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Antihypertensiva steigern nicht Brustkrebsrisiko

24.07.2000
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-PharmazieGovi-Verlag

Antihypertensiva steigern
nicht Brustkrebsrisiko

von Wolfgang Kämmerer, Wiesbaden

Weder die langfristige Einnahme von ACE-Hemmern noch von Calciumantagonisten beeinflusst das Brustkrebsrisiko bei Frauen. So die Ergebnisse einer großen Fallkontrollstudie, die damit gegen die Hypothese sprechen, bestimmte Antihypertensiva wirkten krebsfördernd oder -hemmend.

Zunächst hatten neuere Studienergebnisse darauf hingewiesen, dass Patienten, die über einen längeren Zeitraum ACE-Hemmer einnehmen, wahrscheinlich seltener an Krebs erkranken. Im Gegensatz hierzu wird der Einsatz von Calciumantagonisten mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht. Wissenschaftler überprüften jetzt mit Hilfe einer großen fallkontrollierten Analyse, ob der längerdauernde Einsatz von ACE-Hemmern, Calciumantagonisten oder b-Blockern Auswirkungen auf das Brustkrebsrisiko hat.

Die Forscher verglichen die Daten von 3706 Frauen in der Postmenopause, bei denen zum ersten Mal ein Mammakarzinom diagnostiziert wurde, mit denen von 14.155 gesunden Kontrollpersonen gleichen Alters. Dabei fanden sie weder ein erhöhtes noch erniedrigtes Krebsrisiko bei den Frauen, die Antihypertensiva einnahmen. Bei diesen Ergebnissen wurden auch die Rauchgewohnheiten sowie der Body-Mass-Index berücksichtigt. Auch andere Antihypertensiva wie Diltiazem, Verapamil oder Nifedipin-Depotpräparate hatten keinen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko.

Quelle: Meier, Ch. R., et al. Arch. Intern. Med. 160 (2000) 349 - 353.Top

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