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Zentralblatt publizierte 1000 Titel im Monat

16.08.1999  00:00 Uhr

-PharmazieGovi-Verlag

ARZNEIMITTELINFORMATION

Zentralblatt publizierte 1000
Titel im Monat

von Joachim Richter, Berlin

Die Arzneimittelinformationsstelle der ABDA wertet seit 1989 regelmäßig über 70 Zeitschriften., darunter auch Firmen- und Verbandsorgane, zur Pflege einer Literaturdatenbank aus. Im Dezember 1998 hatte man in einem etwa 1500 Schlagworte umfassenden Register knapp 48.000 Publikationen erschlossen. Bereits Ende der 60iger Jahre initiierten die Redaktionen der "Pharmazeutischen Zentralhalle" und der "Arzneimittelstandardisierung" in enger Zusammenarbeit mit der Pharmazeutischen Gesellschaft und dem damaligen Institut für Arzneimittelwesen in Berlin ein ähnliches Informationssystem für die DDR.

Das System versorgte öffentliche und Krankenhausapotheken einschließlich der Pharmazeutischen Zentren, der pharmazeutischen Klein- und Mittelbetriebe, der verschiedenen diagnostischen und Untersuchungslaboratorien mit Literatur zu Arzneimitteln und gleichgestellten Erzeugnissen. Das Bedürfnis nach einem solchen System ergab sich sowohl aus der Fülle des auszuwertenden Materials, die nur arbeitsteilig bewältigt werden konnte, als auch dem Umstand, dass die gegen konvertierbare Währung beschaffbare Literatur nicht überall ausreichend zur Verfügung stand. Schrittweise begann man im Auftragsverfahren, Zeitungen und Zeitschriften auszuwerten. Das Institut für Arzneimittelwesen koordinierte die Arbeit unter Leitung von Dr.Christine Bergmann.

Anders als im ABDA-System, auch bedingt durch die seinerzeit nicht ausreichende Ausstattung mit Computern, Nachrichten- und Vervielfältigungstechnik - konnte das Systems über das Zentralblatt für Pharmazie, Pharmakotherapie und Laboratoriumsdiagnostik genutzt werden. Diese Zeitschrift war aus der Fusion der beiden genannten Zeitschriften hervorgegangen und setzte bis 1991 die Tradition der 1859 von Hager gegründeten "Pharmazeutischen Zentralhalle Deutschlands" fort. In dem Blatt wurden monatlich nach Sachgebieten geordnet Zeitschriftentitel und Referate veröffentlicht und quartalsweise eine Zusammenstellung der zugehörigen Deskriptoren herausgebracht. So belieferte man monatlich etwa 2500 Abonnenten mit Titeln und Referaten sowie vierteljährlich rund 400 Abnehmer mit Deskriptoren.

Die Unterteilung der Titel und Referate erfolgte nach 25 Hauptgruppen, zum Beispiel Nebenwirkungen, Intoxikationen, Wechselwirkungen; Biopharmazie, Pharmakokinetik; Chemische und physikalische Arzneimittelprüfung; Gesundheitspflegemittel, Kosmetika, Diätetika; Blutspende- und Transplantationswesen; Arzneipflanzen und Drogen et cetera.

Die Hauptgruppen waren wiederum in sich gegliedert. So zum Beispiel die Klinische Pharmakologie nach Indikationsgebieten. Durch Dominanz-Festlegungen schloss man Überschneidungen aus. Die Institution wertete jährlich etwa 250 Fachzeitschriften (Originalarbeiten) aus, und druckte jeden Monat rund 1000 Titel und 200 Referate ab.

Insgesamt wurden so zwischen 1975 und 1990 etwa 180 000 Titel mit etwa einer halben Millionen Deskriptoren ausgedruckt und durch 30 000 Referate ergänzt. Der Umfang der Dokumentationsleistung war also auch im internationalen Vergleich beachtlich und der große Nutzerkreis verdeutlichte die Resonanz, die das Informationsangebot hatte.

Noch heute sind die Daten eine außerordentliche Fundgrube für Recherchen zu Promotionen oder Diplomarbeiten. Ihr besonderer Wert besteht darin, dass die gesamte Dokumentationstätigkeit und die Deskriptorenvergabe unter pharmazeutischen Aspekten stattfand. Deshalb ist die Trefferquote bei pharmazeutischen Recherchen recht hoch. Vielleicht könnte das Material nachträglich noch elektronisch erfasst werden, um künftig die Suche zu vereinfachen.

Anschrift des Verfassers:
Professor Dr. Joachim Richter,
Nordendstrasse 74,
13156 Berlin
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