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Mit Draht gegen Falten und Narben

12.05.2003
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Mit Draht gegen Falten und Narben

von Gudrun Heyn, Berlin

Eine neue Operationstechnik in der ästhetischen Dermatologie stellte Dr. Luitgard Wiest aus München auf der 42. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft der Presse vor. Mit dem „Wire“-Skalpell lassen sich sehr tiefe Nasolabialfalten oder Narben behandeln.

Diese werden dabei mit einem Stahlfaden so unterfahren, dass der Dermatologe den Draht wie eine Schlinge zusammenziehen kann und die Oberfläche ablöst. „Diese Methode ist besonders effektiv bei sehr tiefen Falten, die nicht mit Botulinumtoxin A behandelt werden können sowie bei Aknenarben“, sagte Wiest.

Vor einer Unterspritzung der Falten mit Eigenfett, Collagen oder Hyaluronsäure und vor einer Implantation von festen oder injizierbaren Materialien empfiehlt die Hautärztin, besonders in Mimikbereichen, eine Kombinationstherapie. Früher habe es gerade in diesen Arealen des Gesichts oft Probleme gegeben: Das eingebrachte Material wurde durch die Muskelbewegungen nachträglich verschoben. Bei einer vorherigen Behandlung mit Botulinumtoxin A (Botox®) lässt sich dies vermeiden, denn das Neurotoxin legt die mimische Muskulatur über mehrere Monate still.

Ästhetische Dermatologie liegt derzeit im Trend. „Der Patient stellt die Indikation“, sagte Dr. Gerhard Sattler von der Rosenparkklinik in Darmstadt. Um qualifizierte Angebote zu erkennen, sei es wichtig, sich von mehreren Stellen beraten zu lassen. Gerade bei Altersflecken sollte bei dem geringsten Zweifel vor der Behandlung eine Biopsie gemacht werden. Ein unerkannter Hautkrebs könne böse Folgen haben. Altersflecken lassen sich an geeigneter Stelle mit sehr einfachen Methoden beseitigen. Zum Beispiel auf dem Handrücken könne die Kryotherapie angewandt werden. Innerhalb von 30 Sekunden seien die Flecken verschwunden und die Patienten würden dabei sogar oft mehrere Tausend Euro gegenüber anderen Verfahren einsparen.

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