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GlaxoSmithKline sucht für Studie Lungenkrebs-Patienten

25.11.2002
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GlaxoSmithKline sucht für Studie Lungenkrebs-Patienten

PZ  Das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline sucht Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom für eine klinische Studie zur Immuntherapie.

Bei dieser Tumorerkrankung handelt es sich um die häufigste Form von Lungenkrebs. Die Betroffenen haben eine ungünstige Prognose. Fortschritte versprechen neue Ansätze in der Therapie, bei denen das Immunsystem stimuliert wird. GlaxoSmithKline hat dazu vor kurzem eine klinische Studie zur Erprobung eines neuen Impfstoffes gestartet, an der noch Patienten teilnehmen können.

Bei dem neuartigen Impfstoff handelt es sich um das Eiweiß MAGE-3, das bei vielen Tumorarten auf der Oberfläche der Krebszellen nachweisbar ist. So auch bei etwa 35 Prozent der Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom in frühen Stadien. Bei der operativen Entfernung des Tumors können aber Tumorzellen im Körper verbleiben und wieder wachsen. Zukünftig könnten regelmäßige Impfungen mit dem MAGE-3-Antigen die körpereigene Abwehr stimulieren, die dann nicht entfernte Krebszellen erkennt und vernichtet, so die Annahme.

Der MAGE-3-Impfstoff hat sich bei Menschen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen als sicher und gut verträglich erwiesen. Bei einigen Patienten schrumpfte der Tumor. Durch die Studie der Phase II soll nun an 180 Patienten geprüft werden, ob die Immuntherapie beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom ein Wiederauftreten des Tumors verhindert oder verzögert. Zusätzlich zur heutigen anerkannten Standardtherapie erhalten zwei Drittel der Teilnehmer nach zufälliger Verteilung den Impfstoff, die übrigen ein Placebo. Die regelmäßigen Untersuchungen sichern auch der Placebogruppe eine stärkere medizinische Überwachung als normalerweise üblich.

Teilnehmen können Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom, die nach eingehender Voruntersuchung und Beratung ihr Einverständnis zur Studienteilnahme gegeben haben und bei denen das MAGE-3-Protein nachweisbar ist. Der Tumor muss sich im Stadium IB, IIA oder IIB befinden und bei der sich anschließenden Operation vollständig entfernt werden können. Ausgeschlossen sind unter anderem Patienten mit schweren Grunderkrankungen und solche, für die eine Bestrahlung oder eine andere spezifische Krebstherapie in Frage kommen. An der Studie sind mehrere Länder beteiligt. Die deutschen Prüfzentren befinden sich in Bad Berka, Bremen, Ebensfeld, Flensburg, Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau, Gauting, Grosshansdorf, Halle/Saale, Hemer, Mainz, Leipzig, Offenbach, Trier und Witten. Patienten können bis Mitte 2003 beim Service-Team von GlaxoSmithKline unter (08 00) 1 22 33 55 angemeldet werden. Top

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