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Vitamin D senkt bei Kleinkindern das Diabetesrisiko

25.02.2002
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Vitamin D senkt bei Kleinkindern das Diabetesrisiko

von Wolfgang Kämmerer, Wiesbaden

Bislang ist nicht genau bekannt, warum bei Diabetikern die Insulin-ausscheidenden b-Zellen im Pankreas zerstört werden. Vermutlich sind Zytokine, T-Zellen und Makrophagen für den Untergang der Inselzellen verantwortlich. Im Zellversuch wirkte Vitamin D immunsuppressiv und bremste die Proliferation der Lymphozyten sowie die Produktion von Zytokinen. Auch im Tierversuch konnte Vitamin D die Entstehung eines Typ 1-Diabetes verhindern.

Das Ergebnis einer großen Fallkontroll-Studie deutet darauf hin, dass Kinder, die frühzeitig mit Vitamin D als Nahrungsergänzung versorgt werden, seltener an einem Typ 1-Diabetes erkranken. Auch wenn werdenden Mütter zusätzlich Fischleberöl einnehmen, sinkt das Diabetesrisiko ihrer Nachkömmlinge, ergab eine andere Untersuchung. Wissenschaftler haben nun mit einer weiteren Studie versucht, diese Befunde zu erhärten. Hierzu erfassten sie die Daten von insgesamt 10.366 Schwangeren in Finnland, die im Jahr 1996 entbanden. Die Forscher verglichen dazu Daten zur Vitamin-D-Supplementierung der Säuglinge mit dem Auftreten eines Typ-1-Diabetes bis Ende 1997.

Bei 81 Kindern diagnostizierte man einen Typ-1-Diabetes. Die empfohlene Einnahme von 2000 internationalen Einheiten Vitamin D pro Tag senkte das Diabetesrisiko um 88 Prozent gegenüber den Kindern, die kein Vitamin D bekommen hatten. Zudem sank das Diabetesrisiko der Kinder, die die empfohlene Dosis erhalten hatten um 78 Prozent gegenüber den Kindern, die weniger als die empfohlene Dosis einnahmen.

Die Nahrungsergänzung mit Vitamin D korreliert also mit einem niedrigeren Risiko für die Entwicklung eines Typ 1-Diabetes, folgern die Wissenschaftler. Dies ist angesichts des vermuteten immunsuppressiven Effekts des Vitamins und der Tatsache, dass es sich beim Typ 1-Diabetes um eine Autoimmunerkrankung handelt, durchaus logisch. Wenn es gelingt, bei Kindern eine adäquate Ergänzung mit Vitamin D sicherzustellen, könnte sich der bestehende Trend zu einer höheren Inzidenz eines Typ 1-Diabetes bei Kindern umzukehren. Allerdings liegt die in Finnland empfohlene Dosierung von Vitamin D weit über der in Deutschland.

Quelle: Hyppönen, E. et al. Lancet 358 (2001) 1500 - 1503.Top

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