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NO bei Neugeborenen umstritten

11.07.2005  00:00 Uhr

NO bei Neugeborenen umstritten

PZ  Neonatologen diskutieren seit einiger Zeit, ob Stickoxid (NO) bei der Beatmung die Prognose von Frühgeborenen mit Lungenunreife verbessern kann. Zwei randomisierte kontrollierte Studien kommen jetzt zu unterschiedlichen Ergebnissen.

In einer vor zwei Jahren an der Universität Chicago durchgeführten Studie mit 207 Frühgeborenen, senkte eine NO-Gabe die Mortalität um 24 Prozent (NEJM 349 (2003) 2099-2107). Aktuell vorgestellte Ergebnisse der Nachbeobachtung zeigen deutlich weniger Behinderungen in der NO- (24 Prozent) als in der Placebogruppe (46 Prozent).

Dagegen ergab eine zweite Studie aus Chicago mit 420 Neugeborenen weder eine verringerte Gesamtsterblichkeit noch eine reduzierte bronchopulmonale Dysplasie (NEJM 353 (2005) 13-22). Die Post-hoc-Studie ergab, dass Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1000 g ein erhöhtes Sterberisiko hatten, während höhergewichtige Kinder von der NO-Gabe profitierten. Neonatologen bewerteten die Daten zurückhaltend und empfahlen, die Ergebnisse laufender randomisierter kontrollierter Studien abzuwarten. Top

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