Pharmazeutische Zeitung online

Ein Bremer Beitrag zur Pharmazeutischen Betreuung

28.08.2000
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-PharmazieGovi-Verlag

Ein Bremer Beitrag zur
Pharmazeutischen Betreuung

von Wolfgang Hoffmann und Katrin Janhsen, Bremen

Seit kurzem läuft in 80 Bremer Apotheken eine Interventionsstudie, die den Nutzen der Pharmazeutischen Betreuung von Kopfschmerz- und Migränepatienten untersuchen soll. Iniitiert wurde die PharMiKo-Studie gemeinsam von der Apothekerkammer Bremen und der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Kompetenzen und Aufgaben von Arzt und Apotheker in der Arzneimitteltherapie ergänzen und unterstützen sich. In den angelsächsischen Ländern gehört eine enge Kooperation daher schon seit vielen Jahren zum Berufsalltag. In diesen Ländern ist Pharmazeutische Betreuung nicht mehr aus dem Berufsbild des Apothekers wegzudenken. In den Richtlinien zur "Good Pharmacy Practice", die die International Pharmaceutical Federation FIP) bereits 1993 entwickelte, ist die Pharmazeutische Betreuung als Arbeitsmethode umfassend berücksichtigt. 1996 übernahm auch die Weltgesundheitsorganisation WHO diese Empfehlungen.

Im gleichen Jahr veröffentlichten die Canadian Medical Association und die Canadian Pharmaceutical Association eine gemeinsame Stellungnahme, die Ziele, Aufgaben aber auch Grenzen der Pharmazeutischen Betreuung definiert. Bereits seit 1994 versuchen auch deutsche Berufsverbände der Apothekerschaft geeignete Konzepte in die Praxis umzusetzen. Hierzu startete man bundesweit bisher mehr als 15 Studien. Im Mittelpunkt steht die Betreuung von multimorbiden älteren Patienten mit Asthma, Hypertonie und Diabetes, sowie arzneimittelbezogene Probleme und das Datenmanagement.

Auch in der Bremer PharMiKo-Studie wird Praxis großgeschrieben. Ziel der Untersuchung ist es, den Nutzen und Aufwand einer Pharmazeutischen Betreuung von Migräne- und Kopfschmerzpatienten quantitativ zu bestimmen. Daneben sollen Daten zur Prävalenz der wichtigsten Kopfschmerzformen und deren Versorgung erhoben werden. Eine engere Zusammenarbeit von Ärzten und Apothekern bei der Betreuung von Kopfschmerzpatienten erscheint aus mehreren Gründen besonders aussichtsreich, da sich gerade solche Patienten zu selten ärztlich behandeln lassen. Eine inadäquate Selbstmedikation birgt die Gefahr von Nebenwirkungen und Interaktionen, Folgeerkrankungen, Chronifizierung oder sogar der Induktion neuer Kopfschmerzen. Die Untersuchung koordiniert das Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS). Die rund 80 beteiligten Apotheken liegen in Bremen und Bremerhaven sowie den angrenzenden Regionen Niedersachsens.

Zu den Endpunkten der Studie gehören Parameter wie Anfallshäufigkeit, -intensität, und -dauer, Anzahl der Krankheitstage, Arztbesuche, nicht medikamentöse therapeutische Maßnahmen sowie die Konstrukte allgemeine und krankheitsspezifische Lebensqualität, Selbstwirksamkeit, Krankheitswissen und Selbstmanagementpotenzial.

Ein interdisziplinärer Beirat begleitet die Studie, dem neben Ärzten und Apothekern auch Psychologen sowie Vertreter von Patientenorganisationen und Krankenkassen angehören.

Weitere Informationen über die PharMiKo-Studie:
Dr. Wolfgang Hoffmann und Katrin Janhsen,
Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS),
Linzer Strasse 8,
28359 Bremen,
E-Mail: pharmiko@bips.uni-bremen.de
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