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Impfstoff-Forschung einen Schritt weiter

03.12.2001
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Impfstoff-Forschung einen Schritt weiter

von Christina Hohmann, Eschborn

Die intrarektale Applikation eines Impfstoffs schützt effektiver vor einer HIV-Infektion als eine subkutane Gabe. Dies berichten Forscher um Jay Berzofsky vom US National Cancer Institute in Bethesda, Maryland, in der Dezemberausgabe der Zeitschrift Nature Medicine (Seiten 1320 bis 1326).

Schon länger ist bekannt, dass die Schleimhaut, wie sie etwa in Mund oder Rektum vorkommt, einer der Haupteintrittswege für das HI-Virus in den menschlichen Körper ist. Eine wichtige Komponente des Immunabwehr der Mukosa sind die cytotoxischen T-Lymphozyten (CTLs). Untersuchungen an Mäusen hatten gezeigt, dass CTLs, die in der Schleimhaut gebildet werden, effektiver sind als diejenigen, die durch systemische Immunisierung in anderen Körperregionen aktiviert werden. Daher verglichen die Wissenschaftler die Schutzwirkung ihres Impfstoff nach subkutaner und intrarektaler Applikation bei Makaken, einer den Rhesusaffen verwandten Art. Der Impfstoff ist eine synthetisches Peptid, das Elemente von viralen Proteinen enthält und somit die Bildung von CTLs und neutralisierenden Antikörpern gegen HIV induziert. Wie die Forscher fanden, schützte der Impfstoff zusammen mit einem Hilfsstoff, der die Immunabwehr zusätzlich anregt, nach Applikation auf die Schleimhautoberfläche deutlich besser vor einer HIV-Infektion als nach Injektion unter die Haut.

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