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HPV-Impfung als Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

18.06.2001
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HPV-Impfung als Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

von Ulrike Wagner, Innsbruck

"Wir arbeiten an einem Impfstoff gegen Humane Papillomviren, dessen Wirkung gerade untersucht wird. Ob er vor einer Infektion schützt, wissen wir noch nicht", sagte Dr. Eliav Barr von den Merck-Forschungslabors in West Point, USA während des 7. Kongresses der International Society for Travel Medicine (ISTM) Ende Mai in Innsbruck. 

Eine solche Impfung könnte Frauen vor Cervixkarzinomen bewahren, an denen weltweit jährlich 225.000 sterben. Bei Männern sind Humane Papillomviren vor allem für Analkarzinome verantwortlich. Diese sind verhältnismäßig selten, aber die Zahlen sind nach Angaben Barrs während der letzten zwanzig Jahre auf das Dreifache gestiegen.

Die meisten Erwachsenen kommen früher oder später in Kontakt mit den Viren. Eine Infektion mit den Stämmen HPV 16 und 18 zeichnet für 70 Prozent der Zervixkarzinome verantwortlich. HPV 6 und 11 verursachen mehr als 90 Prozent der Genitalwarzen.

Bei Merck wird derzeit die Wirkung eines tetravalenten Impfstoffs gegen die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 untersucht. Die Vakzine ähnelt dem Hepatitis-B-Impfstoff und besteht aus dem L1-Kapsid-Protein der Papillomviren. Dieses Protein formt virusähnliche Partikel. Insgesamt mehr als 4000 Menschen haben bereits an Studien mit mono- und tetravalenten Impfstoffen teilgenommen, berichtete Barr. Die Probanden hätten die Vakzinen gut vertragen, auch wenn sie bereits mit einem der Virustypen infiziert waren. Die Vakzinen induzierten eine Antikörperantwort, ob dies allerdings für die Abwehr der Virusinfektion ausreicht, ist noch unklar.

Eine Impfung gegen Papillomviren käme besonders den Menschen in den Entwicklungsländern zugute. Die aufwendigen und teuren Screeningverfahren kann sich dort kaum eine Frau leisten. Top

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