Pharmazeutische Zeitung online

Laser ersetzt Knochensäge

18.06.2001
Datenschutz bei der PZ

Laser ersetzt Knochensäge

PZ  Hauchdünne Schnitte durch Knochengewebe ermöglicht ein gepulstes CO2-Lasersystem, das Wissenschaftler der Forschungszentrums "caesar" in Bonn entwickelt haben. Bis zu 200 µm feine Schnitte können mit dem neuen System gesetzt werden, informiert das Zentrum in einer Pressemitteilung.

Der Laserstrahl gilt als ideales Werkzeug für die computergestützte Chirurgie und bietet wichtige Vorteile zur traditionellen Säge. So ist die Schnittführung frei wählbar, die Schnittbreite kleiner als bei einer Säge und es gibt keinen Metallabrieb. Bislang sei der Einsatz des Lasers am Knochengewebe jedoch daran gescheitert, dass große thermische Nebenwirkungen beim Schneiden des harten Knochens auftraten oder der Abtrag des Gewebes zu langsam war.

Das von Professor Dr. Peter Hering und seinen Mitarbeitern optimierte Lasersystem arbeitet nun in Kombination mit einem Strahlscanner und feinem Luft-Wasserspray. Dadurch wird bei niedriger Temperatur die Knochenflüssigkeit explosionsartig verdampft, ohne dass Knochensubstanz schmilzt oder karbonisiert. Auf Grund der kurzen Dauer des Laserpulses von etwa 0,1 µs und starker Lichtabsorption ist der Prozess schneller als die unerwünschte Wärmediffusion im Gewebe, meldet Caesar. Bei einer Bestrahlungsdauer von zwölf Sekunden pro Millimeter Schnittlänge werden zehn Millimeter tiefe Schnitte in die Knochensubstanz erreicht.

Das Forschungszentrum caesar (center of advanced european studies and research) wurde mit Mitteln des Bonn-Berlin-Ausgleichs gegründet. Seit 1999 wird an Themen wie Materialwissenschaften, Biotechnologie und computergestützte Chirurgie gearbeitet. Top

© 2001 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de

Mehr von Avoxa