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Tabubruch in den USA

26.11.2001  00:00 Uhr

Tabubruch in den USA

dpa  Es kam genau wie vorausgesagt. Viele Experten hatten gewettet, dass der erste menschliche Embryo bis Anfang 2002 geklont werden würde. 

Noch im Oktober kündigte der italienische Forscher Severino Antinori an, "innerhalb von Monaten" am Ziel zu sein. Statt Antinori gab das US-Biotechnik-Unternehmen Advanced Cell Technology (ACT) in Worcester (US-Staat Massachusetts) jetzt bekannt, die ersten menschlichen Embryonen geklont zu haben. Weltweit stießen die Versuche auf heftige Kritik. Die Forscher der US-Firma ersetzten in einigen Eizellen den mütterlichen Kern mit solchen aus Zellen von Erwachsenen. Nach dieser Methode war das Klonschaf Dolly entstanden. Andere menschliche Eizellen wurden zur Teilung angeregt, ohne dass sie befruchtet wurden. 

Argwohn rief die Art der Veröffentlichung hervor. ACT stellte seine Ergebnisse in einem neuen und relativ unbekannten Online-Journal vor. Außerdem gab die Firma zwei Zeitschriften den Exklusiv-Zugang zu ihren Spezialisten. Für viele Experten ist das Unternehmen daher weniger an den wissenschaftlichen als an den machtpolitischen Aspekten interessiert.

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