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Pharmazie an der LMU: Auf geht's zum Richtfest

28.10.1996  00:00 Uhr

-Pharmazie

  Govi-Verlag

Pharmazie an der LMU: Auf geht's zum Richtfest

  Trotz Schnürlregen: Genau zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich wurde gefeiert, mit Ansprachen, Blasmusik und Richtspruch. Am 17. Oktober lud die Universität München zum Richtfest der Neubauten für die Fakultät Pharmazie und Chemie nach Großhadern ein. Bei dem größten Bauvorhaben der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) entstehen rund 30 000 qm Nutzfläche. 1999 soll die Fakultät umziehen.

Am südwestlichen Stadtrand von München wird ein neues naturwissenschaftliches Zentrum entstehen. Die Großbaustelle liegt unmittelbar neben dem Klinikum Großhadern und dem Hämatologikum des Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit (GSF), nicht weit vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Planegg-Martinsried. Mit dem Genzentrum, das 1994 seinen Betrieb aufgenommen hat, hat die Fakultät bereits einen ersten Schritt zur Verlagerung getan. Der weitaus größere zweite Bauabschnitt steht nun im Rohbau, erklärte Baudirektor Peter Pfab. 1999 sollen das Institut für pharmazeutische Technologie, für pharmazeutische Biologie, für anorganische Chemie, für physikalische Chemie und für organische Chemie hierher ziehen. Studenten der Lebensmittelchemie müssen künftig in München an die TU. Vier große Institutsgebäude umschließen ein zentrales Gebäude, das sechs Hörsäle und eine Präsenzbibliothek beherbergen wird.

Von einem Campus, der große Teile der Naturwissenschaften der LMU vereinigt und beste Voraussetzungen für interdisziplinäre Forschung bietet, schwärmte der bayerische Kultusminister Hans Zehetmeier. Die Staatsregierung habe in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Bayern zu sichern. Von den 424 Millionen DM Baukosten trägt das Land die Hälfte.

Nicht nur den Umzug, auch den anstehenden Generationenwechsel will die Fakultät nach Worten ihres Dekans, Professor Dr. Christoph Bräuchle, als Chance zur wissenschaftlichen Neuformierung nutzen. Life Science als Oberbegriff für das Zusammenwirken einer modernen Naturstoffchemie, Biochemie und physikalische Chemie soll "ein ganz großes Thema" werden. Die Pharmazie werde sich zu einer modernen Wirkstoff- und Arzneimittelforschung entwickeln. Ein dritter Schwerpunkt soll sich mit Atomen und Molekülen befassen: Nanochemie und Nanotechnologie heißen die Stichworte.

Die Neubauten werden Arbeitsplätze für etwa 180 Personen und rund 2000 Studenten bieten. In unmittelbarer Nachbarschaft, in Planegg-Martinsried, soll das Institut für Zoologie der Fakultät für Biologie angesiedelt werden, kündigte Zehetmeier an. In späteren Bauabschnitten sollen dann weitere naturwissenschaftliche Institute folgen.

PZ-Artikel von Brigitte M. Gensthaler    

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