions and postmarketing surveillance. Pharmacotherapy 14 (1994) 202-209.
  5. Fisher, S., Patient Self-Monitoring: A Challenging Approach to Pharmacoepidemiology. Pharmacoepidemiology and Drug Safety 4 (1995) 359-378.
  6. Petersen-Braun, M., Weingärtner, U., Gessner, U., Comparison of a pharmacy-based observational study with GCP-conform clinical studies with effervescent acetylsalicylic acid in migraine [abstract]. 13th International Headache Research Seminar; 2004 March 26-28; Copenhagen, Denmark.
  7. Giger, M., Brignoli, R., Prävalenz von Oberbauchbeschwerden und deren Einfluss auf die Lebensqualität und Konsum von medizinischen Leistungen. Schweiz Med Wochenschr 128 (1998) 874-879.
  8. Stanghellini, V., Three-Month Prevalence Rates of Gastroinstestinal Symptoms and the Influence of Demographic Factors: Results from the Domestic/International Gastroenterology Surveillance Study (DIGEST). Scand J Gastroenterol 231 (1999) Supl 20-28.
  9. Kay, L., Jorgensens, R., Epidemiology of upper dyspepsia in a random population. Scand J Gastroenterol 29 (1994) 1-6.

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