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Ködermoleküle heilen bei Mäusen Typ-1-Diabetes

25.02.2002
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Ködermoleküle heilen bei Mäusen Typ-1-Diabetes

von Ulrike Wagner, Eschborn

Die Ergebnisse einer amerikanischen Forschergruppe machen Hoffnung auf neuartige Behandlungsstrategien für Typ-1-Diabetiker. Die Erkrankung entsteht meist bei jungen Menschen, wenn die eigenen Immunzellen plötzlich die Zellen der Bauchspeicheldrüse erkennen und angreifen. 

Sofia Casares von der Mount Sinai School of Medicine in New York und ihre Mitarbeiter verhinderten mit speziellen Köder-Molekülen bei Mäusen nicht nur die Entstehung von Typ-1-Diabetes. Sie konnten auch bei den Tieren, die bereits unter der Stoffwechselstörung litten, die normalen Glucose-Kontrollmechanismen wieder herstellen.

Die Wissenschaftler verwendeten lösliche Moleküle als Köder, die dem Immunsystem vorgaukeln, ein Peptid der insulinproduzierenden b-Zellen werde von einer entsprechenden Zelle ordnungsgemäß präsentiert, heißt es in der Online-Vorabveröffentlichung der Zeitschrift Nature Immunology. Diese chimären Peptide aktivieren im Gegensatz zum reinen Peptid keine T-Zellen. Im Gegenteil, die Abwehrzellen entwickeln gegenüber dem Peptid und damit auch gegenüber den Pankreaszellen eine Toleranz. In der Folge entstehen zudem regulatorische T-Zellen, deren Botenstoffe die autoreaktiven T-Zellen davon abhalten, ihre Zielzellen in der Bauchspeicheldrüse zu vernichten, schreiben die Wissenschaftler.

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